Asteroidenlander „Mascot“ nimmt Kontakt zu Kölner Kontrollzentrum auf

Epoch Times6. Juli 2018 Aktualisiert: 6. Juli 2018 14:50
Ein Maskottchen für einen Asteroiden: Forscher vom DLR überprüfen nun alle Systeme für die Landung im Oktober. Eingreifen können die Ingenieure, wenn es ernst wird, nur noch bedingt.

Zehn Tage nach seiner Ankunft in der Nähe des Asteroiden Ryugu hat der deutsch-französische Lander „Mascot“ von Bord der japanischen Raumsonde „Hayabusa 2“ aus zum ersten Mal Signale an das Kontrollzentrum im Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln gesendet. Ingenieure und Wissenschaftler begannen damit, alle Systeme und Instrumente des Landers zu überprüfen, um ihn für die Landung auf dem Asteroiden vorzubereiten, wie „Mascot“-Operationsmanager Christian Krause vom DLR am Freitag mitteilte.

Die Landung müsse sehr gut geplant werden, weil bei der Landung selbst von der Erde aus nur begrenzt eingegriffen werden könne, erklärte Krause. Ein Funksignal von der Erde zum Lander braucht dem DLR zufolge 15 Minuten.

Der 30 mal 30 mal 20 Zentimeter große Länder soll Anfang Oktober auf Ryugu aufsetzen und sich mindestens 16 Stunden messend auf dem Himmelskörper bewegen. Dank eines Schwungarms soll er dabei bis zu 70 Meter über die Oberfläche hüpfen. Durch die unbemannte Raumfahrtmission wollen die Wissenschaftler mehr über erdnahe Asteroiden und ihre Beschaffenheit erfahren.

Erforscht werden soll zum einen, ob das Wasser auf der Erde in Teilen auch von Asteroiden stammen könnte. Außerdem wollen die Forscher laut DLR genaue Informationen über die Zusammensetzung eines potenziell für die Erde gefährlichen Asteroiden sammeln, um Abwehrmöglichkeiten zu entwickeln.

Derzeit umrundet die Raumsonde den Asteroiden, der gerade einmal 900 Meter Durchmesser misst, in 20 Kilometern Höhe, und sammelt Daten. Sonde und Asteroid befinden sich rund 280 Millionen Kilometer entfernt von der Erde. Die japanische Raumsonde war im Dezember 2014 auf den weiten Weg geschickt worden.

„Mascot“ ist einer von mehreren Landern an Bord der Sonde. Einer von ihnen soll Material der Asteroidenoberfläche gewinnen, das „Hayabusa 2“ 2020 zur Erde bringen soll. (afp/ts)

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