Opferritual in Dänemark: Archäologen entdecken acht Hunden und eine junge Frau aus der Eisenzeit

Epoch Times12. Juni 2018 Aktualisiert: 12. Juni 2018 9:16
Archäologen haben in Dänemark eine ganze eisenzeitliche Gemeinde sowie ein dazugehöriges Moor mit Menschen- und Tieropfern gefunden. Sie waren Teil eines Opferritual an die nordischen Götter.

Bei umfangreichen archäologischen Ausgrabungen in Skødstrup, nördlich von Aarhus, haben Archäologen ungewöhnlich gut erhaltene Überreste einer ganzen eisenzeitlichen Gemeinde und eines dazugehörigen Opferrituals aus der Zeit um Christi Geburt gefunden.

Mehrere Moore mit den Überresten von geopferten Menschen und Hunden wurden bereits 2015 in einem tiefer gelegenen Gebiet unterhalb eines Dorfes entdeckt. Insbesondere ein Menschenopfer und acht geopferte Hunde, die neben Pfählen lagen, offenbaren einen neuen Aspekt der eisenzeitlichen Religion.

Acht Hunde und eine Frau für die Götter

Vier Meter unter der Oberfläche eines Feldes nördlich von Aarhus graben Archäologen des Moesgaard Museums derzeit ein Opfermoor aus der Eisenzeit aus. In der frühen Eisenzeit wurde das Moor ausgiebig zum Torfabbau genutzt. Einige Jahrhunderte später wurde dieser Ort jedoch für Opferungen verwendet.

Das zeigen die neuesten Funde von Opferritualen, bei der Menschen und Hunde getötet und als Opfergabe an die Götter in den alten Torfabbau gelegt wurden. Bisher wurden das menschliche Skelett einer Frau und acht Hundeskelette gefunden.

„Wir haben von den Ausgrabungen Großes erwartet, denn eine Siedlung, ein Gräberfeld sowie umfangreiche Opfergaben in den Mooren um Skødstrup wurden bereits gefunden. Aber diese neuen Entdeckungen werden unseren Erwartungen mehr als gerecht. Und der Fund eines menschlichen Skeletts ist die Krönung“, sagt der Archäologe und Grabungsleiter Per Mandrup vom Moesgaard Museum.

An Pfählen befestigt

Das Skelett wurde als Knochenhaufen im Moor gefunden, zusammen mit zwei Pfählen, von denen einer am Ende zugespitzt wurde. Von dem Kopf des Menschen wurde jedoch nur der Kiefer gefunden. Dies deutet laut den Archäologen darauf hin, dass der Rest des Schädels irgendwann vom Körper getrennt wurde.

Bereits kurz nach der Ausgrabung stellte sich durch Untersuchungen heraus, dass es sich bei dem Opfer um eine junge Frau in den Zwanzigern handelt. Ihre Überreste wurden ins Moesgaard Museum gebracht, wo weitere Untersuchungen durchgeführt werden.

Bereits weitere Menschenopfer aus der Umgebung bekannt

In einem nahegelegenen Moor, nur 150 Meter von der aktuellen Fundstelle entfernt, wurden seit dem 19. Jahrhundert mehrere Waffenopfer (Schwerter, Lanzen und Schildteile), ein Menschenopfer, verbrannte menschliche Knochen in einer Holzkohleschicht, ein Holzphallus sowie 13 Hundeskelette gefunden.

Neben den Opfermooren graben Archäologen auch die Überreste eines großen Dorfes aus. Darunter befinden sich auch eine Kopfsteinpflasterstraße und erhaltene Hausböden. Ein damit verbundenes Gräberfeld wurde in früheren Ausgrabungen untersucht.

„Auf Skødstrup haben wir das ganze Spektrum einer eisenzeitlichen Gemeinde: Ein gut strukturiertes Dorf mit dazugehörigem Gräberfeld und Opfermooren. Es gibt uns einen einzigartigen Einblick in das Leben der Menschen der Eisenzeit, in Krieg und Frieden und nicht zuletzt einen Einblick in ihr religiöses Universum“, sagte Per Mandrup.

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