Sind Pflanzen lernfähig? – Wissenschaftler experimentieren weiter!

Epoch Times22. März 2018 Aktualisiert: 22. März 2018 9:51
Wissenschaftler sind der Auffassung: "Pflanzen sind keineswegs nur passive grüne Wesen" - und könnten genau wie Tiere ein Verhalten aufweisen. Auch über eine Sprache sollen Pflanzen verfügen.

Stefano Mancuso, ein italienischer Botaniker, sieht in Pflanzen intelligente Wesen. Er ist der Meinung, dass sie sich in einer Duftsprache unterhielten und ein Gedächtnis hätten, weshalb sie auch lernen könnten, sagte er dem „Zeitmagazin“.

Sonnenblumen spielten sogar miteinander. Auf Zeitraffervideos beobachtete Mancuso, dass Sonnenblumen sich ständig im Kreis drehen: „Sie versuchen ihre Umgebung und einander kennenzulernen, um herauszufinden, wie sie zusammenleben können. Es sind soziale Pflanzen.“ Aus seiner Forschung folgerte er, dass Pflanzen nur „auf eine ethisch vertretbare Weise“ angebaut werden sollten, sagte er laut Nachrichtenagentur dts.

Projekt „Pawlow’sche Pflanzen“

In dem Projekt: „Pawlow’sche Pflanzen“ aus dem Jahr 2016, welches die Wissenschaftler, Dr. Michal Gruntman und Prof. Katja Tielbörger aus dem Institut für Evolution und Ökologie der Universität Tübingen, ins Leben riefen – wurde untersucht, ob Pflanzen ‒ ähnlich wie Tiere ‒ auf bestimmte Verhaltensweisen konditioniert werden können.

Wenn sich die Idee der beiden Biologen bestätige, würde dies die Grenzen zwischen Tier- und Pflanzenreich verwischen, berichtet labt.de.

Die Idee der „Pawlow’sche Pflanzen“ wurde inspiriert durch das berühmte Experiment des russischen Nobelpreisträgers Iwan Pawlow: Der „Pawlow’sche Hund“ konnte mit einem falschen Signal, einem Glockenton, zu Speichelfluss angeregt werden, auch wenn ihm kein Futter präsentiert wurde. Das wurde „klassische Konditionierung“ genannt. Dadurch wurde eine vorhergehende Koppelung des korrekten Signals (Futter) und des falschen Signals (Glockenton) erreicht. Gruntman und Tielbörger gehen davon aus, dass Pflanzen sich in ihrem Verhalten gar nicht grundlegend von Tieren unterscheiden.

„Wir sind der Meinung, dass Pflanzen keineswegs nur passive grüne Wesen sind, sondern genau, wie Tiere ein Verhalten aufweisen können“, sagt Michal Gruntman. Hierzu testeten die Wissenschaftler in eine Experiment, ob sich Pflanzen ebenso mit falschen Signalen konditionieren ließen, wie das beim „Pawlow’schen Hund“ praktiziert wurde.

Hierzu wollen sie beispielsweise bei der fleischfressenden Venusfliegenfalle und der Mimose schnelle Blattbewegungen durch Reize auslösen, die nichts mit Futter oder Gefahr zu tun haben.

Die bei „Experiment!“ – eines von der Volkswagenstiftung unterstütztes Projekt – eingereichten Ideen sollen etabliertes Wissen herausfordern – ein Scheitern der innovativen Vorhaben ist ausdrücklich erlaubt. Und die Tübinger Forscher sind bereits zum zweiten Mal in dieser hochkompetitiven Ausschreibung erfolgreich gewesen. (vm)

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