Flüssiges Blut in 42.000 Jahre altem „Fohlen aus dem Eis“ entdeckt. Nächster Schritt: Klonen?

Epoch Times18. August 2018 Aktualisiert: 24. April 2019 16:13
Wissenschaftler haben im Sommer 2018 in der Batagai-Senke (Sibirien) ein prähistorisches Fohlen entdeckt. Es starb vor etwa 42.000 Jahren und war gerade einmal 3 Monate alt. Durch den Permafrost perfekt konserviert entdeckten die Forscher nun flüssiges Blut in seinen Adern.

Im Sommer 2018 entdeckten Wissenschaftler die Überreste eines 42.000 Jahre alten Fohlens im Permafrost der Batagai-Senke. Nach fast einem Jahr und unzähligen weiteren Untersuchungen fanden die Wissenschaftler nun flüssiges Blut in den Adern des jungen prähistorischen Pferdes.

Flüssiges Blut von Mammut und Pferd

Die Entdeckung von flüssigem Blut in prähistorischen Kadavern ist keine Neuheit. Bereits im Sommer 2018 entnahmen Semjon Grigorjew, Leiter des Mammut-Museums in Jakutsk, und seine Kollegen flüssiges Blut aus einem 32.200 Jahre alten Mammut-Kadaver. Dennoch ist das flüssige Pferdeblut eine Sensation: Mit etwa 42.000 Jahren ist älter als das des Mammuts und allgemein das älteste flüssige Blut der Welt!

Neuesten Erkenntnissen zufolge war das sogenannte Lena-Pferd (Equus caballus lenensis) etwa 1 bis 2 Wochen alt als es vor 42.000 Jahren im Schlamm ertrank. Zudem hatte es eine Schulterhöhe von knapp einem Meter und sowohl Haut als auch Haare des Fohlens blieben dank Permafrost bis ins kleinste Detail erhalten. „Es gab sogar noch gut erhaltenen Urin in der Blase des Fohlens“, sagte Grigoriev zu The Siberian Times.

Das flüssige Blut war für die Forscher eine Überraschung. Typischerweise gerinnt das Blut oder verwandelt sich selbst in gut erhaltenen Kadavern zu Pulver, weil Flüssigkeiten über Tausende von Jahren allmählich verdunsten. Wie bei dem Fohlen konservierte sich auch das Blut des, von den Forschern als „Butterblume“ bezeichneten, Mammuts im Inneren des Kadavers.

„Die Fohlenautopsie sollte uns viel über das pleistozäne Sibirien verraten“, so Grigoriev. Neben der Biochemie von konserviertem Urin, Darminhalt und Organen wollen die Forscher auch Proben von Böden und Paläopflanzen untersuchen, die aus derselben Permafrostschicht stammen, wie das Fohlen. Doch das reicht den Forschern nicht: Sie wollen einen Schritt weiter.

Nächster Schritt: Klonen?

Die folgenden Forschungen sind jedoch sehr fragwürdig, denn Grigoriev und seine Kollegen wollen nun die pleistozäne Fauna klonen. Laut Live Science arbeiten sie bereits an dem Versuch das Fohlen zu klonen – es sei jedoch weit hergeholt, wie Grigoriev gegenüber Live Science schrieb. „Aber“, sagte er, „wir in Russland sagen, dass die Hoffnung zuletzt stirbt.“

Doch Blut allein kann den Forschern nicht helfen, ihr Ziel zu erreichen, ein eiszeitliches Tier wiederzubeleben. „Rote Blutkörperchen haben keine Kerne, also enthalten sie keine DNA“, sagte Grigoriev. Stattdessen forschten sie an Muskelzellen und innere Organen.

Auch dort sei es für sie eine große Herausforderung, DNA in einem für das Klonen geeigneten Zustand zu finden. „Die DNA beginnt bereits kurz nach dem Tod eines Tieres abzubauen, selbst unter hervorragenden Erhaltungsbedingungen wie Permafrost“, sagte Grigoriev.

Fragwürdige Experimente und ein umso fragwürdigerer Kooperationspartner

Laut dem Forscher habe er und sein Team bereits versucht, intakte Zellen und hochwertige DNA aus dem Fohlen zu extrahieren, ohne Erfolg. Dennoch wollen sie es im Labor ihres Kooperationspartners Hwang Woo-suk in Südkorea weiter versuchen. Der Gen-Forscher geriet jedoch 2009 in negative Schlagzeilen aufgrund von menschlichen und tierischen Klonungen. Zusammen mit Grigoriev und seinem Team arbeiteten sie bereits an Versuchen, ein Mammut zu klonen.

Die Wissenschaftler hoffen, in Zukunft lebensfähige DNA aus einem Mammut gewinnen zu können, um diese in die DNA eines Elefantenembryos einführen zu können. Einen ähnlichen Prozess stellen sie sich für das Lena-Pferd vor, bei dem moderne Pferde als Ersatz verwendet werden. Über die ethische Vertretbarkeit und die Folgen dieser Vorhaben haben sich die Forscher nicht geäußert!

Die Entdeckung des Fohlens

Es ist das weltweit einzige, vollständig erhaltene Fohlen aus prähistorischer Zeit, dass die Wissenschaftler der North-Eastern Federal University und der Kindai University in Japan im Batagaika Megaslump (Russland) entdeckten.

Dies war das erste Bild eines prähistorischen Fohlens aus dem Permafrost in der Batagai-Senke. Es starb vor etwa 40.000 Jahren (im Paläolithikum). Kurz nach der Entdeckung sagte Semjon Grigorjew zur Siberian Times: „Das Fohlen war ungefähr drei Monate alt, als es vor etwa 40.000 Jahren starb.“ Diese Altersangabe korrigierten die Forscher in ihren aktuellen Ergebnissen.

Der einzigartige Fund wurde im Permafrost der Batagai-Senke gemacht, wodurch es vollständig erhalten blieb. „Der besondere Wert des einzigartigen Fundes besteht darin, dass wir Proben von Bodenschichten erhalten haben, in denen wir es fanden. Das bedeutet, dass wir ein Bild der Umgebung des Fohlens rekonstruieren können.“

Die Forscher entdeckten das Tier etwa 30 Meter unterhalb der ursprünglichen Oberfläche. Die gesamte Thermokarst-Vertiefung ist ein Kilometer lang und etwa 100 Meter tief und könnte weitere ähnliche Funde beherbergen.

Keine Spuren von Verletzung

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Laut Aussagen der Forscher sind das dunkelbraune Fell, seinen Schwanz und seine Mähne sowie alle inneren Organe vollständig erhalten geblieben. Zudem seien keinerlei Wunden am Körper des Tieres sichtbar, was auf eine mögliche Todesursache hinweisen könnte.

„Dies ist der weltweit erste Fund eines prähistorischen Pferdes in einem so jungen Alter und mit einem so erstaunlichen Erhaltungsgrad“, sagte Grigorjew. Aus bislang unbestätigter Quelle heißt es, dass das Fohlen „zebraartige Streifen“ an den Beinen besaß.

Es bleibt also abzuwarten, welche Ergebnisse die weiteren Untersuchungen des Fundes bringen. Grigorjew versichert bereits, künftige Untersuchungsergebnisse zu präsentieren: „Wir werden über die genaue Zeit, zu der das Fohlen lebte, berichten.“

Gebiet bereits für seine Funde bekannt

Vor neun Jahren fanden Einheimische im Dorf Batagai bereits ein Bisonkalb und einen unvollständigen Körper eines prähistorischen Pferdes. Berühmt ist die Gegend jedoch für ihre zahlreichen Mammut-Funde.

Die Einheimische in der abgelegenen Region sind sehr abergläubisch und sehen diesen Ort als „Tor zur Unterwelt“. Aus diesem Grund ist er auch unter dem Namen „Höllenmund“ bekannt. Doch die Senke entstand nicht auf natürlichem Wege.

„Tatsächlich verursachten die Sowjets diese Senke, als sie hier den Wald gerodet haben. Aber jetzt wird er durch den Klimawandel vergrößert und geformt“, so die Wissenschaftler.