Mit Pferd und Hund bestattet: Wikinger-Schiffsgräber in Schweden entdeckt

Epoch Times9. Juli 2019 Aktualisiert: 8. Juli 2019 15:30
Es gibt nicht viele Wikinger-Schiffsgräber, umso spannender sind die, die Archäologen ausgraben. Nach 50 Jahren wurde in Schweden erstmals wieder ein solches Grab freigelegt und offenbart die Geheimnisse eines einst reichen Mannes.

Der Fund eines Wikinger-Schiffsgrabs dieser Art ist an Land eher selten. Dennoch entdeckten Archäologen nach eigenen Angaben in der schwedischen Gemeinde Uppsala gleich zwei solcher Funde.

„Dies ist eine einzigartige Ausgrabung! Das letzte Schiffsgrab wurde vor 50 Jahren in Schweden entdeckt und untersucht“, sagte der Archäologe Anton Seiler gegenüber The Local.

Wikingerzeitliche Schiffe in der Nähe eines Pfarrhauses

Die beiden Schiffe – die Seiler als „sensationellen“ Fund bezeichnet – entdeckten die Forscher bereits im vergangenen Herbst in der Nähe eines Pfarrhauses im Dorf Gamla Uppsala direkt neben einem mittelalterlichen Brunnen und Keller. Die Freilegung und Erforschung der Begräbnisse begann jedoch erst im Juni dieses Jahres.

Diese Art von Bestattungen, bei denen Einzelpersonen in Booten in voller Größe begraben wurden, standen dem einfachen Volk nicht zu. Es wird angenommen, dass sie für Personen mit hohem Status reserviert waren.

„Es ist eine kleine Gruppe von Menschen, die auf diese Weise bestattet wurden“, so der Archäologe. „Man kann vermuten, dass sie in der damaligen Gesellschaft angesehene Menschen waren, da Schiffsgräber im Allgemeinen sehr selten sind.“

In Schweden sind bisher nur etwa zehn solcher Schiffsbestattungen bekannt, hauptsächlich aus den Provinzen Uppland und Västmanland in Mittelschweden.

Mit Waffen, Kamm, Pferd und Hund ins Jenseits

Eines der beiden neu entdeckten Gräber war noch intakt, das andere war dagegen bereits beschädigt. Die Archäologen vermuten, dass der Bau der Keller aus dem 16. Jahrhundert der Grund, für die Zerstörung eines der beiden Gräber war.

Wie bei ähnlichen Bestattungen aus der Region üblich, wurde die Person aus dem intakten Grab neben mehreren Gegenständen – darunter Waffen, Schilde und ein Kamm – zur Ruhe gelegt. Diese sollten dem Toten vielleicht für ein Leben im Jenseits zur Verfügung stehen.

Bei der bestatteten Person handelt es sich vermutlich um einen Mann, den die Wissenschaftler im Heck des Schiffes entdeckten. Außerdem wurde dieser von einem Pferd und einem Hund in den Tod begleitet, die sich im Bug des Schiffes befanden.

Obwohl es unklar bleibt, wann diese Bestattung stattfand, stammen die meisten Schiffsgräber dieser Art aus der Wikingerzeit (793 – 1066 nach Christus) oder der unmittelbar vorausgehenden Epoche, die als Vendelzeit (500 – 793 nach Christus) bekannt ist.

In den letzten Monaten entdeckten die Forscher auch ein weiteres Schiff, das mit einer Bestattungspraxis in der skandinavischen Region in Verbindung steht.

Gleiche wikingerzeitliche Sitten in Norwegen und Schweden

Archäologen des Norwegischen Instituts für die Erforschung des Kulturerbes (NIKU) entdeckten bereits 2018 ein 20 Meter langes Wikingerschiff mittels modernster Radartechnik in Østfold County, Südost-Norwegen.

Die Radardaten, die das NIKU-Team sammelte, zeigten, dass das Schiff einst in einen großen Grabhügel eingebettet war, der im Laufe der Zeit allmählich durch landwirtschaftliche Aktivitäten abgetragen wurde. Überraschenderweise schien das Schiff völlig intakt überlebt zu haben, obwohl es nur einen halben Meter unter der Erdoberfläche lag.

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„Dieser Fund ist unglaublich spannend, da wir nur drei gut erhaltene Wikingerschiffsfunde in Norwegen kennen, die vor langer Zeit ausgegraben wurden“, sagte Knut Paasche, Leiter der Abteilung für digitale Archäologie bei NIKU und Experte für Wikingerschiffe, in einer Erklärung. (ts)