Pömmelte: Zerstückelte Frauen und Kinder im „deutschen Stonehenge“ entdeckt

Epoch Times22. July 2018 Aktualisiert: 24. Juli 2018 15:16
Archäologen entdeckten in den Gruben des "deutschen Stonehenge" die zerstückelten Überreste von Frauen und Kindern. Diese wurden vor mehr als 4000 Jahren rituell geopfert.

Jedes Jahr besuchen Hunderttausende von Menschen Englands berühmt berüchtigtes Stonehenge, ein Heiligtum aus großen, kreisförmig angeordneten Steinen, das um 2500 vor Christus erbaut wurde.

Etwa zur gleichen Zeit, im Jahre 2320 vor Christus, erbauten Menschen in der Nähe der heutigen Gemarkung Pömmelte (Deutschland), eine ähnliche Anlage. Dabei handelt es sich um einen runden Holzbau, der mit 29 schachtartigen Gruben ausgekleidet ist.

Das „deutsche Stonehenge“

Laut den Archäologen war dieser Ort ein Treffpunkt für gesellschaftliche Veranstaltungen und Rituale – und auch ein Ort für Menschenopfer.

In einem Artikel aus der Fachzeitschrift Antiquity erklären sie, dass dieses Denkmal vermutlich ein Ort für Menschenopfer, vor allem von Frauen und Kindern war. Die Archäologen entdeckten die Skelette von Frauen und Kindern in den Gruben der Anlage. Daneben lagen zudem für Rituale typische Gegenstände, wie fragmentierte Trinkgefäßen und Rinderknochen.

Die Tatsache, dass die Überreste von sieben Menschen neben rituellen Utensilien gefunden wurden, deutet darauf hin, dass sie ein Teil dieses zeremoniellen Opfers waren.

„Das war keine offizielle Bestattung, wie wir sie aus dieser Zeit kennen“, sagte der leitende Forscher André Spatzier vom Landesamt für Kulturerbe Baden-Württemberg gegenüber ABC News. „Sie sahen aus, als wären sie reingeworfen worden.“

Anders als sein berühmter Bruder in England

Die Beweise für rituelle Opfer machen den Ort einzigartig und unterscheiden ihn von Stonehenge. Denn hier wurden bislang keine schlüssigen Beweise für solche Opfer gefunden.

„Wir fanden auch Körperteile wie Arme, Beine und Köpfe“, sagte Spatzier. Die meisten der Kinder und Jugendlichen waren zwischen 3 und 17 Jahre alt. Doch auch das Skelett einer etwa 40 Jahre alten Frau wurde gefunden, sagte der Archäologe.

Der Standort Pömmelte ist eine von mehreren kreisförmigen Anlagen in Mitteleuropa. Weitere wurden unter anderem auch in Spanien und Portugal entdeckt.

Zudem erklärten die Autoren, dass Pömmelte der erste mitteleuropäische monumentale Komplex von „primär sakraler Bedeutung“ ist, der im Detail ausgegraben und untersucht wurde.

Die Rekonstruktion der Kreisgrabenanlage von Pömmelte im Video:

Den Link zur PDF der Studie finden Sie hier (Englisch): The ring sanctuary of Pömmelte, Germany: a monumental, multi-layered metaphor of the late third millennium BC

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