Goten-Invasion: Verbrannte Skelette sind die Zeugen eines gewalttätigen Überfalls

Epoch Times27. Juni 2018 Aktualisiert: 26. Juni 2018 16:54
Ein Kind und zwei Erwachsene lebten vor 1.700 Jahren in einer alten Stadt im heutigen Bulgarien, bevor sie von einer germanischen Armee erobert wurde. Die Überreste der Toten geben einen Einblick in ihren grausamen Tod.

Kürzlich entdeckten Archäologen die Überreste von drei Menschen – einem Kind und zwei Erwachsenen – die vor 1.700 Jahren grausam ums Leben gekommen sind. Elena Bozhinova, Archäologin vom Plovdiver Archäologiemuseum, fand die Skelette an der Stelle einer antiken Stadt namens Philippopolis, in der Nähe des heutigen Plowdiw (Bulgarien).

Nach Angaben des Teams ist die grausame Entdeckung wahrscheinlich mit der Invasion der Goten in der Region verbunden. Während Beweise für die Gothen-Angriffe bereits vorhanden sind, sagt Bozhinova, ist das Auffinden von Opfern äußerst selten.

Ein gewaltsames Ende

Jedes der drei Skelette zeigte unter anderem Spuren von Feuereinwirkung. Die Wissenschaftler konnten dennoch erkennen, dass es sich bei den Toten um ein Kind und zwei Erwachsene handelt. Einer der Erwachsenen Individuen ist eine Frau, die noch zwei Bronzearmbänder trug.

Neben den menschlichen Überresten des zweiten Erwachsenen fanden die Archäologen sechs Münzen und eine Bronzefigur. Diese Statuette zeigt das nackte Antlitz der römischen Liebesgöttin Venus, die eine goldene Halskette trägt. Im Skelett des Kindes entdeckten die Archäologen dagegen eine Pfeilspitze, die auf ein besonders gewalttätiges Ende hindeutet.

„Die stratigraphische Lage des verbrannten Hauses und die Artefakte deuten darauf hin, dass das Feuer um die Mitte des dritten Jahrhunderts geschah, als die Stadt von den Goten erobert wurde“, sagt Bozhinova.

Opfer der Goten-Invasion

Die Goten waren ein germanisches Volk, das nach der Jahrtausendwende an Bedeutung gewann. Am bekanntesten sind sie für ihre Angriffe auf das schwindende Römische Reich im dritten Jahrhundert, bevor sie Rom schließlich im Jahre 410 nach Christus plünderten.

Als die Goten 251 nach Christus in Philippopolis einfielen, verbrannten sie einen Großteil der Stadt. Philippopolis gilt bis heute als eine der ältesten bewohnten Städte Europas und existierte schon Jahrhunderte vor der römischen Herrschaft. Später wurde die Stadt Teil des Osmanischen Reiches.

Noch heute werden die archäologischen Schichten und somit auch die Geschichte des Ortes von Archäologenteams dokumentiert und untersucht. So entdeckte das Team zum Beispiel auch die Überreste von Steinhäusern die zwischen dem 2. bis 14. Jahrhundert stammen.

Zusammen mit den drei kürzlich entdeckten Skeletten fanden sie auch die Überreste einer Hauptstraße. Diese war vermutlich einst von Häusern und Geschäften flankiert und führte zu einem Bogen, der möglicherweise als Denkmal gedient haben könnte.

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