Kinder, die 7+ Stunden auf einen Bildschirm starren, weisen eine dünnere Hirnrinde auf

Epoch Times26. März 2019 Aktualisiert: 25. März 2019 11:17
Eine neue Studie verdeutlicht, dass sich das Gehirn eines Kindes, das mindestens sieben Stunden pro Tag mit Smartphones, Tablets oder vor dem Bildschirm verbring, rasant verändert. Und das nicht zum Guten.

Neuste Forschungen im Auftrag des National Institute of Health, einer US-Regierungsbehörde, zeigen erschreckenden Ergebnisse bei vermehrter Bildschirmnutzung von Kindern. Kinder, die mehr als sieben Stunden pro Tag auf Smartphone, Tablet und Co. starren, weisen eine signifikant veränderte Gehirnstruktur auf.

Zu viel Zeit vor Bildschirm, Smartphone und Co.

Die Forscher deckten diese gefährliche Tatsache auf, indem sie die Gehirne von 4.500 Kindern untersuchten. Die Wissenschaftler sind weiterhin dabei, mehr als 11.000 Neun- und Zehnjährige im Verlauf eines Jahrzehnts zu testen und zu untersuchen. Erste Daten bestätigen bereits jetzt, dass zu viele Stunden vor einem Bildschirm, Kinder in ihrer ganzen Entwicklung beeinträchtigen können.

Wissenschaftler sind bereits in der Lage, die Eigenschaften und Aktivitäten des Gehirns zu beobachten, das durch bestimmte Impulse reagiert oder auch durch eine frühe Psychopathologie beeinflusst ist. Auch Auswirkungen durch Gesundheitsverhalten (z. B. Schlaf, körperliche Aktivität) sind maßgeblich an den kognitiven Entwicklungen und die Entwicklung des Gehirns beteiligt; oder auch Eigenschaften, die mit der Mediennutzung zusammenhängen, einschließlich Bildschirmbelichtung, Inhalt des Gezeigten und die Distanz zum Bildschirm usw.

„Eine kürzlich von ABCD-Forschern durchgeführte Studie zeigte z. B. Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen inhaltlichen Beiträgen, der aktuellen verbrachten Zeit vor dem Bildschirm (z. B. Videospiele vs. soziale Medien) und die daraus resultierenden unterschiedlichen strukturellen Hirnmerkmale, als auch psychologische Merkmale und kognitive Funktionen“, so das National Institute of Health.

„Wissenschaftler werden im Laufe der Zeit die Teilnehmer noch besser bei dem Test begleiten können, um zu verstehen, wie die Mediennutzung die Entwicklung einer Person beeinflusst. Dabei unterstreichen sie auch die einzigartige Chance, die die Studie bietet“, heißt es weiter.

Ausdünnung der Hirnrinde – gesund oder ungesund?

Wissenschaftler stellten dabei fest, dass die tägliche Bildschirmnutzung von Kindern eine vorzeitige Ausdünnung der Hirnrinde verursacht. Die Hirnrinde ist die äußerste Schicht unseres Denkapparates und für die Verarbeitung von Informationen und Emotionen zuständig. Diejenigen, die weniger vor einem Bildschirm saßen, weisen einen deutlichen Unterschied zu denjenigen auf, die täglich vor dem Bildschirm hockten. Aber Gaya Dowling, Direktor der NIH-Studie, warnte vor einer allzu schnellen Schlussfolgerung.

„Wir wissen nicht, ob dies auf die Bildschirmzeit zurückzuführen ist. Wir wissen auch noch nicht, ob es eine wirklich schlechte und ungesunde Sache ist“, sagte Dowling. „Erst wenn wir ihnen im Laufe der Zeit folgen, werden wir feststellen, ob es Ergebnisse gibt, die mit den aufgewiesenen Unterschieden zusammenhängen, die wir in diesem einzigen Schnappschuss der Wärmebildkamera erkennen.“

„Einige offene Fragen werden wir im Laufe der nächsten Jahre beantworten können“, erklärte Dowling. „Aber einige der wirklich interessanten Fragen können wir erst über langfristige Ergebnisse mit hundertprozentiger Sicherheit beantworten. Wir werden eine Weile warten müssen, bis wir wirklich aufschlussreiche Ergebnisse vorweisen können.

Die Interviews und Daten aus der NIH-Studie haben aber bereits eindeutige Ergebnisse geliefert. Kinder, die mehr als zwei Stunden pro Tag vor den Bildschirmen verbringen, bekamen niedrigere Bewertungen für Denk- und Sprachtests.“

Forscher hoffen auf endgültige Beweise

Dowling hofft nun, dass die Forscher nach Abschluss der Studie feststellen können, ob das stundenlange Starren auf den Bildschirm süchtig macht.

„Wir werden nicht nur sehen können, wie viel Zeit die Kinder vor dem Bildschirm verbringen, sondern auch welchen Einfluss das letztendlich auf sie hat und welche langfristige Folgen das mit sich bringt. Und das wird schließlich auch die Frage beantworten, wie süchtig das alles macht“, sagte sie gegenüber CBS News.

Die endgültigen Ergebnisse werden aber erst in einigen Jahren wirklich ausgewertet und verfügbar sein. Auf die Antworten zu „einigen der wirklich interessanten Fragen zu diesen langfristigen Ergebnissen […] müssen wir eine Weile warten. Aber sie werden uns allen weiterhelfen“, fuhr Dowling fort.

Vermeiden von digitalen Medien für Kinder unter 24 Monaten

Dr. Dimitri Christakis war zusammen mit dem Seattle Children’s Hospital der Hauptautor der jüngsten Richtlinien der American Academy of Pediatrics. Seine Empfehlung an die Eltern: Sie sollten „die Nutzung digitaler Medien mit Ausnahme des Videochats bei Kindern unter 18 bis 24 Monaten komplett vermeiden.“

„Was wir also über Babys wissen, die mit iPads spielen, ist, dass sie das, was sie lernen, nicht vom iPad in die reale Welt übertragen. Das heißt, wenn Sie einem Kind eine App geben, in der es mit virtuellen Legos oder virtuellen Blöcken spielt, und es nur über die virtuelle Welt diese Steine stapelt, wird das Kind mit den realen Legos und Bausteinen nichts anfangen können. Im Prinzip beginnen Sie dann von vorne und müssen alles erst neu beibringen“, so seine weiteren Erkenntnisse nach diversen Tests und Studien.

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Zudem meint er, dass das Wissen, das durch das Spielen mit virtuellen Blöcken erworben wurde, nicht auf echte Legos in der realen Welt übertragen wird. „Es ist keine übertragbare Fähigkeit. Sie übertragen das Wissen der Zweidimensionalität nicht auf die Dreidimensionalität“, sagte er.

Schöne neue Welt? Oder Albtraum der technischen Errungenschaften? Darf ein Kind nicht einfach Kind sein und ganz normal groß werden? Mit richtigen Spielsachen spielen, auf Bäumen klettern und auch mal im Matsch spielen?

Übersetzt und bearbeitet von Jacqueline Roussety

Quelle: Kids Who Stare at a Screen for More Than 7 Hours a Day Have Different Brain Structure: Study