Neue Funde belegen: Der frühe Mensch war viel weiter entwickelt, als bislang angenommen

Epoch Times4. April 2018 Aktualisiert: 4. April 2018 15:24
Im Olorgesailie-Becken in Südkenia entdeckten Archäologen anspruchsvoll gefertigte Steinartefakte, die eigentlich mit Menschen aus dem Mesolithikum in Verbindung gebracht werden. Sie deuten darauf hin, dass der Mensch viel eher, viel weiter entwickelt war, als die Forschungswelt bislang annahm.

Anthropologen im Smithsonian National Museum of Natural History haben mithilfe eines internationalen Teams von Forschern herausgefunden, dass die frühen Menschen in Ostafrika bereits vor etwa 320.000 Jahren mit dem Austausch von Gütern begonnen haben. Sie handelten unter anderen mit Farbpigmenten und, für diese Zeit, anspruchsvollen Steinwerkzeuge mit entfernten Gruppen.

Der frühe Mensch war gezwungen sich weiter zu entwickeln

Diese neu entdeckten Aktivitäten gehen ungefähr auf den ältesten bekannten Fossilienbestand des Homo sapiens zurück. Sie treten somit Zehntausende von Jahren früher auf, als bisherige Beweise in Ostafrika gezeigt haben.

Diese Verhaltensweisen, die eher charakteristisch für Menschen aus der mittleren Steinzeit (Fachbegriff: Mesolithikum) sind, lösten Technologien und Lebensweisen ab, die seit Hunderttausenden von Jahren bestanden.

Beweise für diese Meilensteine ​​in der evolutionären Vergangenheit des Menschen stammen aus dem Olorgesailie-Becken in Südkenia. Es enthält eine archäologische Aufzeichnung des frühen menschlichen Lebens von mehr als einer Million Jahren. Die neuen Entdeckungen zeigen, dass diese Verhaltensweisen in einer Zeit mit enormen Umweltschwankungen in der Region entstanden sind.

Als Erdbeben die Landschaft und das Klima zwischen nassen und trockenen Bedingungen veränderten, hätten technologische Innovationen, Austausch von Informationen und frühe symbolische Kommunikation den Menschen geholfen zu überleben, so die Wissenschaftler.

„Die Veränderung zu einer sehr anspruchsvollen Reihe von Verhaltensweisen, die größere geistige Fähigkeiten und ein komplexeres soziales Leben miteinbezogen, war vielleicht der Grund, weshalb sich unsere Linie von anderen frühen Menschen unterschied“, sagte Rick Potts, Direktor des Human Museum des National Museum of Natural History Programm.

Steinwerkzeuge waren sorgfältiger und spezialisierter

Der erste Hinweis auf das Leben des Menschen im Olorgesailie-Becken ist mehr als 1,2 Millionen Jahre alt. Die Menschen haben dort eine lange Zeit große Steinbearbeitungswerkzeuge hergestellt und benutzt, die man Faustkeile nennt. Im Jahr 2002 entdeckte das Team um Rick Potts im Olorgesailie-Becken eine Vielzahl kleinerer, sorgfältig geformter Steinwerkzeuge.

Untersuchungen ergaben, dass die Werkzeuge 320.000 bis 305.000 Jahre alt waren. Diese kleinen Steinartefakte wurden sorgfältiger und spezialisierter gefertigt als die großen Faustkeile. Viele waren Spitzen, die an einem Schaft befestigt und möglicherweise als Projektilwaffen verwendet wurden. Weiterhin wurden Schaber und Ahlen bzw. Pfrieme gefunden.

Während die Faustkeile aus lokalem Rohmaterial hergestellt wurden, fand das Smithsonian-Team kleine Steinspitzen aus nicht-lokalem Obsidian in ihren Fundstätten. Neben den Spitzen fanden die Forscher auch größere, ungeformte Stücke des scharfkantigen Vulkansteins.

Wurden Farbe und Obsidian als Rohstoff „gehandelt“?

Die vielfältige chemische Zusammensetzung der Artefakte entspricht der einer Vielzahl von Obsidianquellen in 25 bis 90 Kilometer Entfernung. Dies soll laut den Forschern darauf hindeuten, dass Austauschnetze vorhanden waren, um den wertvollen Stein durch die Landschaft zu bewegen.

Betrachtet man einmal den Zeitaufwand, so stellt man fest, dass ein Mensch bei idealen Bedingungen den 25 Kilometer langen Weg in fünf Stunden laufen kann. Für Jäger und Sammler, die es gewohnt sind Strecken hinter sich zu legen, ist das allerdings nicht viel.

Weiterhin entdeckte das Team schwarze und rote Gesteine ​​(Mangan und Ocker), zusammen mit dem Beweis, dass die Gesteine ​​als Grundlage für Farbstoff dienten. „Wir wissen nicht, wofür die Farbgebung verwendet wurde, aber die Archäologen halten die Färbung oft für die Wurzel der komplexen symbolischen Kommunikation“, so Potts.

„Genauso wie Farbe heute in Kleidung oder Fahnen verwendet wird, um Identität auszudrücken, haben diese Pigmente den Menschen geholfen, die Mitgliedschaft in Gruppen zu kommunizieren und Verbindungen zu entfernten Gruppen aufrechtzuerhalten.“

Um den Grund für die Veränderungen im menschlichen Verhalten zu verstehen, integrierte das Forschungsteam weitere Daten aus einer Vielzahl von Quellen. Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Zeitraum, in dem die Veränderungen der Verhaltensweisen auftraten mit der Veränderung der Landschaften und des Klimas übereinstimmt.

Klima- und Landschaftsveränderungen zwangen die Menschen zur Änderung ihrer Lebensweise

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Den Beweis dafür lieferten geologische, geochemische und paläobotanische Untersuchungen sowie Faunenreste. Die Region um das Olorgesailie-Becken war vor etwa 360.000 Jahren von einer längeren Instabilität des Klimas betroffen. Gleichzeitig veränderten Erdbeben die Landschaft kontinuierlich.

Einige Forscher vertreten die Theorie, dass sich frühe Menschen in Reaktion auf eine trockene Umwelt allmählich entwickelten. Doch Rick Potts ist sich sicher, dass die Ergebnisse seines Teams eine alternative Idee unterstützen. Sie wurden von der Natur zu Veränderungen gezwungen:

Umweltschwankungen hätten die Bewohner des Olorgesailie-Beckens vor erhebliche Herausforderungen gestellt und Veränderungen in der Technologie und in den sozialen Strukturen ausgelöst, die die Wahrscheinlichkeit der Ressourcensicherung in Zeiten der Knappheit erhöht hätten. (ls)

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