Gibt es doch kein Wasser auf dem Mars?

Epoch Times10. Februar 2018 Aktualisiert: 10. Februar 2018 16:31
Wissenschaftler haben festgestellt, dass es sich bei den Rinnen auf dem Mars um Sandströme handelt. Somit bestätigt die neue Forschung die seit langer Zeit bestehende Hypothese, dass es kein fließendes Wasser auf der Oberfläche des Mars gibt.

Dunkle Strukturen, die früher als eindeutiger Beweis für flüssiges Wasser auf dem Mars galten, wurden jetzt als granulare Flüsse identifiziert. In ihnen habe sich eher Sand und Staub bewegt, als flüssiges Wasser. Dies geht aus einem neuen Artikel des US Geological Survey hervor.

Kein flüssiges Wasser an der Marsoberfläche

Die neuen Erkenntnisse deuten darauf hin, dass der heutige Mars möglicherweise kein nennenswertes Volumen an flüssigem Wasser hat. Die Wasserbedingungen auf dem Mars würden es erdähnlichem Leben erschweren, nahe der Oberfläche des Planeten zu existieren.

Wissenschaftler des USGS und weiterer Universitäten analysierten schmale, nach unten geneigte Oberflächenstrukturen auf dem Mars. Diese sind dunkler als ihre Umgebung und werden Recurring Slope Lineae genannt, kurz RSL. Diese Strukuren wachsen schrittweise, verblassen in Ruhephasen und kehren jährlich während der wärmsten Jahreszeit auf dem Mars zurück.

RSL findet man meist an steilen Felshängen in dunklen Regionen des Mars, wie den südlichen und mittleren Breiten. Das Aussehen und das Wachstum dieser Strukturen ähneln dem Sickern von flüssigem Wasser, aber wie sie sich bildeten, blieb bislang unklar. Die neueste Forschung zeigte jedoch, dass die von HiRISE gesehenen RSL-Flüsse wahrscheinlich körniges Material wie Sand und Staub bewegen.

„Wir haben RSL als mögliches flüssiges Wasser angesehen, aber die Abhänge sind mehr, wie wir erwarten, für trockenen Sand“, sagte USGS Wissenschaftler und Hauptautor Colin Dundas. „Dieses neue Verständnis von RSL stützt weitere Beweise, die zeigen, dass der Mars heute sehr trocken ist“.

„Sanddünen“ auf dem Mars

Die RSL-Hänge sind zudem identisch mit den Hängen von Sanddünen, wo Bewegung durch trockene granulare Strömungen verursacht wird, sagte Dundas. Wasser ist demnach mit großer Sicherheit nicht für dieses Verhalten verantwortlich, da das Flüssigkeitsvolumen der Länge des verfügbaren Gefälles entspricht und auf längeren Hängen mehr Flüssigkeit erzeugt wird.

Stattdessen enden die von den Wissenschaftlern untersuchten 151 RSL trotz sehr unterschiedlicher Längen auf ähnlichen Hangneigungen. Zusätzlich ist es unwahrscheinlich, dass Wasser in diesen Winkeln nur in der Nähe der Gipfelhänge produziert wird, und wenn es so wäre, sollte es in der Lage sein, auf niedrigere Hänge zu fließen.

Die neue Forschung bestätigt somit die seit langer Zeit bestehende Hypothese, dass es kein fließendes Wasser auf der Oberfläche des Mars gibt. Kleine Mengen von Wasser können dennoch in irgendeiner Weise an ihrer Bildung beteiligt sein. Grund für die Annahme liefern hydratisierte Mineralien, die an einigen RSL nachgewiesen wurden.

Die Autoren schlussfolgern, dass die Flüssigkeit auf dem heutigen Mars möglicherweise auf Spuren gelöster Feuchtigkeit aus der Atmosphäre und dünne Wasserfilme beschränkt ist.

Diese Studie wurde in Zusammenarbeit mit dem Mars Reconnaissance Orbiter Projekt der NASA durchgeführt.

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