Die Arktis wird grün und das ist ein Problem

Epoch Times12. October 2018 Aktualisiert: 12. Oktober 2018 13:04
Bis zum Ende des Jahrhunderts könnte sich die Größe der Pflanzen verdoppeln: Die neuste Entwicklung in der Arktis klingt friedlich, doch sie könnte verheerende Folgen haben. Stellen Sie sich einmal ihren Garten vor, wenn alle Pflanzen plötzlich doppelt so groß wären.

Insgesamt 180 Forscher waren an der Auswertung der Daten aus über 30 Jahren Arktisforschung beteiligt. Was sie herausgefunden haben klingt friedlich, könnte aber dennoch verheerende Auswirkungen auf das Leben von Menschen und Tieren auf der ganzen Welt haben: Die Arktis wird immer grüner.

Kernaussage der Studie ist, dass das Grün der Arktis üppiger wird und sich immer größere Pflanzen in den hohen Norden trauen. Allerdings natürlich nicht gleich Palmen. Die Arktis ist ein schwieriger Ort zum Leben, egal ob man eine Pflanze oder ein Tier ist.

Die Pflanzen, die sich durchsetzten können, sind meist Büsche, die knapp über Boden kriechen. Aber das ändert sich. Da die Klimaveränderungen die Arktis wärmer machen, kann die Region nun neue Arten unterstützen. So schleicht sich beispielsweise das Frühlingsgras, eine Pflanze, die normalerweise im europäischen Tiefland zu finden ist, nach Schweden.

Verdopplung der Pflanzengröße bis zum Ende des Jahrhunderts

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sich die Pflanzenhöhe in der Arktis bis zum Ende des Jahrhunderts verdoppeln könnte. „Das scheint kein sehr dramatischer Anstieg zu sein, aber wenn man es mit dem Ökosystem um unser Haus vergleicht, oder einem nahe gelegenen Wald – wenn man sich vorstellt, dass der Wald plötzlich doppelt so groß wird …  – dann ist das eine ziemlich dramatische Veränderung“, sagte Isla Myers-Smith, eine der führenden Forscherinnen, gegenüber BBC News.

Das ist eine große Sache. Wenn Menschen über die globalen Veränderungen sprechen, stellen sie sich oft Hurrikane und Waldbrände vor. Aber Dinge wie größere Pflanzen könnten tatsächlich mehr Unruhe stiften als „aufregendere“ Katastrophen.

Nicht nur die Menschen müssen sich mit den Klimaveränderungen auseinandersetzen, sondern auch die Tiere und Pflanzen. Eisbären werden immer seltener oder gar ganz verschwinden, andere Arten werden sich weiter in den Norden vorwagen. Neue Pflanzenarten werden in empfindliche Ökosysteme vordringen und gegebenenfalls einheimische Arten verdrängen – und das passiert nicht nur im hohen Norden.

Trotzdem spielt die Neuprofilierung von Pflanzengemeinschaften eine große Rolle für das Weltklima, da sie die Funktionsweise des Tundra-Ökosystems verändern könnte. Größere arktische Pflanzen fangen mehr Schnee um sich herum ein, isolieren den Boden von sehr kalter Luft und verhindern so, dass er stark friert. Dies erleichtert es den meist felsenfesten Böden, in den Sommermonaten aufzutauen und ihren Kohlenstoff an die Atmosphäre abzugeben.

Mehr Wärme, mehr Pflanzen – Mehr Pflanzen, mehr Wärme

Größere Pflanzen könnten das gleiche Ergebnis erzielen, denn wenn sie ihre Köpfe über den Schnee erheben, weisen sie eine dunklere Oberfläche auf, was es dem Ökosystem ermöglicht, mehr Wärme von der Sonne aufzunehmen.

„Obwohl es noch viele Unsicherheiten gibt, könnten größere Tundra-Pflanzen den Klimawandel sowohl in der Arktis als auch auf dem gesamten Planeten vorantreiben“, sagte die Co-Autorin der Studie, Anne Bjorkman, vom Senckenberg Biodiversity and Climate Research Centre in Deutschland.

Was diese Studie besonders macht ist die Vielfalt der untersuchten Daten. Sie umfasst mehr als 60.000 Bobachtungen von Hunderten von Standorten in der Arktis, von den europäischen Alpen bis zu den amerikanischen Rocky Mountains. Außerdem reichen die Informationen teils über Jahrzehnte zurück und ermöglichen es, Trends zuverlässig zu erfassen.

Wissenschaftler werden bestimmte Orte erneut besuchen, um immer wieder die gleichen Messungen durchzuführen. Diese Messungen decken alles ab, von der Pflanzenhöhe und der Blattfläche bis hin zur Holzdichte, der Samengröße, der Blattchemie und vielem mehr.

Die Arktis wird grün. Ist das ein Problem?

Letztendlich trägt eine grüne Arktis zur „bösen Klimaveränderung“ bei. Doch was passiert eigentlich wenn, es wirklich wärmer wird? Gärtner klagen bereits heute darüber, dass die Luft zu wenig Kohlenstoffdioxid enthält und ihre Pflanzen nicht wachsen. Um die Erträge zu steigern, bauen sie große Gewächshäuser und füllen sie künstlich mit CO2. Sollte der Permafrost tatsächlich auftauen und große Mengen Kohlenstoffdioxid freisetzten, wachsen die Pflanzen überall besser. Ist das nicht ein Vorteil?

In der Erdgeschichte gab es mehrfach Kalt- und Warmzeiten und jedes Mal blühte die Natur erneut wieder auf. Die Lösung für all diese Probleme ist denkbar einfach, aber vielleicht schwieriger als gedacht: Sobald die Menschen im Einklang mit der Natur und im Einklang mit sich selbst leben, füreinander da sind und sich unterstützen, anstatt sich zu bekriegen, werden die Menschen sich, und ihre Umgebung, respektieren.

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Wenn dieser Wandel in den Köpfen der Menschen – in allen Köpfen – angekommen ist, dann werden wir sehen, dass eine Klimaerwärmung keine Bedrohung ist. Wir müssen mit der Natur leben, anstatt gegen sie. (ts)

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