Neue Archaeopteryx-Art in Schweden identifiziert?

Epoch Times26. Oktober 2018 Aktualisiert: 26. Oktober 2018 10:20
Der wohl bekannteste Urvogel der Welt erhält einen neuen Verwandten: Forscher der Universität Uppsala, Schweden, identifizierten nun eine neue Archaeopteryx-Art, die mehr Ähnlichkeiten zu unseren heutigen Vögeln, als zu den Dinosauriern aufweist.

Forscher haben nach eigenen Angaben eine neue Art des Urvogels Archaeopteryx identifiziert. Sie besitze mehr Gemeinsamkeiten mit heutigen Vögeln, als mit ihren Dinosaurier-Vorfahren, sagte Mitautor Per Ahlberg von der Universität Uppsala in Schweden.

Besser als in früheren Studien könne man nun schlüssig zeigen, dass der Archaeopteryx ein ursprünglicher Vorläufer der Vögel sei, schreibt das Team im Journal „Historical Biology“.

Die Erkenntnisse gewann das Team in der European Synchrotron Radiation Facility (ESRF), einer Großforschungseinrichtung in Grenoble. Mit einer hochauflösenden Computertomographie wurde das Fossil dort untersucht.

Das 2009 öffentlich präsentierte Fossil wurde in einem Steinbruch im bayerisch-schwäbischen Ort Daiting entdeckt. Das in Kalkstein eingebettete Fossil stammt zudem aus der Mörnsheim Formation aus dem Oberjura. Die Forscher nannten die neue Art Archaeopteryx albersdoerferi – nach dem Eigentümer des Fossils, dem Paläontologen Raimund Albersdörfer.

Alle bekannten Archaeopteryx-Fossile stammen aus Bayern

Weltweit sind nur rund ein Dutzend Archaeopteryx-Exemplare bekannt, die alle aus Bayern stammen. Ihr Alter wird auf etwa 150 Millionen Jahre geschätzt.

Der Urvogel aus Daiting gilt als Besonderheit, weil er rund 400 000 Jahre jünger ist, als die anderen. Das nun so gründlich untersuchte Archaeopteryx-Exemplar ist das achte in seiner Reihe. In Kürze soll das Fossil in Denkendorf im Dinosaurier-Museum Altmühltal ausgestellt werden.

Oliver Rauhut von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München ist skeptisch, ob es sich tatsächlich um eine neue Art handelt. Beim Archaeopteryx habe man noch ein sehr schlechtes Verständnis der Unterteilung in Arten, sagte der Paläontologe. Das Daitinger Exemplar sei zudem mit einer extrem detaillierten Computertomographie untersucht worden. Die Frage sei, was man finden würde, wenn man die anderen genauso untersuchen würde.

Federn zum Fliegen oder zum Wärmen?

Ob der Archaeopteryx, ähnlich wie viele der heutigen Vögel, flugfähig war, oder nicht, ist in der Forschung noch immer umstritten. In einer älteren Studie erbrachten Forscher den Beweis, dass die Flügelknochen des Urvogels für kurzzeitiges Flattern geformt waren. Dennoch war sein Flugstil nicht so fortgeschritten, wie der der heutigen Vögel.

Christian Foth von der Bayerischen Staatssammlung für Paläontologie und Geologie in München ist der Meinung: „Interessanterweise waren die seitlichen Schwanzfedern von Archaeopteryx aerodynamisch geformt und dürften daher eine wichtige Rolle bei der Flugfähigkeit gespielt haben.“ (ls/dpa)

Den Link zur PDF der Studie finden Sie hier (Englisch): The first specimen of Archaeopteryx from the Upper Jurassic Mörnsheim Formation of Germany

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