„Bigfoot“: Forscher bestimmen weltweit größten Saurierfuß

Epoch Times24. Juli 2018 Aktualisiert: 26. Juli 2018 10:34
Es muss ein Riese gewesen sein - und er lebte auf sehr großem Fuß: Fast einen Meter misst der Fuß eines in den USA gefundenen Verwandten des Brachiosaurus - ein neuer Rekord.

Während die Schuhgröße des Basketballspielers LeBron James (49,5) ziemlich groß ist, ist sie dennoch nichts im Vergleich zu der beachtlichen Fußgröße dieses Sauropoden. Eine neue Studie zeigt, dass dieses Tier die wohl bislang größten Füße unter den Dinosauriern hatte. Die Studie wurde am 24. Juli 2018 im Journal of Life and Environmental Sciences online veröffentlicht.

„Bigfoot“ – Eines der wohl größten Landtiere überhaupt

„Diese Ehre geht an einen langhalsigen Dinosaurier von ‚enormen Ausmaßen‘, der vor etwa 150 Millionen Jahren in dem heutigen Wyoming gelebt hat“, sagten die Forscher.

Mit fast 1 Meter Länge „ist es der größte Dinosaurierfuß, der je gefunden wurde. Somit gehört er zu einem der größten Landtiere überhaupt, die es jemals gegeben hat“, sagte Emanuel Tschopp, Mitautor der Studie, gegenüber Live Science.

Forscher fanden die riesigen Fußfossilien 1998 unter dem Schwanz eines langhalsigen Camarasaurus-Dinosauriers. Diese Fossilien sind Teil der Morrison Formation, einer felsigen Fläche, die für ihre Fossilien aus der Spätjurazeit bekannt ist. Insbesondere durch Funde von  Sauropoden, wie Diplodocus, Brachiosaurus und Apatosaurus ist sie näher in den Fokus der Forschung gerückt.

Die Wissenschaftler sind sich bislang nicht sicher, zu welcher Art die Fossilien gehören. Sie vermuten, dass das Tier ein enger Verwandter des berühmtesten „Langhalses“ ist: der Brachiosaurus.

Mehrere Individuen unterschiedlichen Alters

Bei der Ausgrabung fanden die Paläontologen „mehrere Individuen unterschiedlichen Alters und von mindestens drei verschiedenen Arten“, so Tschopp. „Dieser Fuß gehörte definitiv zum größten erhaltenen Individuum in diesem Steinbruch. Doch leider wurde nichts anderes, außer Teile des Fußes, gefunden.“

Der linke Hinterfuß war so massiv, dass die Paläontologen ihn bei der Entdeckung 1998 „Bigfoot“ nannten. Trotz seiner gigantischen Größe war der Fuß bis jetzt nicht im Detail beschrieben worden, sagte der Leiter der Studie Anthony Maltese, der auch an der Ausgrabung 1998 teilnahm.

Malteser und seine Kollegen haben den mysteriösen Dinosaurierfuß mit einer 3D-Scanning-Technik genau vermessen und mit den Fußknochen anderer Sauropoden verglichen. Sie fanden heraus, dass das Tier eng mit dem Brachiosaurus verwandt war und dass es wahrscheinlich bis zur Hüfte etwa 4 Meter hoch war. Er könnte mindestens zehn Meter hoch und 30 bis 40 Tonnen schwer gewesen sein.

Angesichts der fantastischen Fußgröße des Dinosauriers kann man ihn mit Sicherheit der Gruppe der Titanosaurier zuordnen. Diese sind die größte Gruppe von Sauropoden, zu denen auch der 37 m lange Patagotitan und der 35 m lange Argentinosaurier zählen. Sie sind die vorherrschende Gruppe in der Kreidezeit.

Die größten Füße, aber nicht der größte Dinosaurier

Die neu beschriebenen Fußknochen sind etwas größer als die des Giraffatitan und „wesentlich größer als die des Dreadnoughtus schrani, der als einer der größten je gefundenen Sauropoden galt“. Dennoch ist der neu entdeckte Saurier keineswegs der Größte, so die Forscher. Das soll daran liegen, dass die Fußgröße nicht direkt mit der Körpergröße in Bezug zu setzen ist.

„Einige der größten Sauropoden wie Argentinosaurus oder Patagotitan hinterließen kein Fußmaterial, sondern nur Femurlängen, die unsere Schätzung für den neu entdeckten Dinosaurier deutlich übertreffen“, schrieben die Forscher in der Studie.

Zum Beispiel hat dieser unbekannte Dinosaurier eine geschätzte Oberschenkellänge von etwas mehr als 2 Meter. Währenddessen Argentinosaurus eine Oberschenkellänge von etwa 2,5 Metern und Patagotitan eine Länge von 2,3 Meter hatte, erklären die Forscher.

Der Fund zeigt auch, dass große Brachiosaurier und ihre nahen Verwandten vor 150 Millionen Jahren riesige geographische Flächen bewohnten, von Ost-Utah bis Nordwest-Wyoming.

„Das ist überraschend“, sagte Tschopp in einer Erklärung. „Viele andere Sauropoden scheinen in dieser Zeit kleinere Gebiete bewohnt zu haben.“

„Wir wissen, dass es da sehr große Tiere gab“, doch vielen müssen noch entdeckt werden

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Der Studie zufolge ist es auch einer der nördlichsten Funde eines Brachiosaurus in der Morrison-Formation, die sich in den westlichen Vereinigten Staaten bis nach Kanada zieht.

„Die Gesteine aus der Jurazeit im westlichen USA sind sehr reich an Sauropoden. Wir wissen, dass es da sehr große Tiere gegeben hat“, sagte der Saurier-Experte und Konservator an der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie, Oliver Rauhut. Dennoch sei der Fund sehr interessant. „Es ist absolut faszinierend, dass so viele solcher riesigen Pflanzenfresser dort zusammengelebt haben, ohne dass sie die Landschaft kahlgefressen haben.“

Die Forscher hoffen auf weitere Funde an den Felsen, an denen „Bigfoot“ vor Millionen Jahren starb. Dort seien weitere „fantastische Dinosaurierskelette“ enthalten, die es zu erforschen gelte, sagte Maltese.

Den Link zur PDF der Studie finden Sie hier (Englisch): The real Bigfoot: a pes from Wyoming, USA is the largest sauropod pes ever reported and the northern-most occurrence of brachiosaurids in the Upper Jurassic Morrison Formation