Keine frischen Erdbeeren für Antarktis-Forscher – aber viele Gurken

Epoch Times13. September 2018 Aktualisiert: 13. September 2018 16:55
Das deutsche Überwinterungsteam in der antarktischen Forschungsstation „Neumayer III“ wird bald endlich frische Paprika auf dem Teller haben. Auf Erdbeeren allerdings müsse die zehnköpfige Crew wohl auch weiterhin verzichten. „Der Anbau ist sehr viel komplexer als der von Salat.“

Reichlich Gemüse aus dem Eis: In einer Zwischenbilanz hat sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) zufrieden mit seinem experimentellen Gewächshaus in der Antarktis gezeigt. „Seit Beginn des Projekts im April konnte das Team rund um den Wissenschaftler Paul Zabel 183 Kilogramm Frischgemüse ernten“, sagte Daniel Schubert vom DLR am Donnerstag in Bremen. Ab sofort können Internetnutzer das Pflanzenwachstum im Antarktis-Projekt Eden-ISS nach seinen Angaben zudem auch live beobachten.

Neben dem Anbau von Gemüse wie Salat, Gurken und Radieschen ist nun auch die Züchtung von Obst angedacht. „In Zukunft können wir uns vorstellen, Trauben und Säulenäpfel anzubauen – sie sind allerdings viel komplexer aufgebaut als Salat“, sagte Schubert. Erste Versuche mit Obst gab es bereits mit Erdbeeren, jedoch ohne Erfolg. „Die Erdbeerpflanzen wachsen zwar, doch es ist schwierig, Früchte zu bekommen“, sagte Schubert.

In einer Liveschalte in das Gewächshaus in der Antarktis sagte Erik Zabel, dass auch der Anbau von Paprika problematisch sei. „Wir wissen nicht, woran es liegt – in einem ersten Test in Bremen hatte das noch funktioniert.“ Hingegen wachse der Schnittlauch so gut, dass er jede Woche geerntet werden könne.

Das Eden-ISS-Gewächshaus ist eine von der Außenwelt unabhängige Anlage in der Antarktis, in der Obst und Gemüse bei künstlichem Speziallicht ohne Erde steril angebaut werden. Wasser und Nährstoffe bewegen sich in einem geschlossenen Kreislauf.

Das Hightechmodul des DLR ist ein Pilotprojekt zur Erforschung des Nutzpflanzenanbaus unter extremen Bedingungen. Die Entwickler denken dabei vor allem an künftige bemannte Weltraummissionen zum Mars. (afp/ts)

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