Ginkgo – ein einzigartiger Wunder-Baum!

Von 14. August 2017 Aktualisiert: 1. Dezember 2017 14:22
Der Ginkgo Biloba gehört zur Baumfamilie der Ginkgophyta. Vor mehr als 270 Millionen Jahren entwickelte sich dieser Baum, und gilt als eine der ältesten Baumfamilien der Welt überhaupt. Ginkgo existierte bereits vor dem Auftreten der Dinosaurier!

Beginnen wir mit etwas Geschichte: Am 6. August diesen Jahres gedachte Hiroshima zum 72. Mal dem Atombombenabwurf von 1945.

Die Atombombenexplosion tötete auf der Stelle ca. 100.000 Menschen – fast ausschließlich Zivilisten und von der japanischen Armee verschleppte Zwangsarbeiter.

Keiner dieser Menschen hatte auch nur den Hauch einer Chance. An den gravierenden Folgeschäden starben bis Jahresende 1945 weitere 130.000 Menschen.

In den weiteren Jahren kamen etliche hinzu. Bis heute sind die Folgen spürbar. Seelisch wie physiologisch.

Im Sommer 1945 fliegt ein amerikanischer Bomber, im Auftrag des US-Präsident Harry S. Truman, über die Stadt Hiroshima und öffnet seinen Bombenschacht. Das Flugzeug gibt eine Bombe frei, die nach 43 Sekunden Freifall explodieren wird. Der mehr als sarkastische Name „Little Boy“ wird zum Synonym einer tödlichen Waffe.

Bei der Gasblase, die sich über mehrere Hundert Meter erstreckt, sichtbar, bis hoch in den Horizont, wird nichts überleben. Die Nuklearwaffe mit einer Ladung aus Uran erreichte eine Sprengkraft von etwa 13 Kilotonnen TNT – ein Bruchteil heutiger Bomben.

Am 9. August 1945 folgt die nächste Atombombe auf Nagasaki. Sechs Tage nach diesen verheerenden Angriffen gibt Kaiser Hirohito mit einer Rede vom 15. August die Beendigung des „Großostasiatischen Krieges“ bekannt. Mit der Kapitulation Japans endete am 2. September der Zweite Weltkrieg auch in Asien, nachdem er in Europa mit der Kapitulation der deutschen Wehrmacht bereits seit dem 8. Mai 1945 beendet worden war.

Alles lag in Schutt und Asche. Nichts gedeihte mehr. Im Frühjahr des folgenden Jahres, in den rauchenden Ruinen und der öden Landschaft von Hiroshima, waren die Japaner überrascht, als sie winzige Knospen bei einer ganz speziellen Baumsorte entdeckten. Die Ginkgobäume schienen die Einzigen zu sein, die den atomaren Kahlschlag überlebt hatten.

Für die Japaner erschien dieses Wunder wie ein Zeichen der Hoffnung und der Wiedergeburt nach einer noch nie da gewesenen Katastrophe. Ein buddhistischer Tempel, der ebenfalls durch die Explosion zerstört wurde, wurde wieder aufgebaut. Auch hier stand ein Ginkgobaum, der die Katastrophe überlebt hatte. Das Kloster wurde um diesen Baum gebaut.

Seitdem ist das Ginkgoblatt das Wahrzeichen der Stadt Tokio.

Die Tugenden und Eigenschaften des Ginkgos sind mehr als beeindruckend. Sein unglaublicher Widerstand gegen Verschmutzung aller Art und mutagenen Faktoren, ermöglicht dem Ginkgobaum mit allen Gezeiten und Klimabedingungen zurecht zukommen. Von daher sind Ginkgobäume uralt! Sie haben Jahrtausende überstanden. Ohne irgendeine natürliche Krankheit oder Parasit zu haben, ist der Ginkgo potenziell unsterblich.

In Asien spürt man die Aura dieses „heiligen“ Baumes. Nicht umsonst werden die Blätter für viele medizinische Verwendungen genutzt. Der Ginkgobaum trägt viele Namen: In Tibet wird er als Baum des Lebens bezeichnet. In China heißt er Baum der Langlebigkeit und Loyalität.

Vor allem dieser 1.400 Jahre alte Ginkgobaum, der in einem buddhistischen Tempel im Herzen Chinas wächst, lässt einen doch ganz schnell den Trubel des Tages vergessen. Seine Blätter verwandeln jeden Herbst den Tempel in ein goldenes Meer und locken Menschen aus ganz China an, nur um dieses wunderschöne Bild auf sich einwirken zu lassen.

Dieser Baum wurde in der Tang-Dynastie (618-907 nach Christus) in der damalige Hauptstadt Chang’an, heute Xi’an gepflanzt. Die Zeit der Tang-Dynastie gilt als das Goldene Zeitalter der chinesischen Geschichte, sowohl in der Kunst, wie auch in der Kultur und der Wissenschaft.

Der Ginkgo Biloba gehört zur Baumfamilie der Ginkgophyta. Vor mehr als 270 Millionen Jahren entwickelte sich dieser Baum, und gilt als eine der ältesten Baumfamilien der Welt überhaupt. Dieser Baum existierte bereits vor dem Auftreten der Dinosaurier. Und nachdem die Dinosaurier aufgrund klimatischer Bedingungen ausstarben, hat dieser Baum überlebt und spendet uns heute viel Kraft.

In der Nähe des Di-Lin-Tempels in der chinesischen Provinz Shandong gibt es einen Ginkgo mit einem Alter von über 3.000 Jahren. Er zählt damit zu den ältesten Bäumen der Welt.

Ein prähistorischer Baum

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Auch seine Fortpflanzung ist einzigartig: Der weibliche Ginkgo produziert Eier, die zu einer Art Vor-Spermatophyte gehören. Diese Art der Fortpflanzung ist der des Menschen ähnlich. Es gibt Bäume, die die weibliche Frucht tragen, und Bäume, die den männlichen Pollen tragen. Erst wenn sich diese beiden vereinigen, entsteht ein neuer Baum.

Ginkgo Obst

In Japan wird der Baum auch der Eierbaum genannt, wegen der Ähnlichkeit seiner Früchte mit Eiern. Der Baum wird auch als Baum „des Großvaters und des Enkels“ bezeichnet, da diejenigen, die einen Ginkgo pflanzen, die Früchte ohne eine Art Paarung nicht selbst ernten können. Man ist auf die Reproduktion angewiesen.

Einige asiatische Legenden besagen auch, dass der letzte Nachkomme einer fürstlichen Linie einen Ginkgo pflanzen muss, bevor er stirbt. Damit ist die Unsterblichkeit der Genealogie gewährleistet.

Wenn die Bäume zu altern beginnen, ist der Stamm des Ginkgos mit seltsamen Auswüchsen bedeckt, die die Japaner Tchitchis nennen – was Euter bedeutet. Krankenschwestern schneiden diese aus dem Ginkgo heraus, denn diese Euter gelten als Glücksbringer, um genügend Milch zu haben.

Der Ginkgo und sein Geheimnis

Einige Pflanzen, die in extremen Umgebungen gewachsen sind, haben einige eher ungewöhnliche Eigenschaften entwickelt: Einige von ihnen sind resistent gegen Feuer, haben außergewöhnliche Regenerationsfähigkeiten und können sogar Feuer verhindern. Es gibt viele dieser „Feuerbäume“ in der Welt. Diese Eigenschaft wird gewöhnlich von Bäumen getragen, die in warmen Klimazonen leben.

Der Ginkgo Biloba ist einer dieser Arten: Im Brandfall schickt der Baum den Saft zu seinen Ästen, Zweigen und Blättern, sodass diese sehr schwer entflammbar sind. 1923 überlebte ein japanischer Tempel so ein verheerendes Feuer, denn die Hecken aus Ginkgobäumen verhinderten ein Eindringen des Feuers. Heute wird der Baum unter anderem als Profilaxe gegen Brände gepflanzt.

Der Baum ist auch ein biologisches Rätsel für die Wissenschaftler, aufgrund der Anwesenheit einer bestimmten Alge in den Blättern. Im Jahr 2002 entdeckte ein französischer Pharmakologe der François Rabelais Universität in Tours, dass einige seiner Ginkgo-Zellkulturen ohne Erklärung grün wurden.

Das „Gespenst der Grünalge“ färbte die Gingko – Blätter grün und er konnte es erstmals nachweisen.

Bei näherer Betrachtung entdeckte er, dass Ginkgo-Zellen zelluläre Skelette von Chloroplasten enthalten und sich davon regelrecht ernährten. Im Falle des Todes dieser Zellen werden diese Skelette in photosynthetische Algen verwandelt.

„Wenn sich die Algen vervielfachen, schwellen die Ginkgo-Zellen an, dann brechen sie und geben ihre Algen-Inhalte an die äußere Umgebung ab. Die Verbreitung der Alge ist also mit dem Tod der Stammzellen verbunden. Der Mechanismus, der die intensive Vervielfältigung der Alge auslöst, ist noch unbekannt. In flüssigem Medium kultiviert, wurden diese Algen autonom und brauchten nur eine Lichtquelle um sich zu entwickeln“, bemerkt das Magazin Pour la Science.

Ginkgo als Heilmittel

Ginkgo weist einen wichtigen Platz in der traditionellen chinesischen Medizin auf. Mit seinen antioxidativen Eigenschaften verbessert der Saft der Blätter die Blutzirkulation, speziell im Gehirn. Der Saft verbessert die koronare Zirkulation, lindert Angina und Arteriosklerose, reduziert die Blutviskosität, verhindert Gerinnsel und verbessert die Erholung nach Herzinfarkten und Kopfverletzungen.

Auch hat sich Ginkgo in der Behandlung von Krampfadern bewährt, und es lindert ebenfalls Migräne. Es hilft auch, Hörverlust zu vermeiden, ist wirksam bei Tinnitus. Seine Eigenschaften fördern die Atemwege, erhöhen die Immunität gegen Infektionen, verhindern Erkältungen und Husten.

Quelle: L’histoire du Ginkgo Biloba, sans doute l’arbre le plus mystérieux de toute la création

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