Die zwei Seiten der Tesla-Medaille: Model X unschlagbarer Elektro-SUV – Tesla Model 3 verliert Kaufempfehlung

Epoch Times22. Februar 2019 Aktualisiert: 22. Februar 2019 15:57
Nach dem Tesla Roadster und dem luxuriösen Model S eroberte Tesla mit dem Model X auch den SUV-Markt. Während der Elektro-SUV der Konkurrenz davon fährt, kämpft das Model 3 gleich mit mehreren Problemen. Vom "E-Auto für die Massen" ist Elon Musk mit dem Model 3 noch weit entfernt.

Teslas Model 3 sollte das „E-Auto für die Massen werden.“ Nach einer erfolgversprechenden Vorstellung und Hunderttausenden Vorbestellungen binnen Stunden, verzögerte sich die Auslieferung der ersten Fahrzeuge jedoch mehrfach. Und auch nach Beginn der Auslieferung ist das Model 3 kein Volkswagen. Das US-amerikanische Verbrauchermagazin „Consumer Reports“ zog zudem seine Kaufempfehlung für den Massen-Tesla zurück.

Nach weniger als einem Jahr fällt dem Model 3 ein wichtiger Multiplikator weg. Wer auf der Suche nach einem neuen E-Auto ist, wird sich demnach zweimal überlegen, ob er den billigen Tesla kauft. Als Begründung für diesen Schritt gab das einflussreiche Verbrauchermagazin die Auswertung des Feedbacks und der Datenerhebung von 470.000 Tesla Model 3. Am häufigsten wurden dabei lose Karosserieteile und defekte Scheiben bemängelt.

Tesla schon häufiger in Kritik

Der Entzug der Kaufempfehlung nach weniger als einem Jahr bringt auch Teslas Aktien ins Wanken. Die Welt schrieb dazu: „Die Empfehlungen von ‚Consumer Reports‘ werden in den USA stark beachtet und sind bei Herstellern entsprechend begehrt, an Tesla übten die Prüfer aber schon häufiger Kritik.“

Nach anfänglichen Problemen mit zu geringer Bremsleistung und anderen Mängeln, wegen denen „Consumer Reports“ vom Kauf eines Model 3 abriet, wurden diese Mängel mit einer Aktualisierung der Fahrzeug-Software im Mai 2018 behoben. Daraufhin revidierte Consumer Reports seine Meinung und empfahl den Kauf des für den Massenmarkt gedachten Teslas.

Auch der Handelsstreit zwischen den USA und China macht dem Model 3 zu schaffen. Da der Bordcomputer aus der Volksrepublik stammt, kam es immer wieder zu Lieferverzögerungen. Letztendlich ist aber auch das Model 3 kein günstiges Auto. Mit mindestens 55.000 Euro (80.000 Euro für das Spitzenmodell) für ein neues Model 3 fährt der Tesla preislich schon am oberen Ende der Mittelklasse.

Probleme im Massenmarkt, unschlagbar im Luxus-Segment

Während Teslas Model 3 nicht in Fahrt kommt, lässt das Model X die Konkurrenz wortwörtlich auf der Strecke. Der luxuriöse Elektro-SUV gewinnt gegen Audi e-tron und Jaguar i-Pace sowohl bezüglich Performance als auch Reichweite. Zudem ist die Fahrt im Model X deutlich günstiger als in den anderen beiden Modellen. Die Fahrt im Jaguar i-Pace und Audi e-tron ist sogar teurer als in einem vergleichbaren Diesel-SUV!

Im Vergleichstest von efahrer.com überzeugt der Luxus-SUV (Basispreis 115.000 Euro, Top-Ausstattung 182.580 Euro) in allen Kategorien. Die Elektroauto-Vermietung nextmove testete ein Tesla Model X 90D mit 90 kWh-Akku, ein Vorserienmodell des Audi e-tron mit 95 kWh-Akku und ein Jaguar i-Pace mit 90 kWh-Akku unter Alltagsbedingungen. Bei 8 °Celsius Außentemperatur führte die Testfahrt die drei Stromer von München nach Landshut und zurück – zweimal 87 Kilometer Autobahn, Durchschnittsgeschwindigkeit 120 km/h, Höchstgeschwindigkeit 130 km/h. Die Klimaanlage war in allen drei Fahrzeugen auf 20 °Celsius eingestellt.

Bereits im direkten Vergleich hat Tesla deutlich die Nase vorn. Das Model weist nicht nur den geringsten Luftwiderstandsbeiwert auf (cW-Wert = 0,25), sondern auch den geringsten Stromverbrauch. Unter den genannten Bedingungen verbrauchte der Tesla 24,8 kWh/100 km. Der Audi e-tron (cW-Wert= 0,27; 30,5 kWh/100 km) verbrauchte rund 23 Prozent mehr als der Tesla, der Jaguar i-Pace (cW-Wert = 0,29; 31,3 kWh/100 km) verbrauchte sogar 26 Prozent mehr.

Bezüglich der Genauigkeit der Messwerte schreibt efahrer.com: „Alle Verbrauchswerte sind Bordcomputer-Werte, die mit den Reichweiten-Anzeigen auf Plausibilität gecheckt wurden. Ein Messfehler im einstelligen Prozentbereich ist möglich, die Unterschiede zwischen den Autos sind aber erheblich größer.“

Auf lange Sicht teurer als Diesel-SUV

Laut Testergebnissen fährt der Tesla voll geladen 339 Kilometer weit und damit 65 km weiter als der Audi, der nach 274 km stehen bleibt. Bereits zwei Kilometer eher bleibt der Jaguar stehen. Da alle neuen Tesla Model X bereits mit 100-kWh-Akku geliefert wird, steigt der Vorsprung des Teslas weiter.

Der höhere Verbrauch des Audis und Jaguars spiegelt sich auch in höheren Betriebskosten nieder. Als Tesla-Besitzer lädt man bei Neukauf an den firmeneigenen Superchargern einige Monate kostenlos. Audi-Fahrer zahlen unter Berücksichtigung der Markteinführungsangebote an Ionity-Stationen etwa 3,66 €/100 km und Jaguar-Nutzer 4,07 €/100 km. Mit den Elektro-SUVs von Audi oder Jaguar fährt man anfangs deutlich günstiger als mit einem vergleichbaren Diesel-SUV.

Nach Auslaufen der Einstiegsangebote zahlen Tesla-Kunden an Superchargern durchschnittlich 0,27 €/kWh, Audi- und Jaguar-Fahrer zahlen an Ionity-Ladepunkten ca. 0,33 €/kWh. Daraus ergeben sich Kosten von 6,70 €/100 km für Tesla-Fahrer, beziehungsweise 10,06 €/100 km und 10,32 €/100 km für Audi und Jaguar. Letztgenannte sind damit teurer als ein vergleichbares Diesel-Fahrzeug.

Vorsprung durch Technik aufseiten von Tesla

Auf der Langstrecke würde der Audi dem Tesla einholen, denn der Ladevorgang des e-tron ist schneller als der des Model X, sodass beide Fahrzeuge etwa zehneinhalb Stunden für 1000 Kilometer benötigen. Das Problem ist jedoch, dass es bisher kaum Ladestationen gibt, an denen der e-tron diesen Vorteil ausnutzen kann. Ein neuerer Tesla mit 100-kWh-Akku würde dem Audi deutlich davon fahren.

Die Tester von efahrer.com kommen zu dem Fazit: „In Bezug auf die Effizienz fährt Tesla im Segment der Premium-SUVs derzeit in seiner eigenen Klasse. Signifikant niedrigerer Verbrauch, kürzere Gesamtfahrzeiten auf normalen Strecken, zu langfristig halben Stromkosten sprechen derzeit klar für Tesla.“ Außerdem bietet der Tesla bis zu sieben Personen Platz, fährt 250 km/h statt 200 km/h (Audi) und sprintet dank 30% höherer Gesamtleistung schneller auf 100 km/h. Ein aggressiver Fahrstil führt jedoch bei allen Modellen zu deutlichen Reichweiteneinbußen.

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