Beauty and the Beak: Die erste Schnabel-Prothese aus dem 3D-Drucker

Epoch Times4. Juni 2018 Aktualisiert: 2. Juni 2018 8:19
Beauty, ein Weißkopfseeadler, wurde 2005 von einem Jäger angeschossen und verlor fast die komplette obere Hälfte ihres Schnabels. Unfähig selbst zu jagen, zu essen oder sich zu putzen, kämpfte sie ums Überleben. Doch ein Team aus Biologen, Ingenieuren und einem Zahnarzt gab Beauty nicht auf

Nachdem ein Jäger diesem Adler fast das Gesicht weg geschossen hatte, verlor sie ein Teil ihres Schnabels und kämpfte um ihr Überleben. Ohne ihren Schnabel konnte sie weder essen noch trinken, geschweige denn selbstständig jagen.

Die Biologin Janie Veltkamp von der Tierschutzorganisation „Birds of Prey Northwest“ fand den Adler in der Nähe von Coeur d’Alene in Idaho, USA und brachte ihn in die Einrichtung. Erst dort erkannten die Tierschützer das ganze Ausmaß der Verletzung. Die Oberseite ihres Schnabels fehlte fast komplett, nur ein kleiner Teil auf der linken Seite war noch vorhanden. Allein in der Wildnis hätte sie wohl kaum länger als ein paar Tage gelebt.

Janie erkundigte sich umgehend bei Kollegen und Experten, doch viele meinten, es wäre wohl das Beste, Beauty einzuschläfern – ihr Schnabel sei nicht mehr zu retten. Aber trotz unzähliger Rückschläge gab Janie den Adler nicht auf. Sie wollte ihr unbedingt helfen.

Beautys Schnabel schien für immer verloren

Zuerst fütterte das Team von Birds of Prey Beauty flüssige Nahrung mittels Spritze – in der Hoffnung, sie würde sich erholen, wieder zu Kräften kommen und ihr Schnabel würde von selbst wieder nachwachsen. Vergeblich.

Doch auch in dieser Hoffnungslosigkeit wollte Janie nicht aufgeben. In einem letzten Versuch scharrte sie ein interdisziplinäres Team um sich, um Beauty zu helfen. Sie selbst führte das Team aus Biologen, einem Ingenieure, mehreren Tierärzten und einen Zahnarzt. Ihr erklärtes Ziel war ein Ersatz-Schnabel für den majestätischen Greifvogel.

Die Lösung war denkbar einfach, das Team wollte einen neuen Schnabel für Beauty drucken. Mithilfe von 3D-Software konstruierten und fertigten sie eine originalgetreue Schnabel-Prothese.

In einer zweistündigen Operation schafften sie es Beauty ihre verloren gegangene Freiheit wiederzugeben. Es war nicht einfach, denn obwohl maßangefertigt, passte die Prothese nicht auf Beauty Schnabel-Stumpf. Nach weiteren Anpassungen schaffte es das Team doch noch, Beauty ihren jetzt passenden Schnabel anzukleben.

OP erfolgreich – Schnabel wieder funktionsfähig

Dank unzähliger (Über-)Stunden kann Beauty endlich wieder selbstständig essen, trinken und sich putzen. Doch in die Freiheit konnte sie noch nicht entlassen werden, ihr neuer Schnabel hielt, trotz Metallstift im Inneren, nicht so fest wie gehofft.

Obwohl Beauty noch nicht wieder in die Natur zurückkehren konnte, hat sie sich ausgezeichnet erholt und  – entgegen aller Erwartungen – fing ihr Schnabel an nachzuwachsen. Nach einiger Zeit war soviel nachgewachsen, dass sogar die Prothese abfiel.

Auch wenn Beauty nach wie vor bei Birds of Prey Northwest lebt, genießt sie ihr Leben in vollen Zügen. Ihr nachgewachsene Schnabelstumpf ermöglicht es ihr selbstständig zu essen oder sich, nach einem kurzen Flug auf einen der Baumstämme in ihrer Voliere, zu putzen.

Beauty ist und bleibt ein ganz besonderer Vogel – und eine Erinnerung, dass Schönheit in allen Formen und Größen existiert. Ihre Geschichte zeigt eindrucksvoll, wie grausam Menschen sein können und wie viel Mitgefühl sie zeigen können.

Ihre Schnabel-Prothese ist ein Meilenstein und die Erkenntnisse haben bereits unzähligen anderen Tieren geholfen. Finanziell erhielt die Tierschutzorganisation viel Unterstützung, nachdem Beautys Geschichte bekannt geworden ist und andererseits wurde die Technik auch auf andere Spezies übertragen – inklusive Schildkröten, Elefanten und Menschen.

Mehr über Beauty und ihren neuen Schnabel im Video:

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