2400 Jahre: Ältestes intaktes Schiffswrack im Schwarzen Meer entdeckt

Epoch Times31. Oktober 2018 Aktualisiert: 30. Oktober 2018 8:56
Ein Fund der "das Verständnis von der Seefahrt in der Antike verändert": Archäologen haben im Schwarzen Meer ein 2.400 Jahre altes Schiffswrack aus der Antike entdeckt. Das Schiff war äußerst gut erhalten und ist eines von mehr als 60 Wracks die bereits seit 2015 in diesem Gewässer gefunden worden.

Archäologen haben das älteste intakte Schiffswrack der Welt in den Tiefen des Schwarzen Meeres entdeckt, wo es seit über 2.400 Jahren unberührt liegt.

Das 23 Meter lange Schiff gilt als altgriechisches Handelsschiff und ähnelt einer Bauart, die bisher nur auf Keramik aus dieser Zeit zu sehen war. Zu dieser Art Keramik zählt unter anderem die „Sirenenvase“, die derzeit im British Museum ausgestellt ist.

Mehr als 2 km unter der Wasseroberfläche

Eine Gruppe aus internationalen Archäologen, Wissenschaftlern und Meeresforschern entdeckte das Wrack mehr als zwei Kilometer unter der Wasseroberfläche. Sie alle sind Teil des „Black Sea Maritime Archaeology Project (MAP)“ der Universität Southampton und forschen unter anderem vor der Küste Bulgariens.

Laut den Wissenschaftlern sei der gute Erhaltungszustand dem nahezu sauerstofffreien Wasser zu verdanken. Dies habe dabei geholfen, das Material zu erhalten.

Um das Alter des Schiffes bestimmen zu können, entnahm das Team ein kleines Stück des Wracks. Die Probe wurde anschießend mit der Radiokarbon-Methode untersucht.

„Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ein antikes Schiff all die Zeit über in so einer Tiefe überlebt“, sagte Professor Jon Adams, leitender Forscher des Projekts. „Das Wrack wird unser Verständnis von Schiffbau und Seefahrt in der Antike verändern.“

Seit 2015 kommen immer mehr Schiffswracks hinzu

Das Wrack ist zudem eines von über 60 Schiffen, die das Team in den letzten drei Jahren gefunden hat. Neben Funden aus der griechischen Antike gehören auch römische Handelsschiffe und eine Kosakenüberfallflotte aus dem 17. Jahrhundert zum Fundensemble hinzu.

Die Forscher begannen 2015 damit, den Meeresboden in der Region zu erkunden, um die Auswirkungen der prähistorischen Meeresspiegeländerung besser zu verstehen.

Das Team durchsuchte den 2000 Quadratkilometer großen Meeresboden mit speziellen, ferngesteuerten Tauchrobotern, die hochauflösende Bilder aus der Tiefe liefern konnten.

Die Forscher entdeckten nicht nur Schiffswracks

Neben Schiffswracks entdeckten die Wissenschaftler auch die Überreste einer früh-bronzezeitlichen Siedlung in Ropotamo (Bulgarien). Diese befindet sich nahe der alten Uferlinie, die viel niedriger war als heute. Als der Meeresspiegel stieg, verließen die Bewohner ihre Siedlung. Noch heute liegen die Überreste von Holzhäusern, Feuerstellen und Keramik etwa 2,5 Meter unter dem Meeresboden.

Das Tal, in dem das Dorf gelegen hatte, wurde später zu einer geschützten Bucht. Diese nutzten griechische Kolonisten der Archaik, bevor sie zu einem Hafen für früh-byzantinische Seefahrer und schließlich zu einem Ankerplatz der Osmanen wurde.

Ein Einblick in die Arbeit der Wissenschaftler gibt es im Video:

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