2.300 Jahre altes intaktes „Athleten-Grab“ bei Rom entdeckt

Epoch Times21. Juni 2018 Aktualisiert: 20. Juni 2018 10:22
Italienische Archäologen haben kürzlich in der Nähe von Rom ein völlig intaktes Grab mit den Überresten von vier Individuen entdeckt. Das 2.300 Jahre alte Begräbnis erhielt aufgrund seiner Funde den Namen "Athleten-Grab".

Italienische Archäologen haben kürzlich durch Zufall ein außergewöhnliches römisches Grab in Case Rosse, Italien entdeckt. Das „Athleten-Grab“, wie es die Forscher nannten, wurde nahezu in demselben Zustand aufgefunden, wie es vor 2.300 Jahren verlassen wurde.


Ein Blick in das von den Forschern zufällig entdeckte „Athleten-Grab“ in Case Rosse, Italien.

Die Archäologen waren eigentlich dabei, 17 Kilometer östlich von Rom, ein Aquädukt auszugraben, als sie auf die noch intakte Grabkammer stießen. Das 2,50 Meter breite, 3,30 Meter lange und 1,75 Meter hohe Begräbnis stammt circa aus dem 4. oder 3. Jahrhundert vor Christus und war die letzte Ruhestätte von vier Individuen.

„Es ist eine völlig zufällige und zum Teil glückliche Entdeckung“, erklärt der Grabungsleiter Francesco Prosperetti bei der Präsentation der Entdeckung.


In der 2,50 Meter breiten, 3,30 Meter langen und 1,50 Meter hohen Grabkammer befinden sich die Überreste von vier Individuen.

Zwei Namen für ein Grab

Neben der Bezeichnung „Athleten-Grab“ gaben die italienischen Wissenschaftler dem Grab noch einen weiteren Namen: „Das Grab der Strigilis“. Die Strigilis ist ein Pflegeinstrument, dass neben einem Arýballos (Keramikgefäß für Olivenöl) zu der Standardausrüstung eines jeden antiken Sportlers gehörte.


Für einen antiken Sportler gehörte ein Arýballos (Keramikgefäß) gefüllt mit Olivenöl zur Standardausstattung.

So war es in der Antike üblich, dass die Sportler ihren Körper vor dem Beginn eines Wettkampfes mit Olivenöl einrieben. Nach dem Wettkampf konnte das Öl, und der daran anhaftende Staub, Schmutz oder Sand, einfach mit der Strigilis abgeschabt werden.

Zwei dieser sogenannten Strigilis aus Eisen befanden sich unter den zahlreichen Beigaben in der Grabkammer. Aufgrund dieser Grabbeigabe gaben die Archäologen dem Grab seinen Namen.


Die Athleten benutzten die Strigilis nach dem Sport, um sich das getrocknete Öl mit Schmutz, Staub und Sand von der Haut zu schaben.

Das Begräbnis von drei Männern und einer Frau

In der Grabkammer entdeckten die Archäologen weiterhin insgesamt vier menschliche Skelette. Nach ersten Untersuchungen zufolge handelt es sich bei den Toren um drei Männer und einer Frau. Begleitet wurden die Körper der vier Toten auf ihrer letzten Reise ins Jenseits von prächtigen Keramikgefäßen, Speisenopfern und einer Münze für Charon, dem Fährmann, der die Toten über den Fluss in den Hades bringt.


Für die Reise in den Hades wurde den Toten Essgeschirr mit Speiseresten in das Grab gegeben.

Die aufwendig gearbeiteten und schwarz bemalten Keramikgefäße zeigen neben pflanzlichen Motiven auch geometrische Muster. Auf den Schalen befanden sich die Überreste von Kaninchen, Huhn und Ziege die den Toten als Speisen ins Jenseits mitgegeben.


Auf der steinernen Totenbank liegen die menschlichen Knochen des Bestatteten, Keramikgefäße mit Speiseresten und eine Strigilis (oben in der Mitte).

Eine Münze für den Fährmann

Aufgrund der Münze konnte das Grab frühestens zwischen 335 und 312 vor Christus datiert werden. Das Geldstück zeigt die Darstellung eines Minerva-Kopfes auf der Vorderseite und ein Pferdekopf mit der Inschrift „Roman“ auf der Rückseite. Minerva zählt, neben Jupiter und Juno, zu den drei Stadtgottheiten Roms und war die Göttin des Mondes, des Handwerks, des Kriegs, der Heilung und der Weisheit.


Die Vorderseite der Münze zeigt das Bild von Minerva, eine der drei Stadtgottheiten Roms.


Aufgrund der Münze wurde das Grab zwischen 335 und 312 vor Christus datiert.

Bevor die archäologischen Funde entfernt wurden, setzten die Forscher außerdem einen Laserscanner ein, um die Grabstätte dreidimensional zu vermessen und rekonstruieren. In den kommenden Monaten folgen Untersuchungen an den Funden und die Auswertung des 3-D-Scans der Grabkammer, um weitere Informationen zu erlangen.


Das 2.300 Jahre alte „Athleten-Grab“ ist die letzte Ruhestätte von drei Männern und einer Frau, die im 4. bis 3. Jahrhundert vor Christus verstorben sind.

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