Schottland – Das Land der wilden Highlander und seine Schätze

Epoch Times27. September 2018 Aktualisiert: 26. September 2018 11:45
Ein Juwel vor der Küste Europas: Schottland ist nicht umsonst Drehort unzähliger Filme und Serien, ranken sich doch weit mehr als eine Handvoll Legende um das Land der Feen, Elfen und Kobolde ... Doch es gibt auch Schätze, die besser greifbar sind: Zum Beispiel etwa 1.400 Burgen, Schlösser und Ruinen.

Neben Schottenröcken und Whiskey, Dudelsäcken und dem wohl berühmtesten Seeungeheuer der Welt hat Schottland noch mehr zu bieten. Schätze, architektonischer Art, die teils seit Jahrhunderten existieren – und von denen es einige ohne Probleme mit Versailles oder den Schlössern von Walt Disney aufnehmen können.

Acht der schönsten Schlösser und Burgen stellen wir im Folgenden vor. Jede einzelne beherbergt eine Geschichte – manche blutig, manche mystisch, manche romantisch – aber alle sind einzigartig und ihre Legenden halten sich noch heute.

1 – Kilchurn Castle

Kilchurn Castle liegt auf einer felsigen Halbinsel, die in Loch Awe in Argyll und Bute mündet. Die Burg wurde in der Mitte des 15. Jahrhunderts als Sitz der Campbells von Glenorchy gegründet. Margaret war eine der vier Frauen von Colin Campbell (Der „Schwarze Colin Roms“). Einer Erzählung nach soll sie bei dem Bau der Burg dabei gewesen sein.

In den folgenden Jahren erweiterten die Lairds (Burgherren) der Burg die Anlage um weitere Bauelemente. Durch Heirat zog es den Clan Campbell of Glenorchy später weiter in den Osten des Landes. Sie erbauten ihren neuen Sitz „Taymouth Castle“ und wurden zu den Earls of Breadalbane erhoben. Während diese Zeit erhielt Kilchurn Castle einen Burgverwalter.

Nach einer Blutfehde, weiteren Umbauten und dem vergeblichen Versuchen des Earls of Breadalbane, die Burg an die Regierung zu verkaufen, verfiel sie im Laufe der Zeit.

2 – Burg Tioram

Burg Tioram, auch bekannt als Dorlin Castle ist eine zerstörte Festung, die sich auf der Gezeiteninsel Eilean Tioram im Loch Moidar befindet. Sie war ursprünglich die Festung des Clan Ruaidhrí, wurde später jedoch zum traditionellen Sitz des Clan Raghnail. Dieser war wiederum ein Zweig des Clan MacDonald.

1692 besetzte die Truppen von König Wilhelm III. von England das Schloss. Obwohl der Clanchef England seine Treue schwor, befand er sich zu dieser Zeit am jakobitischen Hof in Frankreich. Der Clan konnte die Burg wieder zurückerobern. Jedoch brannte er sie nieder und ließ sie anschließend zur Ruine verfallen. Heute ist sie aufgrund ihrer Baufälligkeit unbetretbar.

Ein Wiederaufbau der Burgruine und der Ausbau in ein Museum war geplant und der Antrag bereits bewilligt. Jedoch wurde die Genehmigung wieder entzogen, da die Bevölkerung für den Schutz und Erhalt der Ruine war. Man wolle das Gebäude nicht in ein modernes Museum verwandeln, da die Geschichte besser an Ruinen zu erkennen sei.

3 – Eilean Donan Castle

Die Eilean Donan Burg wurde im 13. Jahrhundert auf einer kleinen Gezeiteninsel errichtet, die eine starke Verteidigungsposition gegen nordische Expeditionen bot. Die Burg und die Insel wurden nach dem irischen Heiligen Donnán von Eigg benannt. Er war ein keltischer Priester, der 617 nach Christus hier sein Martyrium erlitt.

Eilean Donan war eine Hochburg des Clan MacKenzie, die im Laufe der Zeit mehrere Erweiterungen und Verkleinerungen erhielt. Während der Jakobitenrebellionen wurde die Burg 1719 von spanischen Soldaten bemannt, die sich mit den Schotten verbündeten. Die Spanier warteten mit einem Keller voll Schießpulver auf eine Waffenladung aus ihrem Heimatland.

Wohlwissend von dem Bündnis schickte die englische Regierung drei Fregatten nach Eilean Donan. Da die starken Burgmauern den Beschuss der Schiffe stand hielten, gingen die Engländer an Land und überwältigten die spanischen Verteidiger. Nach der Kapitulation entdeckten sie das Magazin mit seinen 343 Fässern Schießpulver und sprengten die Burg in die Luft.

Oberstleutnant Colonel John Macrae-Gilstrap kaufte die Burg 1911, restaurierte sie zwischen 1919 und 1932 und richtete somit das meistfotografierte Denkmal Schottlands wieder auf.

4 – Burg Stalker

John Stewart ließ die Wohnturmfestung in Loch Laich um 1440 als Rückzugsort und zum Schutz seiner Frau und seines Sohnes Dugald erbauen. Da Dugald aus einer unehelichen Verbindung mit einer Frau aus dem befreundeten Clan MacLaren entstand, war sein Leben mehrmals in Gefahr. Nicht alle wollten, dass ein Bastard der Herr von Lorn wird. Sein größter Feind: Sein Onkel Walter.

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Nach dem Tod seiner Frau wollte John Stewart Dugalds leibliche Mutter heiraten, um den Anspruch seines Sohnes auf die Nachfolge als Lord zu legitimieren. Seine Feinde, darunter der Clan Campbell, versuchten dies mit einem Attentat auf die Hochzeitsgesellschaft zu verhindern. Während John Stewart kurz nach dem Ja-Wort an seinen Verletzungen stirbt, besetzen seine Feinde das Herrschaftsgebiet.

Dugald zog sich nach einer kurzen und aussichtslosen Belagerung auf die Burg Stalker zurück. Während er Rachepläne für die Ermordung seines Vaters hegte, baute er die Anlage weiter aus. 1468 kommt es zur entscheidenden Schlacht bei der Dugalds Truppen ihre Gegner schlugen. Dennoch wurde er nicht zum Herr von Lorn erhoben, da dieser Posten bereits von seinem Onkel Walter beansprucht war.

Nach nur einem Jahr erhielt der Clan Campell als Dank für die Treue den Titel und alle Ländereien. Dugald stirbt 30 Jahre später bei einer Schlacht. Auch in den folgenden Jahren kehrte keine Ruhe zwischen den beiden Clans ein und die Burg wechselte mehrfach ihren Besitzer.

1965 erwarb Lt. Col. D. R. Stewart Allward als Nachfahre die Burg und verbrachte das nächste Jahrzehnt damit, eine Reihe von Restaurierungen durchzuführen.

5 – Duart Castle

Sie ist der heutige Sitz der Familien MacLean und liegt auf der Isle of Mull, an der Westküste Schottlands. Wann genau die Burg erbaut wurde, ist unklar. Es wird vermutet, dass sie im 13. Jahrhundert vom Clan MacDougal errichtet wurde. Nach der Heirat der Tochter des 5. Clanchefs wechselte die Burg als Mitgift ihren Besitzer. Von nun an war der Clan MacLean Eigentümer der Burg.

1588 sank ein spanisches Schiff in der Bucht von Tobermory auf den Grund des Meeresbodens. Nur drei Seefahrer überlebten das Unglück, die jedoch wenig später in das Verlies der Burg Duart gebracht wurden. Wenige Zeit später ließ man sie wieder frei und brachte sie nach Edinburgh.

Während der aufeinanderfolgenden Kriege mit dem Clan Campbell wurden die Mauern 1691 eingerissen. Mehr als 200 Jahre später kaufte Sir Fitzroy Donald MacLean die Ruinen von Duart, baute die Burg neu auf und machte sie wieder zum Sitz des Clans.

6 – Dunvegan Castle

Dunvegan Castle befindet sich auf der Isle of Skye und ist seit etwa 800 Jahren ununterbrochen der Sitz des Clans MacLeod und seinen Nachfahren. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert auf einem erhöhten Felsengebiet mit Blick auf eine Bucht am Ostufer des Loch Dunvegan erbaut.

Die Burg ist mit ihrem Museum heute noch für Touristen besuchbar. In ihr sind zahlreiche Stücke der 800 Jahre langen Familientradition ausgestellt, wie die berühmte Fairy-Flag. Einer Erzählung nach soll der Clan MacLeod diese Flagge von den Feen geschenkt bekommen haben. Im Gegenzug beschützen die Feen die Familie solange, wie sie die Flagge heil in der Familie verwahren.

Während ihrer langen Existenz wurde die Burg mehrmals erweitert und umgebaut, bis sie im 19. Jahrhunderts ihr heutiges Aussehen erhielt. Neben ihren imposanten Mauern beeindruckt die Burg mit ihren wunderschönen Gärten und der weiten Sicht in die Highlands.

7 – Ardvreck Castle

Ardvreck Castle ist eine kleine, auf den ersten Blick unbedeutende Burgruine auf einer Halbinsel in Loch Assynt, doch ranken sich viele Mythen und Geschichten um sie. Man nimmt an, dass der Clan MacLeod sie im 15. Jahrhundert erbaute. Auf der Suche nach dem perfekten Standort für eine weitere Burg wählte der Anführer des Clans diesen Ort aus.

Weil ihm dies jedoch nicht genügte, soll er einer Legende nach einen Pakt mit dem Teufel eingegangen sein. Dieser sollte bei dem Aufbau der Burg helfen. Im Gegenzug bekäme er eine der Töchter des Clananführers, die er zu seiner Frau nehmen dürfe. Die Wahl fiel letztlich auf die Tochter Eimhir. Unglücklicher über diesen Pakt soll sie sich vom Turm der Festung gestürzt haben.

1672 wechselte die Burg ihren Besitzer und so war von nun an der Clan MacKenzie hier beheimatet. Nach nur 100 Jahren soll ein Blitz die Burg beim Einschlag zerstört haben.

Heute ist von der Burg lediglich die Ruine und ihre Mythen vorhanden. Vielen Menschen glauben, dass der Geist von Eimhir noch immer an diesem Ort wandelt.

8 – Dunrobin Castle

Dunrobin Castle ist seit dem 13. Jahrhundert im Besitz der Grafen und Herzöge von Sutherland und ihrem gleichnamigen Clan. Das Schloss wird in historischen Schriften erstmals im Jahr 1401 als Hochburg der Familie erwähnt.

Die Grafschaft Sutherland ist eine der sieben alten Grafschaft Schottlands. Sie waren eine der mächtigsten Familien in Großbritannien mit vielen wichtigen Ehe-und territorialen Allianzen.

Die Grafschaft Sutherland wurde 1235 gegründet und seitdem scheint eine Burg an dieser Stelle gestanden zu haben. Der Name Dun Robin bedeutet Robin’s Fort und stammt möglicherweise von Robert, dem 6. Earl of Sutherland, der 1427 starb.

Die frühe Burg war eigentlich ein befestigter, viereckiger Bergfried mit sechs Fuß (knapp zwei Meter) dicken Mauern. Die Burg stand etwa 200 Jahre isoliert, bis eine Treppe und ein hohes Haus hinzugefügt wurden. Ab dem 16. Jahrhundert wurde sie durch eine Reihe von Ergänzungen und Erweiterungen umschlossen.

Bemerkenswerterweise überlebt diese frühe Festung die Zeit und macht Dunrobin zu einem der ältesten bewohnten Häuser in Schottland. 1845 baute der Architekt Sir Charles Barry die Burg erneut um. Ein Großteil von Barrys Innenräumen wurde 1915 durch einen Brand zerstört. Der Garten hatte mehr Glück.

Abgesehen von wenigen neuen Pflanzenarten, die hinzugekommen sind, besteht dieser seit mehr als 150 Jahren. Inspiriert von Versailles gelangt man durch den märchenhaften Garten an eine Mauer mit einem eisernen Tor. Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zum offenen Meer.