Ledumahadi Mafube: Südafrikas neuer Riese aus dem Jura

Epoch Times16. Oktober 2018 Aktualisiert: 16. Oktober 2018 9:34
Wissenschaftler haben vor Kurzem eine neue riesige Dinosaurierart in Südafrika entdeckt. Der Sauropode namens Ledumahadi Mafube wog 12 Tonnen und erreichte eine Hüfthöhe von etwa vier Metern. Zu dieser Zeit war er das größte Landtier, als er vor fast 200 Millionen Jahren auf diesem Planeten wandelte.

Ein Team internationaler Wissenschaftler unter der Leitung des Paläontologen Jonah Choiniere von der Universität of the Witwatersrand (Wits) beschrieb nun die in Südafrika neu entdeckte Art in der Zeitschrift Current Biology.

Der Name des Dinosauriers lautet „Ledumahadi Mafube“ und bedeutet so viel wie „ein riesiger Donnerschlag im Morgengrauen.“ Er ist in der einheimischen Sprache Sesotho, eine der 11 Amtssprachen Südafrikas, geschrieben und nimmt Bezug auf den Fundort des Riesen.

„Der Name spiegelt die Größe des Tieres wider und die Tatsache, dass seine Abstammung an den Ursprüngen der Sauropoden-Dinosaurier lag“, sagte Choiniere. „Es ehrt sowohl das junge, als auch das alte Erbe des südlichen Afrikas.“

Ein evolutionäres „Experiment“

Ledumahadi Mafube ist einer der nächsten Verwandten der bis zu 60 Tonnen schweren Sauropoden wie der Brontosaurus. Alle Sauropoden aßen Pflanzen und standen auf vier Beinen, mit einer Haltung die heutigen Elefanten entsprechen.

Laut den Forschern entwickelte der Sauropode seine riesige Größe unabhängig von anderen Arten. Zudem sollen seine Vorderbeine kürzer als seine Hinterbeine gewesen sein und so eine geduckte Erscheinung gehabt haben. Dies veranlasste das wissenschaftliche Team, Ledumahadi als ein evolutionäres „Experiment“ mit riesiger Körpergröße zu betrachten.

Ledumahadis Fossil erzählt für die Forscher eine faszinierende Geschichte. Sie berichtet von seiner individuellen Lebensweise, der geografischen Geschichte seines Wohnortes und der Evolutionsgeschichte der Sauropoden.

Extrem Robust

„Das erste, was mir bei diesem Tier aufgefallen ist, ist die unglaubliche Robustheit der Extremitätenknochen“, erläutert der Hauptautor Dr. Blair McPhee.

„Er war von ähnlicher Größe wie die riesigen Sauropoden. Allerdings waren seine Arme und Beine unglaublich dick und nicht typischerweise ziemlich schlank. Für mich bedeutete dies, dass der Weg zum Gigantismus bei Sauropoden alles andere als einfach war. Wie zum Beispiel die Art und Weise, wie diese Tiere die üblichen Lebensprobleme wie Essen und Bewegen lösten. Alles innerhalb der Gruppe war viel dynamischer, als wir bislang annahmen.“

Neue Methode

Das Forschungsteam entwickelte eine neue Methode, bei der sie Messungen der „Arme“ und „Beine“ verwendeten. Dabei zeigten sie, dass Ledumahadi auf allen Vieren ging, im Gegensatz zu vielen anderen Mitgliedern seiner eigenen Gruppe, wie zum Beispiel Massospondylus.

Weiterhin zeigte das Team, dass viele frühere Verwandte von Sauropoden auf allen Vieren standen und dass sie früher erschienen, als bislang angenommen.

„Viele riesige Dinosaurier gingen auf vier Beinen, hatten aber Vorfahren, die auf zwei Beinen gingen. Wissenschaftler wollen etwas über diese evolutionäre Veränderung wissen, aber erstaunlicherweise hat sich niemand eine einfache Methode ausgedacht, um zu sagen, wie sich jeder Dinosaurier bewegt hat – bis jetzt“, sagt Dr. Roger Benson.

Mit Jahresringen zur Altersbestimmung

Dr. Jennifer Botha-Brink konnte nun auch durch osteohistologische Analysen das Alter des Tieres ermitteln. „Anhand der fossilen Knochenstruktur konnten wir erkennen, dass das Tier rasch erwachsen wurde. Eng beieinander liegende, jährlich abgelagerte Jahresringe zeigen, dass die Wachstumsrate vor dem Tod des Tieres deutlich gesunken ist“, sagt Botha-Brink.

All das deutet laut den Wissenschaftlern darauf hin, dass das Tier das Erwachsenenalter erreicht hat. „Es war auch interessant zu sehen, dass das Knochengewebe Aspekte sowohl von basalen Sauropoden, als auch von den eher abgeleiteten Sauropoden aufweist. Das zeigt, dass Ledumahadi eine Übergangsphase zwischen diesen beiden großen Gruppen von Dinosauriern darstellt.“

Trockenes und wüsten-artiges Südafrika

Ledumahadi lebte in der Gegend um Clarens, einer Provinz Freistaat in Südafrikas. Heute wird der Ort von einer malerischen Berglandschaft dominiert. Doch vor 200 Millionen Jahren sah dies ganz anders aus. Statt in grünen Bergen lebten die Dinosaurier in einer flachen, trockenen und wüsten-artigen Landschaft, in der Bachläufe zeitweise trockenen fielen.

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„An den Eigenschaften der sedimentären Gesteinsschichten, in denen die Knochenfossilien erhalten sind, können wir erkennen, dass vor 200 Millionen Jahren der größte Teil Südafrikas viel mehr wie die heutige Region um Musina in der Limpopo-Provinz Südafrikas oder Karoo in Zentral-Südafrika aussah“, sagt Dr. Emese Bordy.

Außerdem ist Ledumahadi eng mit anderen, riesigen Dinosauriern aus Argentinien verwandt, die zu einer ähnlichen Zeit lebten. Dies unterstreicht erneut, dass der Superkontinent Pangaea noch im frühen Jura zusammenhing. „Es zeigt, wie leicht Dinosaurier damals von Johannesburg nach Buenos Aires hätten gehen können“, erklärt Choiniere.

Ein wichtiger Fund für die Paläontologie

Der südafrikanische Minister Mmamoloko Kubayi-Ngubane sagt, dass die Entdeckung dieses Dinosauriers unterstreicht, wie wichtig die südafrikanische Paläontologie für die Welt ist.

„Unser Land hält nicht nur die Wiege der Menschheit, sondern wir haben auch Fossilien, die uns helfen, den Aufstieg der riesigen Dinosaurier zu verstehen. Dies ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Südafrika den richtigen Weg geht und aufgrund seines geografischen Vorteils wissenschaftliche Durchbrüche von internationaler Bedeutung macht“, so Kubayi-Ngubane.

Mehr über den „Donnerschlag im Morgengrauen“ im Video

Den Link zur PDF der Studie finden Sie hier (Englisch): A Giant Dinosaur from the Earliest Jurassic of South Africa and the Transition to Quadrupedality in Early Sauropodomorphs

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