Sternschnuppenfreunde fiebern „Wochenende der Meteore“ entgegen

Epoch Times10. August 2018 Aktualisiert: 10. August 2018 10:42
Nur zwei Wochen nach der längsten totalen Mondfinsternis des Jahrhunderts freuen sich Himmelsgucker am Wochenende auf einen weiteren Höhepunkt des astronomisches Jahres: Der alljährliche Sternschnuppenstrom der Perseiden verspricht in den kommenden Nächten einen wahren Meteorregen über Deutschland.

Am Samstag ist Neumond – und das ist eine gute Nachricht für Sternschnuppenjäger. Es bedeutet, dass bei wolkenfreiem Nachthimmel am Wochenende deutlich mehr Perseidenmeteore zu sehen sein werden als im Vorjahr.- Diesmal wird kein Mondlicht die Beobachtung der August-Sternschnuppen stören, wie das Heidelberger Haus der Astronomie und die Vereinigung der Sternfreunde im Vorfeld mitteilten.

Fachleute rechnen beim Höhepunkt des Meteorschauers in der Nacht zum Montag mit bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde. Ein realistischer Durchschnittswert dürfte aber bei rund 60 Meteoren liegen – also etwa einer Sternschnuppe pro Minute.

Bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde – ohne störendes Mondlicht

Die beste Beobachtungszeit für die Sommermeteore sind der späte Sonntagabend und der frühe Montagmorgen. Doch auch vor dem Perseiden-Maximum lohnt sich bereits ein Blick zum Nachthimmel: Bereits in den Nächten zum Samstag und zum Sonntag dürften viele Meteore über das Firmament flitzen. Manche Beobachter werden sich dann nach altem Brauch eingeladen fühlen, der Sternschnuppe einen geheimen Wunsch anzuvertrauen.

Zu sehen sind die Sommermeteore freilich nur bei wolkenfreiem Himmel. Laut Deutschen Wetterdienst soll es in den Nächten ab Freitagabend tatsächlich vielerorts nur gering bewölkt oder sogar klar sein. Eher wolkenverhangenen Himmel erwarten die Wetterfrösche allerdings in der Nacht zum Samstag in der Nordseeregion, in der Nacht zum Sonntag im Norden Deutschlands und in der Nacht zum Montag im Westen und Nordwesten.

Den Blick stur gen Perseus richten

Ihren Namen haben die Sommermeteore vom Sternbild Perseus. Dort liegt ihr Radiant, wie Astronomen den scheinbaren Ausgangspunkt von Meteorströmen nennen. In Wahrheit kommen die Perseiden aber aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf seiner Bahn kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Reise um unser Zentralgestirn zurückließ.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses etwa alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nicht einmal stecknadelkopfgroßen Partikel mit fast 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein – also mit nahezu 216.000 Stundenkilometern. In einer Höhe von 80 bis hundert Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Die größeren Meteore leuchten beim Verglühen in der Erdatmosphäre so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die sogenannten Feuerkugeln oder Boliden. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Licht aus, Liegestuhl und Laurentiustränen

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht – ein Liegestuhl oder eine Isomatte und eine gute Rundumsicht reichen aus. Zum Fotografieren empfiehlt sich ein dunkler Platz, fernab künstlicher Belichtung, und ein Weitwinkelobjektiv.

Im Volksmund heißen die Augustmeteore auch „Laurentiustränen“. Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither soll es der Legende zufolge an diesem Tag stets feurige Tränen vom Himmel geregnet haben. (afp/ts)

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