Weltgrößter Elektro-LKW erzeugt mehr Strom, als er verbraucht

Epoch Times24. August 2019 Aktualisiert: 22. August 2019 18:11
Ein Perpetuum Mobile mit 65 Tonnen Zuladung? Nein, dieser Elektro-LKW ist kein physikalischer Widerspruch, sein Einsatzgebiet in einer Schweizer Mine ermöglicht jedoch die Stromerzeugung dank Schwerkraft.

Mit 123 Tonnen ist dieser Elektro-LKW das wohl größte Batterie-elektrische Fahrzeug der Welt. Wie alle E-Autos hat auch der, offiziell Komatsu eDumper genannte, Muldenkipper eine begrenzte Reichweite. Aufgrund seines Einsatzgebietes in einer Schweizer Kalk-Mine muss der Truck jedoch nie extern geladen werden.

Voll beladen transportiert der LKW 65 Tonnen Kalk und Mergel aus der Mine zu einem festen Transportsystem. Die Energierückgewinnung beim Bremsen des LKWs ist gewaltig und wird in herkömmlichen Lithiumbatterien gespeichert. Der Akku ermöglicht zudem die Rückfahrt zur Mine ohne externe Stromquelle.

Ein Perpetuum Mobile mit 65 Tonnen Zuladung?

Nein, der eDumper ist kein physikalischer Widerspruch. Der Trick hinter dem Stromüberschuss ist die geographische Lage der Mine. 20 mal am Tag absolviert der Kipper die Fahrt zwischen der höher gelegenen Mine und dem Transportsystem im Tal.

Von der Talstation muss der grüne Elektro-LKW die Anfahrt zur Mine aus eigener Kraft zurücklegen. Die Energie dafür bezieht er aus seiner 700-kWh-Batterie. Die Batterie allein wiegt acht Tonnen und kann mehr Energie speichern als sechs top-ausgestattete Tesla Model S. Im Gegensatz zum Tesla muss der LKW jedoch nicht an die Steckdose. Geladen wird auf der Rückfahrt ins Tal.

Auf der Rückfahrt – beladen mit 65 Tonnen Gestein – muss der LKW die meiste Zeit bremsen, um nicht übers Ziel hinauszuschießen. Die Rekuperation der Bremsenergie in elektrischen Großfahrzeugen erzeugt enorm hohe Ladeströme, die in diesem Fall in die Batterie eingespeist werden.

Dank Schwerkraft 80.000 Liter Diesel gespart

Mit mehr als dem doppelten Gewicht erzeugt der Muldenkipper auf Talfahrt etwa 200 kWh mehr, als er für die Bergfahrt benötigt. Die überschüssige Energie speist die Bergbaugesellschaft ins öffentliche Stromnetz ein. Im Jahr summiert sich die Einspeisung auf 77 MWh.

Ein vergleichbarer Muldenkipper verbraucht zwischen 40.000 und 80.000 Liter Diesel, jährlich. Solange die Mine in der Schweiz genug Gestein zum Beladen findet – und damit genügend potentielle Energie auf den LKW laden kann – braucht der grüne Monster-LKW nicht einen einzigen Tropfen chemischer Energie. Der Schweizer eDumper spart damit jährlich etwa 130 Tonnen CO2 gegenüber einem normalen Muldenkipper. (ts)

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