Geniale Erfindung: Künstliche Gletscher zur Trinkwasserversorgung im Himalaya

Epoch Times1. Juni 2018 Aktualisiert: 31. Mai 2018 10:45
Durch steigende Temperaturen schmelzen auch im Himalaya die Gletscher immer schneller - und die Menschen und Pflanzen vor Ort leiden unter der Wasserknappheit. Mit künstlichen Gletschern möchte ein Ingenieur etwas dagegen unternehmen.

Im äußersten Norden Indien, eingeklemmt zwischen den beiden höchsten Gebirgszügen der Erde, liegt eine Wüste, in der – so sagen die Einheimischen – ein Mensch, der in der Sonne sitzt und seine Füße im Schatten hat, gleichzeitig Sonnenbrand und Frostbeulen bekommen kann.

Die Temperaturschwankungen in der Region Ladakh sind enorm, Regen gibt es kaum, maximal 50 mm im Jahr und weltweit steigende Temperaturen trockenen diese Region weiter aus. Die Menschen die dort leben, sind auf das Schmelzwasser der großen Gletscher angewiesen, doch das kommt immer häufiger mit verheerender Wucht oder gar nicht.

Gerade in den Monaten April und Mai brauchen die Felder dringend Wasser, doch die Gletscher weiter oben in den Bergen fangen erst im Mai oder Juni in der  Sommersonne zu schmelzen und ihre lebensnotwendige Fracht freizugeben, berichtet National Geographic. Die Lösung: Mehr Gletscher.

Hoch oben im Himalaya wird ein Wüste grün

Steigende Temperaturen lassen nicht nur in Ladakh Gletscher schrumpfen, aber Experten sagen, dass nirgendwo auf der Welt die Gletscher so schnell zurückgehen wie im Himalaya. Dabei sind die Gletscher überlebenswichtige Süßwasserspeicher und die Menschen von ihnen abhängig.

Immer öfter schmelzen die Gletscher zu schnell und überfluten die Dörfer flussabwärts. Sind die Gletscher dann abgeschmolzen, fehlt es an Wasser im Laufe des Jahres. Sonam Wangchuk, ein einheimischer Ingenieur hat jedoch eine Lösung: Einen eigenen kleine Gletscher für jedes Dorf.

Bereits 2015 sammelte Sonam 125.000 Dollar über Crowdfunding-Plattformen und erschuf eine 20 Meter hohe Eisskulptur, die an ein buddhistische Heiligtum erinnert, daher der Name Eis-Stupa.

Der Ingenieur legte eine Wasserleitung von den Gletscherbächen in die Nähe seines Dorfes. Der Höhenunterschied ließ das Wasser sprudeln und die eisigen Temperaturen im Herbst und Winter ließen das Wasser frieren.

Künstliche Gletscher bewässern die Felder

Die Form des künstlichen Gletschers trägt dazu bei, dass das Eis nicht vorzeitig schmilzt und wenn dann nur langsam. Auf diese Weise konnten die Bauern im Frühjahr ihre Felder bewässern und als die Eis-Stupa fast verschwunden war, schmolzen auch die höher gelegenen Gletscher und versorgten die Dörfer wieder mit Frischwasser.

Die nächste Ausbaustufe sind 50 Eis-Stupas, die jeweils zehn Millionen Liter Wasser speichern und bis zu zehn Hektar Land bewässern können. Sonams Idee schallte auch von den europäischen Gipfeln wieder und so gibt es auch in den Schweizer Alpen einen künstlichen Gletscher zur Wasserversorgung.

Frühere Projekte des Erfinders waren unter anderem solarbetriebene Häuser, für seine künstlichen Gletscher erhielt er 2016 eine Auszeichnung von Rolex. Mit dem Preisgeld ist er dabei eine himalaische Forschungseinrichtung zu etablieren, die sich mit den Umweltproblemen der Region befasst.

„Die Wasserknappheit ist ein riesiges Problem“, sagte Tsering Spalzes, ein lokaler Bauer, der daran zweifelt, dass auch seine Kinder weiterhin Ackerbau in der Region betreiben können. Doch Sonam hofft, dass wenn die Menschen jetzt handeln, ihre Nachfahren nicht zu Klimaflüchtlingen werden. „Wir, in den Bergen sind Minderheiten, nicht nur ethnisch sondern auch klimatisch“, sagte er. „Sachen, die in New York oder Neu Dehli funktionieren, funktionieren nicht in den Bergen. Wir müssen eigene Lösungen für unsere Probleme finden.“

Mehr über die genialen Wasserspeicher im Video:

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