Satellit Tess hilft bei der Suche nach bewohnbaren Exoplaneten

Epoch Times19. April 2018 Aktualisiert: 19. April 2018 14:02
Die US-Raumfahrtbehörde Nasa hat am Mittwoch einen Satelliten ins All befördert, der nach neuen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems Ausschau halten soll. Eine Falcon-9-Trägerrakete des privaten Unternehmens SpaceX hob mit dem Tess-Satelliten vom Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral ab.

Gibt es außerhalb unseres Sonnensystems bewohnbare Planeten? Bei der Beantwortung dieser Frage soll nun ein Forschungssatellit namens Tess helfen. Den 273 Mio. Euro teuren Satellite schickte die US-Raumfahrtbehörde NASA am Mittwoch (Ortszeit) von Cape Canaveral aus ins All. Er soll in den kommenden zwei Jahren mit seinen hochsensiblen Kameras mehr als 200.000 der hellsten Sterne nach Anzeichen für kreuzende Planeten absuchen.

Eine Falcon-9-Trägerrakete des privaten Unternehmens SpaceX hob um 18.51 Uhr (00.51 Uhr MESZ) mit dem Transiting Exoplanet Survey Satellite (Tess) vom Raumfahrtbahnhof Cape Canaveral in Florida ab. Knapp zehn Minuten nach dem Start landete die erste Stufe der Rakete aufrecht auf einem unbemannten Schiff im Atlantik. Der ursprünglich für die Nacht zum Dienstag (MESZ) geplante Start war kurzfristig verschoben worden, um das Tess-Navigationssystem noch einmal zu überprüfen.

Tess benötigt nun erst einmal zwei Monate, um in die richtige Umlaufbahn zu kommen. Erste wissenschaftliche Daten soll das Gerät von der Größe einer Waschmaschine im Juli liefern. In den kommenden zwei Jahren soll Tess mehr als 200.000 der hellsten Sterne nach Anzeichen für kreuzende Planeten absuchen. Eine vorübergehende Helligkeitsabnahme gilt als Hinweis auf einen Planeten.

„Die vier Kameras von Tess sind winzig, aber stark“, sagte die am Bau von Tess beteiligte Forscherin Natalia Guerrero vom renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) nach dem Start in einem Interview mit dem hauseigenen Sender der NASA.

Die NASA rechnet damit, dass Tess rund 20.000 sogenannte Exoplaneten – Planeten außerhalb unseres Sonnensystems – aufspürt. Darunter etwa 50 Planeten von der Größe der Erde, auf denen es möglicherweise Leben geben könnte. Bei der neuen Mission liegt der Schwerpunkt auf „nahegelegenen“ Exoplaneten. Planeten die zwischen 30 und 300 Lichtjahre von der Erde entfernt sind.

Anhand der Daten, die Tess liefert, sollen Teleskope auf der Erde und im All nach weiteren Hinweisen auf bewohnbare Planeten suchen. Dabei spielt unter anderem die Entfernung eines Planeten zu seiner Sonne eine Rolle. Damit das Vorkommen von flüssigem Wasser möglich ist, darf der Planet weder zu nah noch zu weit entfernt um die Sonne kreisen.

Tess ist als Nachfolger des Weltraumteleskops Kepler konzipiert. Kepler wurde 2009 ins All befördert und wies nach dem gleichen Grundprinzip wie bei Tess bereits rund 2300 Exoplaneten nach. Seine Lebensdauer nähert sich dem Ende.

Die Kepler-Mission habe gezeigt, „dass Planeten überall sind und das es alle möglichen Planeten da draußen gibt“, erklärte die Leiterin des Tess-Gastforscherprogramms, Patricia Boyd. Bei Tess gehe es nun um „den nächsten Schritt“, möglichst nahegelegene Exoplaneten aufzuspüren.

Der hochrangige Nasa-Vertreter Thomas Zurbuchen zeigte sich erfreut, dass Tess nun auf dem Weg sei, „um uns zu helfen, Welten zu entdecken, die wir uns erst noch vorstellen müssen. Welten, die möglicherweise bewohnbar sind oder Leben beherbergen“. Ergänzend zu Tess will die Nasa 2020 das Weltraumteleskop James Webb ins All schicken, das hundert Mal sensibler als sein Vorgänger Hubble ist. (yb/gt/ts)

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