Riesenschnecken erobern den Westen Kubas – Gefahr für Mensch und Tier

Epoch Times2. Oktober 2019 Aktualisiert: 2. Oktober 2019 12:22
Sie sind bis 20 Zentimeter lang und kommen ursprünglich aus Afrika: die Afrikanischen Riesenschnecken oder Achatschnecken (Achatinidae). Außerhalb von Afrika haben sie jedoch keine Fressfeinde, das musste zuletzt auch Kuba erfahren, wo Behörden an einem Verteidigungsplan gegen die Tiere arbeiten.

Es ist eine Plage wortwörtlich großen Ausmaßes, die Achat- oder Riesenschnecken breiten sich in Kuba aus. Die bis zu 20 Zentimeter langen Tiere kamen 2014 aus bislang unbekannten Gründen auf die Insel und breiten sich dank der Abwesenheit von Fressfeinden rasant aus. Behörden arbeiten nun an einem Verteidigungsplan gegen die Plage.

Wurden vor fünf Jahren nur vereinzelte Exemplare der Großen Achatschnecke Achatina fulica gesichtet, haben sich die Tiere bis heute in allen Provinzen verbreitet. Typisches Erkennungszeichen ist ihr schillerndes, gestreiftes Gehäuse auf einem hell- bis dunkelbraunen Weichkörper.

Invasive Art und gesundheitsgefährdend für den Menschen

Besonders im Westen des Landes kämpfen die Behörden gegen die Schneckenplage. Bewohner der Gemeinden San Antonio de los Baños, Güira de Melena sowie Alquízar sind dazu aufgerufen, sie einzusammeln und zu töten – nach Möglichkeit jedoch nicht mit bloßen Händen.

Obwohl die Tiere auch in Europa wegen ihrer Zutraulichkeit beliebte Haustiere sind, zählen sie in Kuba als gesundheitsgefährdend. Einerseits befürchten Biologen, dass sich die Schnecke weiter rasant ausbreiten wird, andererseits zählt sie als „Zwischenwirt des Ratten-Lungenwurms (Angiostrongylus cantonensis), der beim Menschen eosinophile Meningoencephalitis hervorrufen kann, eine Hirnhautentzündung mit manchmal tödlichem Ende“, schreibt Kubakunde unter Berufung auf einheimische Quellen.

Dieser Parasit existiert in Kuba seit Jahrzehnten und wurde bisher vor allem durch einheimische Weichtierarten übertragen. Mit der Ausbreitung der Riesenschnecken befürchten Wissenschaftler einen Anstieg der Infektion.

Riesenschnecken gefährden jedoch nicht nur einheimische Arten und Menschen. Um ihren Kalkbedarf zu decken, fressen sie jedoch mitunter auch den Putz von den Häusern. Auf Hawaii, wo die Schnecke ebenfalls eingeschleppt wurde, ist zudem bereits ein Mann durch die Riesenschnecke gestorben. Er erlag den Folgen der Infektion, nachdem er eine rohe Riesenschnecke verzehrt hatte. (ts)

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