Schiffswrack mit 800 Jahre alter Keramik „Made in China“ entdeckt

Epoch Times14. June 2018 Aktualisiert: 15. November 2018 9:24
Vor Hunderten von Jahren sank ein Handelsschiff beladen mit Keramiken und anderen Luxusgütern. Das Besondere: Ein "Made in China"-Stempel gibt den Archäologen einen Hinweis zur Herkunft und zum Untergang des Schiffes.

Vor Jahrhunderten sank ein Schiff in der Javasee vor der Küste Indonesiens. Der hölzerne Rumpf zerfiel im Laufe der Zeit und hinterließ nur seine wertvolle Ladung. Erst in den 1980er Jahren entdeckten Fischer die Reste des versunkenen Handelsschiffes. Es war beladen mit Tausenden von Keramiken und Luxusgütern „Made in China“.

Das Äquivalent eines „Made in China“-Etiketts

In den darauffolgenden Jahren haben Archäologen die Artefakte des ehemaligen Schiffswracks geborgen und untersucht. Sie studierten die Zusammensetzung der Ladung genau, um herauszufinden woher das Schiff kam und aus welcher Zeit es stammt. Das Äquivalent eines „Made in China“-Etiketts auf einem Stück Keramik half den Archäologen dabei, die Geschichte des Schiffes zu lüften.

„Erste Untersuchungen in den 90er Jahren datierten das Schiffswrack auf Mitte bis Ende des 13. Jahrhunderts. Wir haben nun aber Beweise dafür gefunden, dass es wahrscheinlich ein Jahrhundert älter ist“, sagt Lisa Niziolek, Archäologin am Field Museum in Chicago.

„Vor 800 Jahren hat jemand ein Stempel auf diesem Keramikgefäß hinterlassen, auf dem im Wesentlichen „Made in China“ steht. Wegen des erwähnten Ortes sind wir in der Lage, dieses Schiffswrack besser zu datieren.“

Die Inschrift der Keramik weist darauf hin, dass das Gefäß möglicherweise in Jianning Fu, einem Regierungsbezirk in China, hergestellt wurden. Aber nach der Invasion der Mongolen um 1278 wurde das Gebiet in Jianning Lu umbenannt. Die Namensänderung gab Niziolek und ihren Kollegen den Hinweis, dass das Schiff bereits vor 1278 gesunken sein muss.

Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Schiff in den späteren „Jianning Lu“-Tagen alte Keramik mit dem veralteten Namen trägt, sei laut der Archäologin gering. „Es waren wahrscheinlich 100.000 Keramiken an Bord. Es scheint unwahrscheinlich, dass ein Händler die veraltete Ware kaufte oder so lange lagerte. Die Keramik wurde vermutlich nicht lange vor dem Untergang des Schiffes hergestellt“, so Niziolek.

Ein Schiff voll Keramik, Elfenbein und Harzen

Neben den zahlreichen Keramiken befanden sich auch Elefantenstoßzähne und Harze an Bord des Schiffes. Das Elfenbein war vermutlich für den Einsatz in der Medizin oder Kunst vorgesehen. Während die duftenden Harze für den Einsatz in Weihrauch oder zum Abdichten von Schiffen verwendet wurden. Beide Materialien waren entscheidend für die Datierung des Wracks.

Bislang wurde angenommen, dass das Wrack ungefähr 700-750 Jahre alt ist. Da sich die Technik zur Altersbestimmung inzwischen verbessert hat, erhielten die Wissenschaftler nun ein neues Alter. Zusammen mit dem Stempel auf der Keramik und erneuten Analysen bestimmten die Forscher das Alter des Wracks auf 800 Jahre.

„Als wir die Ergebnisse zurückbekamen und erfuhren, dass die Harz- und Stoßzahnproben älter waren als bisher angenommen, waren wir begeistert“, sagt Niziolek. „Wir hatten es aufgrund Stempels und den Gesprächen mit Kollegen in China und Japan bereits vermutet.“

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