Ungewöhnliches Haustier: Mann entdeckt Elch-Waise im Garten. Jetzt besucht sie ihn jeden Tag

Epoch Times5. Oktober 2018 Aktualisiert: 5. Oktober 2018 7:18
Es war definitiv keine Liebe auf den ersten Blick, aber das Elch-Kalb war schlicht zu schwach, um davonzulaufen. Weder die Behörden noch seine Freunde konnten, oder wollten, ihm helfen. Trotzdem erholte "Emma" sich prächtig und kommt ihn jeden Tag besuchen, bald vielleicht sogar mit ihrer neuen Familie.

Eines Tages entdeckte Erikas Plucas auf dem Heimweg eine ungewöhnliche Gestalt an seinem Gartenzaun: Eine junge Elchkuh, kaum älter als zwei Wochen. Fasziniert und erschrocken zugleich stellte er fest, dass der Elch in schlechtem Zustand war. Als das Tier ihn erblickte, war es zu schwach, um zu fliehen und Erikas erkannte, dass der Elch dringend Hilfe benötigte.

„Die erste Vision, die ich von ihr hatte, war herzzerreißend. Sie war hungrig, schmutzig, traurig, ihr Fell war von Fliegen befallen, und sie war verängstigt, als sie mich zum ersten Mal sah, aber sie war zu schwach, um wegzulaufen, sogar um aufzustehen“, sagte Erikas gegenüber The Dodo.

Angesichts des erbärmlichen Zustands des Tieres vertrat Erikas die Ansicht, dass es wahrscheinlich von seiner Mutter verlassen wurde oder dass sie von Jägern getötet wurde und ihr Kalb flüchtete. Dann beschloss er, den jungen Elch aufzunehmen und sich um sie zu kümmern.

Keine Hilfe für den jungen Elch von Behörden oder Freunden

Nachdem er den Elch in sein Haus getragen hatte, kontaktierte er umgehend die Tierschutzbehörden. Es hieß, man werde jemand vorbeischicken. Während er also auf die Beamten wartete, versuchte er das Kalb immer wieder zu füttern. Erikas war dabei klar, dass ihr Überleben davon abhing, ob sie Nahrung annahm oder nicht.

In der Zwischenzeit fragte er auch seine Familie und Freunde um Rat, doch alles, was er zu hören bekam, war alles andere als hilfreich. Er hätte sie nie mit ins Haus nehmen sollen. Er wäre wahnsinnig und es wäre besser, der Natur ihren Lauf zu lassen. Erikas wusste, dass das jedoch ihren sicheren Tod bedeuten würde, was für ihn nicht infrage käme.

Am nächsten Tag standen die Tierschützer vor seiner Haustür, doch auch sie konnten ihm nicht helfen. In Litauen gibt es keine Organisation, die sich mit der Pflege und Aufzucht von Wildtieren beschäftigt. Ihr einziger Rat war, die junge Elchkuh den lokalen Jägern zu übergeben, sodass sie sich um sie kümmern können.

Aber Erikas vermutete, dass die Jäger sie einfach in den Wald bringen würden und sie dort jämmerlich sterben würde. Diese Vermutung bestätigten die Offiziellen, woraufhin Erikas sie überzeugte, dass der junge Elch bei ihm besser aufgehoben sei. Die Beamten stimmten zu. Erikas gab der Elchkuh den Namen „Emma“ und war ab sofort offiziell Elch-Papa.

Der Beginn einer ungewöhnlichen Freundschaft

Nachdem Emma nun Teil seiner Familie war, kümmerte Erikas sich um sie, wie um seine eigenen Kinder. In den ersten Wochen fütterte er sie alle vier Stunden und damit sie nachts nicht so einsam war, schlief Erikas neben ihr, um sie im Zweifelsfall zu trösten. Schließlich gewann Emma wieder an Kraft und Energie und war bereit für den nächsten Schritt.

In der Hoffnung, Emma langfristig wieder in die Natur entlassen zu können, nahm Erikas sie regelmäßig mit auf Spaziergänge im Wald. Dadurch konnte sie sich langsam wieder an ihre natürliche Umgebung gewöhnen und ab und zu andere Wildtiere sehen.

Und dann war es soweit. Emma war so groß und kräftig, dass sie allein die Natur erkundete. Zuerst kam sie jeden Abend zurück, doch eines Tages blieb sie auch über Nacht fort. Die junge Elchkuh ist erwachsen geworden.

„Ich erinnere mich an die ersten Nächte, in denen sie nicht nach Hause kam. Ich habe kaum geschlafen. Aber sie wurde erwachsen, ich musste mich daran gewöhnen. Schließlich war es von Anfang an mein Ziel“, sagt der junge Mann.

Eine Freundschaft fürs Leben

Der aus Litauen stammende Erikas lebte schon immer inmitten von Tieren. Er genießt die Natur und die schier endlosen Weiten, was ihm genügend Platz gibt, sich um seine vielen Tiere zu kümmern. Katzen, Hunde, Kaninchen, Pferde und sogar eine Schlange leben bei ihm.

Aber das ungewöhnlichste Haustier, das Erikas je in den Armen gehalten hat, heißt Emma. Mit der Elchkuh verbindet ihn seit zwei Jahren eine außergewöhnliche Freundschaft.

Emma gelang es schließlich, sich an die Tierwelt anzupassen und dem menschlichen Kontakt zu entkommen. Trotzdem kommt sie jeden Tag zurück, um die Person zu besuchen, die sie gerettet hat, um mit ihm zu spielen und ihre Dankbarkeit zu zeigen.

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„Mit mir ist sie süß und liebevoll. Sie ist bei unseren Spielen sehr vorsichtig, um mich nicht zu verletzen“, sagt der Erikas. Auch mit den Jägern der Gegend hat er sich getroffen und sie über die besondere Situation informiert. Die Jäger stimmten zu Emma nicht zu erschießen, wenn sie sie während einer Jagd sehen.

Dank Erikas‘ Freundlichkeit und Mitgefühl ist Emma heute ein großartiger und gesunder Elch, der gerne durch die litauischen Wälder streift. Und, so Erikas, kommt sie ihn vielleicht bald mit ihrer eigenen Elch-Familie besuchen. Er glaubt, dass Emma trächtig ist.

„Ich bin ihr Freund, und sie ist meine“, sagte Erikas abschließend. „Manchmal frage ich mich, ob ich sie gerettet habe, oder andersherum?“

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