Venus und Himmelsscheibe: Archäologie-Schau der Superlative noch bis Januar 2019

Epoch Times21. September 2018 Aktualisiert: 21. September 2018 10:36
Archäologische Schätze aus ganz Deutschland sind in einer großen Schau in Berlin zu sehen. Die Himmelsscheibe von Nebra und die Venus vom Hohle Fels gehören zu den Prunkstücken der Archäologie. Die Ausstellung «Bewegte Zeiten» zeigt auch: das Thema Globalisierung ist eigentlich ein alter Hut.

Passend zum Europäischen Kulturerbejahr 2018 öffnet der Martin-Gropius-Bau in Berlin seine Türen und biete dem Besucher mit der Ausstellung «Bewegte Zeiten» eine Zeitreise zurück zu unseren Vorfahren. Unter den vier großen Themen Mobilität, Austausch, Konflikt und Innovation zeigt die Ausstellung mehr als 1.000 Exponate, vom Paläolithikum bis heute.

Was hat die Himmelsscheibe von Nebra mit der Kölner U-Bahn zu tun?

Mobilität und Migration sind dabei wichtige Themen der spektakulären Ausstellung (21. September bis 6. Januar 2019). Zu den Prunkstücken der Schau gehören neben der bronzezeitlichen Himmelsscheibe von Nebra auch die rund 35 000 Jahre alte Venus vom Hohle Fels.

Im Lichthof des Museums ist dabei die beim Kölner U-Bahnbau freigelegte römische Hafen-Spundwand aus fast 2000 Jahre alten Eichenbohlen zu sehen.

Die Schau ist nicht chronologisch, sondern thematisch aufgebaut, wie der Direktor des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte, Matthias Wemhoff, am Donnerstag erklärte.

Von der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert: Archäologie in Deutschland

Die Globalisierung ist sozusagen ein alter Hut – das zeigt die Ausstellung der bedeutendsten deutschen Funde der vergangenen 20 Jahre. „Die Migration ist nicht die Mutter aller Probleme, sondern der Beginn aller Entwicklung“, so Museumschef Wemhoff. In allen Epochen war Vernetzung und Bewegung von Menschen und Gütern das Hauptmerkmal.

Fast magisch wirkt dabei die Stimmung im leicht abgedunkelten Raum, in dem die Vitrine mit der aus Halle angereisten Himmelsscheibe mit ihrer Darstellung astronomischer Phänomene steht. Gleich daneben schimmern matt golden die 3000 Jahre alten Goldhüte aus Speyer, Berlin und Nürnberg mit ihren kalendarischen Symbolen.

Weiterhin ist eines der ältesten Musikinstrumente der Menschheit ausgestellt die die uralte Bedeutung der Musik für den Menschen verdeutlicht. Die zarte, gut erhaltene Flöte aus Gänsegeier-Knochen, stammt ebenso wie die wertvolle Venus vom Hohle Fels aus der Schwäbischen Alb.

Ein Stück Straße von den Pfahlweghölzern bis zu Stahlbeton-Elementen an der Berliner Mauer zeigt die technischen Innovationen. Zu sehen ist auch der Rotor der Warmluftheizung aus dem Weißen Saal des Berliner Schlosses aus dem Jahr 1894. Die jungen Damen waren damals froh über den Fortschritt. Bei den Bällen im Saal wurden ihre weißen Roben nicht mehr vom schwarzen Heizruß verschmutzt.

Bewegte Zeiten

Die Ausstellung „Bewegte Zeiten. Archäologie in Deutschland“ des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland.

Allein durch die Fülle der spannenden Exponate ist die Schau ein echtes Erlebnis. Die Besucher sollten viel Zeit mitbringen – und sich beim Rundgang vielleicht auf einen der sorgfältig ausgearbeiteten Themenkomplexe konzentrieren.

Weitere Informationen zur Ausstellung, Öffnungszeiten oder Eintrittspreise finden Sie auf der Webseite der Staatlichen Museen zu Berlin. (dpa/ls)

Mehr zur Ausstellung im Video:

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