Privatzoo, Garten, Wohnung: Mehr als doppelt so viele Tiger in Gefangenschaft als in der Natur

Epoch Times26. Juni 2018 Aktualisiert: 26. Juni 2018 9:58
"In einigen Staaten der USA ist es einfacher einen Tiger zu kaufen, als einen Hund zu adoptieren." Allein in den USA leben über 7.000 Tiger in Hinterhöfen und privaten Zoos - nur 6 Prozent der Tiere sind in geprüften Einrichtungen untergebracht.

Obwohl die Zahl der wild lebenden Tiger in den letzten Jahren erstmal wieder angestiegen ist, leben nur knapp 4.000 Tiger in der freien Natur. Weltweit leben hingegen mehr als doppelt so viele Tiere in Gefangenschaft. Sie leben in Zoos, Zirkussen oder als „Hauskatzen“ in Gärten und Hinterhöfen oder direkt in der Wohnung. Allein in den USA wird die Zahl der Tiger auf über 7.000 geschätzt.

Der illegale Handel mit exotischen Tieren boomt

Weltweit gibt es unzählige Organisationen zum Schutz der bedrohten Großkatzen gibt. Doch gerade weil es so viele gibt, kann keiner sagen, wie viele Tiger genau in der Wildnis leben; wann sie geboren werden oder sterben – und was mit ihnen passiert, wenn sie gestorben sind. Der illegale Handel der Tiere und ihrer Teile (Fell, Schädel, Knochen) stellt weiterhin die größte Bedrohung der majestätischen Großkatzen dar.

Schätzungen zufolge gibt es nur etwa 3.980 frei lebenden Tiger – weltweit – und laut einem Bericht des WWF ist es „in einigen Staaten der USA einfacher einen Tiger zu kaufen, als einen Hund aus dem Tierheim zu adoptieren.“

Während es in vielen Ländern verboten ist, Großkatzen oder andere exotische Tiere als Haustiere zu halten, ist es in vielen Gebieten der USA erlaubt. Die Tierhalter müssen dies nicht einmal den Behörden oder ihren Nachbarn mitteilen. Aufgrund dieser Regelungen ist auch die Anzahl der in Gefangenschaft lebenden Tiger nur eine Schätzung.

Privatzoo, Garten, Wohnung – nur 6 % aller Tiger leben in geprüften Einrichtungen

Schlimmer wiegt jedoch, dass mangels Meldepflicht auch die Lebensbedingungen der Tiere nicht geprüft werden können. Nur ca. 6 Prozent aller Tiger in den USA leben in Einrichtungen, die durch die US-Behörde für Zoos und Aquarien geprüft sind. Die anderen Tiere leben unter anderem in privaten Zoos, in Gärten und Hinterhöfen oder schlicht in der Wohnung der Besitzer.

Dass das Zusammenleben von Mensch und Tier nicht in allen Fällen reibungslos abläuft, beweisen verschiedene Vorkommnisse in den letzten Jahren. 2001 musste in Texas nach mehreren Zwischenfällen ein Gesetz erlassen werden, dass Besitzer von Großkatzen dazu zwingt, ihre Tiere offiziell zu registrieren. Die Möglichkeiten, sie weiterhin als Haustiere zu halten, wurden jedoch nicht eingeschränkt.

Ein weiterer Vorfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich 2011 in Zanesville, Ohio. Nachdem der Besitzer mehrerer exotischer Tiere sie einfach im Stadtgebiet freigelassen hat, mussten 18 Tiger und andere Tiere erschossen werden, um die Bewohner nicht zu gefährden.

Mehrere Hundert Zwischenfälle und mindestens 23 Tote

Insgesamt gab es seit 1990 „mehrere Hundert gefährliche Zwischenfälle mit Großkatzen in den USA“, sagte Debbie Leathy. Sie ist die Managerin für den Schutz in Gefangenschaft lebender Wildtiere der Humane Society der USA. „Vier Kinder haben ihr Leben und dutzende andere haben Gliedmaßen verloren und/oder teils traumatische Verletzungen erlitten. 19 Erwachsen wurden von Großkatzen getötet.“

Weiter sagte sie, dass „viele Großkatzen in Gefangenschaft unter unwürdigen Bedingungen gehalten werden. Sie stellen eine Gefahr für die Gemeinschaft dar, sind eine Herausforderung für die Polizisten und Tierreservate und schaden dem Artenschutz.“

Wer dagegen protestiert, dass Tiere nicht in den Zirkus gehören, sollte sie auch nicht als Kuschelkätzchen oder Statussymbol zu Hause halten oder sie wegen ihren Trophäen jagen.

Obwohl es sicherlich niedlich ist, ein Tiger- oder Löwenbaby als Haustier zu haben, gehören diese majestätischen Raubkatzen in die Natur und ihr Lebensraum geschützt. Wenn nicht, werden wir unseren Kindern und Enkeln irgendwann in naher Zukunft nur noch Bilder von Tigern und Löwen zeigen können. (ts)

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN