Astronomen entdecken eiskalte Supererde in unserer kosmischen Nachbarschaft

Epoch Times15. November 2018 Aktualisiert: 15. November 2018 13:59
Mit der neuen Supererde kennen die Astronomen nun vier Planeten in einem Abstand von bis zu zehn Lichtjahren von unserem Sonnensystem - im Umkreis von 15 Lichtjahren sind es sogar 14 - quasi unsere kosmischen Nachbarn.

Einer internationalen Astronomengruppe unter Beteiligung des Heidelberger Max-Planck-Instituts für Astronomie (MPIA) ist der Nachweis eines Planeten bei einem Stern in unserer engsten kosmischen Nachbarschaft gelungen. Der Planet umkreist einen nur sechs Lichtjahre entfernten Himmelskörper mit dem Namen Barnards Stern – eine rote Zwergsonne. Sie ist der uns am nächsten gelegenen Einzelstern, wie das MPIA am Mittwoch mitteilte.

Über den Nachweis des Planeten berichten Forscher in der Fachzeitschrift „Nature“. Der Planet von Barnards Stern besitzt demnach mindestens dreimal so viel Masse wie die Erde. Mit einer mittleren Temperatur von minus 170 Grad Celsius ist er wahrscheinlich eine lebensfeindliche Eiswüste.

Der auf den Namen Barnard’s Star b getaufte Planet zählt zur Klasse der Supererden – jener Exoplaneten, die in der Massenskala zwischen Erde und Neptun liegen, dem äußersten Planeten unseres Sonnensystems.

Vier Planeten in unserer „unmittelbaren Nachbarschaft“

Bereits 2016 hatten Astronomen einen Planeten beim sonnennächsten Stern Proxima Centauri nachgewiesen, der zu einem Mehrfachsternsystem gehört. Mit Barnard’s Star b kennen die Astronomen laut MPIA nun vier Planetensysteme in einem Abstand von bis zu zehn Lichtjahren von unserem Sonnensystem. Im Umkreis von 15 Lichtjahren sind es sogar 14.

Die aktuelle Entdeckung bestätigt damit die Erkenntnis, dass die Entstehung von Planeten offenbar ein sehr häufiges Phänomen im Kosmos darstellt. Schon seit langer Zeit suchten Wissenschaftler auch bei Barnards Stern nach Planeten. Der rote Zwergstern wird übrigens auch Barnards Pfeilstern genannt, weil er sich von der Erde aus gesehen von allen Sternen am schnellsten über den Himmel bewegt.

Der Planetenfund gelang den Forschern mit der sogenannten Radialgeschwindigkeitsmethode. Hierbei registriert ein empfindlicher Spektrograf kleine periodische Verschiebungen der Spektrallinien im Spektrum eines Sterns aufgrund seiner Bewegung entlang der Sichtlinie, die von dem Planeten hervorgerufen wird.

Daraus können Wissenschaftler die Masse des Planeten berechnen. Auf die Existenz von Barnard’s Star b deutete ein entsprechendes Signal hin, das die Forscher aus 771 Einzelmessungen der vergangenen 20 Jahre entschlüsselten.

„Für die Analyse haben wir Messungen von sieben verschiedenen Instrumenten über 20 Jahre hinweg gesammelt. Dies ist damit einer der größten und umfangreichsten Datensätze, der je für präzise Radialgeschwindigkeitsstudien erstellt wurde“, erklärte Ignasi Ribas vom Institut de Ciences de l’Espai in Spanien. Ribas ist Erstautor der nun veröffentlichten Forschungsarbeit. (afp/ts)

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