Archäologen: Im Kaukasus wurde schon vor mehr als 8.000 Jahren Wein getrunken

Epoch Times14. November 2017 Aktualisiert: 17. November 2017 14:58
Die Anfänge des Weinbaus liegen weiter zurück als bisher angenommen. In Georgien haben Archäologen Tongefäßen mit Rückständen entdeckt, die auf die Produktion des edlen Tropfens vor rund 8.000 Jahren hindeuteten.

Laut einem am Montag in der US-Zeitschrift „PNAS“ veröffentlichten Bericht begann der Weinbau in der Jungsteinzeit in Georgien und breitete sich von dort in den Irak, nach Syrien und in die Türkei aus.

Archäologen entdeckten nahe der georgischen Hauptstadt Tiflis zwischen 6.600 und 8.100 Jahre alte Keramikgefäße. Diese dienten offenbar unter anderem zur Herstellung von Wein.

Die Analyse der in den Gefäßen entdeckten Rückstände ergaben Spuren von Trauben, Weinsäure sowie anderen Substanzen, die bei der Weinherstellung zum Einsatz kommen.

Die Rückstände stammen ihnen zufolge aus der Jungsteinzeit um 6000 v. Chr.. Damit sind sie 600 bis 1000 Jahre älter als die frühesten bisher bekannten Funde aus dem Zagros-Gebirge im Iran (5400 bis 5000 v. Chr.).

Neben den Analysedaten der Keramikfunde präsentieren die Forscher außerdem Radiokarbondatierungen sowie botanische und klimatische Untersuchungsergebnisse. Sie dokumentieren, dass die eurasische Weinrebe Vitis vinifera in der frühen Jungsteinzeit an den Fundorten reichlich vorhanden war.

Nach Einschätzung von Experten befand sich in Georgien dank günstiger Umweltbedingungen die „Wiege“ des Weinbaus. Im Neolithikum, auch Jungsteinzeit benannt, habe in dieser Weinbaugegend ein Klima geherrscht, wie wir es heute aus Italien kennen.

„Im Südkaukasus wurden vor Tausenden von Jahren eine Reihe von verschiedenen Weinsorten hergestellt“, erklärte Stephen Batiuk. Belegt werde dies durch eine Kombination aus archäologischen, botanischen und chemischen Faktoren rund um die Fundstellen in Georgien.

Die in den Ausgrabungsstätten entdeckten Keramikgefäße waren laut Batiuk perfekt dafür geeignet, „gegorene Getränke zu erzeugen, zu transportieren und zu lagern“.

Wie man sich diese Weinkultur vorzustellen hat, bleibt Spekulation. Doch möglicherweise erstreckte sich das Trinken und Anbieten von Wein bereits damals fast in jeden Aspekt des Lebens.

Aus späteren Zeiten ist dies gut dokumentiert. „Wein war Medizin, sozialer Schmierstoff, bewusstseinsverändernde Substanz und stand im gesamten Alten Orient im Mittelpunkt religiöser Kulte, Medizin, Küche, Wirtschaft und Gesellschaft“, so Batiuk.

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