Vier Monate lebte diese Hündin unter dem Küchentisch – dann taute sie plötzlich auf

Epoch Times18. Mai 2018 Aktualisiert: 23. Mai 2018 9:03
Während manche Hunde von klein auf neugierig sind und alles beschnuppern müssen, war diese Hündin das genaue Gegenteil. Erst traute sie sich überhaupt nicht aus ihrer Box, dann lebte sie vier Monate unter dem Küchentisch - bis an einem besonders heißen Tag wortwörtlich das Eis brach ...

Wenn ein geliebtes Haustier stirbt, hinterlässt es eine tiefe Lücke. Das musste auch eine Leserin aus Kiel erfahren, als plötzlich einer ihrer geliebten Hunde verstarb und ein Platz in ihrer Wohnung frei wurde.

Damit ihre zweite Hündin Baby nicht so allein ist, wollte ihr Frauchen Emma wieder einen Hund adoptieren, ganz nach dem Motto: „Wo Platz und Liebe ist, da wäre ein freier Platz verschwendet.“ Jedoch kam für Emma nur ein Hund infrage, „den sonst niemand wollte.“

Über Umwege hörte sie von einer sehr ängstlichen Hündin mit Behinderung namens Malyshka aus Russland. Ihre Pflegerin sagte, dass die Hündin humpelt und um sich biss, sobald man sie berührte. Das wiederum berührt Emmas Herz und sie beschloss Malyshka zu adoptieren.

Doch die Pflegerin hatte nicht übertrieben, als Malyshka, die ab sofort Püppi hieß, bei Emma ankam, traute sich die etwa einjährige Hündin ganze vier Tage lang nicht aus ihrer Box. Sie war ein Häufchen Elend.

Nach vier Tagen entfernte Emma vorsichtig den Deckel der Transportkiste – und unter zögerndem Schnappen von Püppi – auch ihr viel zu enges Halsband. Augenblicklich floh sie aus ihrer Box und lebte von nun an unter Emmas Küchentisch.

Dort lebte sie für die nächsten vier Monate!

In dieser Zeit kam sie nur hervor, wenn es dunkel war, dann untersuchte sie vorsichtig ihre Umgebung. Emma saß oft stundenlang auf dem Küchenboden und redete – mit dem Rücken zu Püppi – sanft vor sich hin.

Nach und nach taute die schüchterne Hündin auf und sie wagte sich auch bei Licht aus ihrem Versteck hervor. Eine große Hilfe für Püppi war auch ihre neue Mitbewohnerin Sally, die 16 Jahre alte Minidackelhündin lebte zuvor bei Emmas Mutter und zog nach dem Tod ihres Frauchens ebenfalls bei Emma, Baby und Püppi ein.

Damit Püppis Welt sich nicht nur auf „unter dem Küchentisch“ beschränkt, stellte Emma ihr Futter immer etwa zwei Meter entfernt auf und Püppi traute sich immer öfter hervor.

„Manchmal spürte ich ihr Näschen an meinem Rücken, mich sanft und vorsichtig abschnüffelnd. Berührungen duldete sie hingegen nicht“, berichtete Emma der Epoch Times.

Das sprichwörtliche Eis brach Ende Mai. Emma erinnert sich gut: „Es war ein heißer Tag, Püppi hat ein sehr dickes Wolfsfell, ich hörte sie hecheln. Also fror ich einen Becher Hüttenkäse ein und bot ihn ihr auf einem Teller an.“

An einem besonders heißen Tag brach das Eis zwischen Emma und Püppi

Es dauerte kaum zwei Minuten und ihr kleines Näschen erschien. Sehr zaghaft aber interessiert fing sie an zu schlabbern und zum ersten Mal sah sie ihrem Frauchen in die Augen. „Noch etwas ängstlich, aber voller Dankbarkeit, zum ersten Mal durfte ich ihr das Näschen kraulen, sie wich nicht zurück“, sagte Emma. „Ich saß vor ihr auf dem Boden und weinte vor Glück.“

Von da an traute sich Püppi jeden Tag ein bisschen mehr – vielleicht auch wegen den extra Leckerlis, die ihr Frauchen kaufte: gut riechendes Futter und Fleischknochen. Püppi folgte Emma und nahm ihr die Leckerlis aus der Hand, bei jeder Berührung wirkte sie ausgeglichener und glücklicher.

Baby half ihr ebenfalls weiter und eines Tages, als Baby sich ins Schlafzimmer zur Nachtruhe begab, folgte Püppi ihr neugierig. Emma beobachtete die beiden Hunde und war überglücklich – Püppi übrigens auch -, sie wälzte sich in den weichen Kissen und freute sich sichtlich.

„Freude, Dankbarkeit und Liebe waren alles, was ich in dem Moment fühlte. Ganz langsam ging ich ins Schlafzimmer, um sie nicht zu erschrecken“, sagte Emma. „Sie sah mich, legte sich flach auf den Bauch und schaute mich nur an.“ Dann sah Emma ihre Püppi zum ersten Mal überhaupt mit dem Schwanz wedeln.

Doch jetzt, da sie sich nahezu frei in der Wohnung bewegte, wurde das ganze Ausmaß ihrer Behinderung sichtbar.

Mögen Sie unsere Artikel?
Unterstützen Sie EPOCH TIMES
HIER SPENDEN

„Ihr Rückgrat ist deformiert, ihre Hinterbeinchen sind verkrüppelt. Sie wird niemals stehen können, dennoch hat sie keine Schmerzen und unser Tierarzt ist begeistert, wie toll sie aufgeblüht ist“, berichtet Emma.

Die Tierärzte sind von Püppi begeistert

Den besagten Tierarzt hat Püppi übrigens erst ein halbes Jahr nach ihrer Ankunft kennenlernen dürfen. Bis dahin hatte sie sich mit Emma angefreundet und sie traute sich zu, Püppi gegebenenfalls zu beruhigen, wenn sie jemand Fremden sieht.

Und obwohl Püppi vor Fremden immer noch Angst hat, ließ sie sich von den Ärzten untersuchen. Das Ergebnis war, dass man ihr operativ nicht helfen kann, es allerdings auch keine Anzeichen dafür gibt, das Püppis Zustand ihr Schmerzen bereitet.

Gerade weil sie so viel Angst hat, hat Emma einen kleinen Garten gepachtet, in dem Püppi nach Herzenslust spielen kann. Für den Weg dorthin hat sie, so Emmas Worte, „einen eigenen roten Porsche mit Chauffeur“ – einen umgebauten Kinderwagen und Sally an der Leine.

Nachdem das Gartenhaus im ersten Jahr Vandalen zum Opfer gefallen war, hat Emma es inzwischen wieder herrichten können und Püppi liebt die Ausflüge in ihr eigenes grünes Reich. Sie vertraut Emma blind und tobt ausgelassen mit ihren Hundefreunden durch den Garten. „Sie liebt jeden Hund, jedes Tier und ist warmherzig und lieb zu allen“, sagte Emma.

Was für eine großartige Verwandlung!