Astronomen entdecken schwer auffindbare Sternenleiche außerhalb der Milchstraße

Epoch Times6. April 2018 Aktualisiert: 8. April 2018 13:07
Derartige Sternenleichen sind kaum zehn Kilometer groß - wiegen aber genauso viel wie unsere Sonne und "leuchten" nur im Bereich der Röntgenstrahlung.

Erstmals haben Astronomen einen bestimmten Typ von Neutronenstern außerhalb unserer Milchstraße entdeckt – einen stellaren Leichnam, der als sehr schwer auffindbar gilt. Es handelt sich um einen isolierten Neutronenstern mit schwachem Magnetfeld, wie die Europäische Südsternwarte ESO in Garching mitteilte.

Das schwer fassbare Objekt befindet sich demnach in der sogenannten Kleinen Magellanschen Wolke, einer unserer nächsten Nachbargalaxien, rund 200.000 Lichtjahre entfernt.

Die Sternenleiche aus der Nachbargalaxy

Neutronensterne gelten als Überreste von Supernovaexplosionen, in denen massereiche Sterne ihr Leben beenden. Zu den Besonderheiten der nun entdeckte Sternenleiche zählt, dass der Neutronenstern nicht Bestandteil eines Mehrfachsternsystems ist – sondern allein steht.

Auch weist er lediglich ein schwaches Magnetfeld auf – im Gegensatz zu den sogenannten Pulsaren. Bei ihnen handelt es sich um stark magnetische, rotierende Neutronensterne.

Typischerweise kaum zehn Kilometer im Durchmesser und doch schwerer als unsere Sonne, werden isolierte Neutronensterne mit schwachen Magnetfeldern im ganzen Universum vermutet. Doch sie sind schwer zu finden, da sie nur bei Röntgenwellenlängen leuchten.

Pulsare dagegen leuchten stark im Radiobereich und bei anderen Wellenlängen, wodurch sie leichter aufzuspüren sind. Allerdings machen sie laut ESO nur einen kleinen Bruchteil aller vorhergesagten Neutronensterne aus.

Die Forscher konnten den toten und von Licht umgebenen Stern unter anderem mit Hilfe des Very Large Telescope der ESO in Chile und des Röntgenweltraumteleskops Chandra identifizieren. Zudem ist der stellare Leichnam in Gasfilamente eingebettet, die von einer 2000 Jahre alten Supernovaexplosion zurückgelassen wurden. (rh/cfm/tls)

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