15 Milliarden Euro: Tauchroboter entdeckt 300 Jahre altes Schiffswrack mit wertvoller Fracht

Epoch Times11. Juni 2018 Aktualisiert: 10. Juni 2018 21:34
Nach zwei Jahren, in denen die Entdeckung verborgen blieb, bestätigte ein Forscherteam, dass ihr autonomer Roboter ein 300 Jahre altes Schiffswrack vor der kolumbianischen Küste entdeckt hatte.

Vor über 300 Jahren verschwand eine spanische Galeone auf See. Ein Roboter namens REMUS ist nun dafür verantwortlich, einen der wertvollsten Funde des letzten Jahrhunderts wieder entdeckt zu haben.

Der „Heilige Gral der Schiffswracks“

Die Forscher des Woods Hole Oceanographic Institut entdeckten 2015 mit Hilfe von REMUS 6000, einem autonomen U-Boot, das Wrack einer spanischen Galeone. Die Wissenschaftler wussten, dass sie nicht irgendeine spanische Galeone entdeckten, sondern die berühmte Galeone „San José“.

Als die Forsche auf die Aufnahmen des U-Bootes sahen, entdeckten sie die bronzene Kanonen und ihre besondere Verzierung. Auf ihnen sind eingravierte Delphine zu erkennen, die ein unverkennbaren Markenzeichen der San José und somit der „Heilige Gral des Schiffswracks“sind.

„Ich saß erst 10 Minuten da, als ich es sah und lächelte“, sagte Jeff Kaeli, ein Forschungsingenieur der Woods Hole Oceanographic Institution (WHOI), in einem Interview.


Das Team um Jeff Kaeli und Mike Purcell entdeckte das Wrack der Galeone San José für der Küste Kolumbiens.

Jeff Kaeli war allein im Kontrollraum des Forschugsschiffes, als er die Kanonen auf REMUSs Kameras entdeckte. „Ich bin kein Meeresarchäologe, aber ich weiß, wie eine Kanone aussieht“, sagte er. „In diesem Moment war ich wohl die einzige Person auf der Welt, die wusste, dass wir das Schiffswrack gefunden hatten.“ Er machte sich sofort auf den Weg und informierte den Rest des Teams.

„Das Wrack war teilweise mit Sedimenten bedeckt, aber mit den Kamerabildern aus den Missionen in niedrigerer Höhe konnten wir neue Details im Wrack sehen. Die Auflösung war gut genug, um die dekorativen Gravierungen an den Kanonen zu erkennen“, sagte der Expeditionsleiter Mike Purcell.

„Es war ein überwältigendes Gefühl, es endlich zu finden“, sagte Rob Munier, WHOI-Vizepräsident für marine Einrichtungen und Operationen. Er selbst war nicht vor Ort, sondern erfuhr erst in einem Telefonat mit Mike Purcell von der Entdeckung. „Es war ein großer Moment.“


Die mit eingravierten Delphinen verzierten Bronzekanonen sind das Markenzeichen der spanischen Galeone.

Der genaue Fundort bleibt vorerst unbekannt

Ein Beamter erklärte, dass das WHOI den genauen Fundort des Wrack vorerst nicht preisgeben werde. Es wurde lediglich bekannt gegeben, dass sich das Schiff irgendwo vor der Küste von Caragena, Kolumbien befindet. „Wir haben das aus Respekt vor der kolumbianischen Regierung unter Verschluss gehalten“, sagte Rob Munier.

Die REMUS 6000 fand das Schiff etwa 600 Meter unter der Wasseroberfläche und nutzte ihren leistungsstarken Langstrecken-Sonarscan, um sich ein Bild vom Gelände zu machen.

Der Roboter ging dann zurück zur Fundstelle und fotografierte alles, was nach seinen Messungen fehl am Platz schien. Die mit Sediment bedeckten Kanonen und Trümmer wurden dokumentiert und an das Forschungsteam zurückgeschickt.


REMUS 6000 ist ein autonomes U-Boot, das für Tiefen von bis zu 6.000 Meter konstruiert wurde.

Doch was ist mit der San José passiert?

Die San José war ein Teil der Silberflotte, die permanent wertvolle Schätze aus den südamerikanischen Kolonien nach Spanien brachte. So ankerte sie auch im Juni 1708 im Hafen Portobelo in Panama zusammen mit weiteren Schiffen der spanischen Flotte. Ihr Auftrag war es Ladungen voller Schätze an Bord zu nehmen und nach Cartagene zu bringen.

Seit 1701 befand sich Spanien jedoch im Konflikt mit Großbritannien und so versuchten die Briten des öfteren die spanische Silberflotte zu kapern. Wohl wissend über den Konflikt stand der Kapitän der San José, José Fernández de Santillán, vor einer schwierigen Wahl. Entweder er gab den Befehl zum Auslaufen und riskierte, den britischen Flotten zu begegnen, oder aber er wartete und startete in der Hurrikan-Zeit mit der Überfahrt nach Spanien.


Hunderte Gefäße liegen verstreut neben den bronzenen Kanonen am Meeresgrund.

Beladen mit 344 Tonnen Silber und Gold sowie 200 Tonnen Edelsteine gibt der Kapitän schließlich das Kommando zum Übersegeln nach Spanien. Ein fataler Fehler, wie sich am 8. Juni 1708 herausstellen wird: Denn die San José sinkt mitsamt ihrer 600 Mann starken Besatzung und ihren 60 Kanonen.

30 Kilometer vor der Küste Cartagenes wird die spanische Galeone von den Briten angegriffen. Die Auseinandersetzung geht als Seeschlacht von Barú in die Geschichtsbücher ein. Nach 10-stündigem Kampf, soll das Schiff Überlieferungen zufolge durch einen Zufallstreffer in der Pulverkammer zum Explodieren gebracht worden sein. 578 Seeleute kamen sofort ums Leben, nur 11 wurden gerettet.

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Laut dem kolumbianischen Präsident Juan Manual Santos könnte das Schiff vielleicht nie explodiert sein. Er hofft, dass weitere Erkundungen ein alternatives Ende für das Schiff zu Tage fördern.


Die San José wurde am 8. Juni 1708 bei der Seeschlacht von Barú durch britische Schiffe versenkt. 

Streit um Besitzanspruch

Juan Manual Santos und die kolumbianische Regierung sind nun in einen Kampf um die Rechte an dem Schatz verwickelt. Kolumbien und Spanien sagen beide, dass der Schatz des Wracks ihnen gehöre. Der kolumbianische Präsident möchte die Münzen, Edelsteine, Wrackteile, Waffen und vieles mehr gern in einem Museum ausstellen.

Wenn es zu einer Bergung des Wracks kommen sollte, dann wird dies zu einem sehr teuren und aufwendigen Unterfangen. Da das Wrack in einer Tiefe von etwa 600 Metern liegt, können nur Roboter und Sensoren zum Einsatz kommen. Wenn es dann einmal gehoben ist, kommt noch ein langer Prozess der Konservierung hinzu.


Spanien und Kolumbien ringen nun um den Besitzanspruch des Wracks und seiner Funde.

Die spanische Regierung hat dagegen ganz andere Pläne. Nach der Entdeckung des Schiffes meldete Spanien umgehend Besitzanspruch an. Laut einer Konvention der UNESCO über den Schutz von Gütern auf dem Meeresgrund gehören gesunkene Kriegsschiffe dem Staat ihrer Herkunft. Das Problem: Kolumbien hatte dieser Konvention nicht zugestimmt.

Wenig später änderte Spanien seine Meinung und will, dass das Schiff am Meeresboden liegen bleibt. Es soll die unangetastete, letzte Ruhestätte der verstorbenen Seemänner sein, die vor mehr als 300 Jahren ums Leben kamen.

Nichts desto trotz beharrt der kolumbianische Präsident noch immer darauf, die Funde schnellstmöglichst zu bergen und der Welt zu präsentieren. Die Forscher der WHOI halten sich aus dem Streit heraus, denn sie seien Entdecker, keine Schatzsucher.

Der Schatz der San José wurde nun von Experten auf einen Wert von bis zu 15 Milliarden Euro geschätzt!

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