Mentale Klarheit während Nahtoderfahrungen lässt vermuten, dass Gedanken unabhängig vom Gehirn existieren

Epoch Times16. Mai 2018 Aktualisiert: 15. Mai 2018 11:16
Wenn das Gehirn der Ursprung aller Gedanken ist, können sie nicht ohne das Gehirn existieren - doch aktuelle Forschungsergebnisse deuten auf das Gegenteil hin und lassen vermuten, dass Gehirn und Gedanken unabhängig voneinander existieren.

Falls die Gedanken nur eine Funktion des Gehirns sind, könnte daraus der Schluss gezogen werden, dass je mehr das Gehirn beschädigt ist, desto schlechter würden auch die Gedanken fließen.

Ergebnisse der aktuellen Gehirnforschung lassen jedoch andere Rückschlüsse zu: unter extremen Umständen, wie z. B. bei Nahtodzuständen, funktionieren die Gedanken gut, sogar besser als normal, auch wenn das Gehirn beschädigt ist. Das lässt die Forscher vermuten, dass die Gedanken unabhängig vom Gehirn fließen.

Einer der Wissenschaftler, der solche Fälle untersucht, ist Alexander Batthyany, ein Professor für theoretische Psychologie und psychische Philosophie in Liechtenstein und Mitglied der kognitiv-wissenschaftlichen Abteilung an der Universität Wien.

„Je ernsthafter die physiologische Krise, desto klarer die Wahrnehmungen“

In seiner neuesten Studie, die diesen Monat im Journal der Nahtoderfahrungen veröffentlicht wurde, werteten Batthyany und seine Kollegen tausende Fälle von Nahtoderfahrungen (NTE) aus, um die Qualität von Visionen und Bewusstsein in diesen Momenten zu bestimmen. Er berichtete Folgendes: „Je ernsthafter die physiologische Krise ist, desto häufiger berichteten die Betroffenen von klaren und komplexen Wahrnehmungen und sensorischen Funktionen.“

Ein Ziel seiner Forschungen war es, die wenigen früheren Studien zu replizieren, die sich mit der Qualität von Visionen und Bewusstsein von Menschen mit Nahtoderfahrungen beschäftigt hatten.

In einer in 2007 erschienenen Studie mit dem Titel „Ungewöhnliche Erfahrungen: Nahtod und ähnliche Phänomene“ von Wissenschaftler an der Universität Virginia berichteten 52,2 Prozent von klar wahrnehmbaren Visionen. Prof. Jeffrey Long, Gründer der Forschungseinrichtung Nahtoderfahrung fand in einer Umfrage von 1.122 Betroffenen heraus, dass 74 Prozent von erhöhtem Bewusstsein und Alarmbereitschaft berichteten.

„Ich fühlte mich extrem aufmerksam, total anwesend und fokussiert. Im Nachhinein war es wie halbwach, als ich lebte, und total wach im Übergang zum Tod.“, so einer der Befragten.

„Meine Wahrnehmungen und mein Geist fühlten sich wie gereinigt an und meine Gedanken waren wach, schnell und entschlossen. Ich fühlte mich befreit und war zufrieden, meinen Körper losgeworden zu sein. In einer unbeschreiblichen Weise war ich mit allem um mich herum verbunden. Ich fühlte, dass ich schneller denken konnte oder, dass diese Zeit sich merklich verlangsamt hatte“, berichtete ein anderer Patient.

Während Prof. Batthyanys Studie zu einem gewissen Grad die Ergebnisse der Vorstudien bestätigt, die den Anstieg an kognitiven und sensorischen Funktionen während Nahtoderfahrungen gezeigt haben, wies seine Methodik einige Beschränkungen auf. Er sagte, dass diese Einschränkungen zu prozentual geringeren Zahl von Befragten geführt hat, deren kognitive Leistung gestiegen sei.

Nahtoderfahrungen aus dem Internet

Er sammelte tausende Erfahrungsberichte im Netz und schickte sie durch ein Computerprogramm. Auf diese Weise identifizierte er die Wörter, die etwas mit Vision und Kognition zu tun hatten. (wie „gesehen“ oder „gedacht“)

Er und seine Kollegen bestimmten dann die Qualität der Visionen und Kognitionen in einer Skala von -2 bis +2. Sie näherten dann ihre Studie an die Erfahrungen an, die detaillierte Erklärungen der medizinischen Umstände enthalten. Es wurden nur Patienten mit Herz- und Atemstillstand in die Studie aufgenommen.

In vorherige Studien wurden Betroffene direkt über die Qualität ihrer Visionen und Kognitionen befragt. Batthyany´s Studie konnte nur die Informationen analysieren, die allgemein auf den Accounts angegeben wurden. Beispielsweise dann, als er entschied, dass „keine Veränderung“ bei Kognition und Vision feststellbar war, könnte es durchaus eine Veränderung gegeben haben, die jedoch nicht ausdrücklich beschrieben wurden.

Diejenigen Betroffenen, die visuelle Perzeptionen erwähnten, sagten zu 47 Prozent aus, dass sie einen Anstieg an Visionen hatten. 41 Prozent hatten unveränderte Visionen. „Was für sich genommen sehr bemerkenswert ist, unter der Voraussetzung, dass sich diese Patienten medizinisch gesehen in einer ernsthaften Krise befanden und meistens bewusstlos waren“, so Batthyany in einer E-Mail an Epoch Times.

Erhöhte Aufmerksamkeit und völlige Klarheit im Moment des Todes

Von den Befragten, die sich explizit auf Bewusstsein und mentale Aktivität bezogen, sagten 35 Prozent aus, dass sie sich in erhöhter Aufmerksamkeit befanden mit einer gesteigerten mentalen Aktivität. 61 Prozent berichteten von einem normalen Alltagsbewusstsein während Herz- und Atemstillständen.

Angesichts der Auswirkungen seiner Studie hat Batthyany sorgfältig auf andere Mängel seiner Methodik hingewiesen, einschließlich der Tatsache, dass Beschreibungen im Internet einige betrügerische Berichte enthalten können. „Auf den Seiten von NDERF, die die meisten Studien aufführen, wurden weniger als 1 Prozent der Berichte entfernt, weil es Zweifel in Bezug auf ihre Glaubwürdigkeit gab“, sagte er und gleichzeitig darauf hin, dass diese methodischen Mängel wahrscheinlich nicht seine allgemeine Feststellung beeinflussen, dass Nahtoderfahrungen im Großen und Ganzen verbesserte Sehfähigkeit und Wahrnehmung beinhalten.

Patienten, die seit Jahren völlig debil waren, kamen plötzlich kurz vor ihrem Tod wieder zu Sinnen. Zusätzlich zu diesen Nahtoderfahrungenstudien unterstützen weitere Forschungsergebnisse das Phänomen der terminalen Klarheit und des Verstandes und damit auch die Schlussfolgerung, dass der Geist selbst komplexe bewusste Aktivität ausüben kann.

Übersetzt und überarbeitet von Jacqueline Roussety

Quelle: Mental Clarity During Near-Death Experiences Suggests Mind Exists Apart From Brain: Study

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