Seltener goldener Ohrring aus griechischer Zeit in Jerusalem entdeckt

Epoch Times17. September 2018 Aktualisiert: 17. September 2018 9:47
Archäologen haben in Jerusalem eine seltenen goldenen Ohrring aus hellenistischer Zeit entdeckt. Der Goldschmuck aus dem 3. bis 2. Jahrhundert vor Christus ist filigran und detailreich ausgearbeitet und der erste derartige Fund in Jerusalem.

Der kleine kunstvoll gearbeitete Ohrring zeigt ein gehörntes Tier und stammt aus dem 3. oder 2. Jahrhundert vor Christus. Die Entdeckung erfolgte bei archäologischen Ausgrabungen der Israel Antiquities Authority und der Tel Aviv University auf dem Givati Parking Lot in Davidstadt (Jerusalem).

Viele Kleinfunde, aber nur wenige Gebäude

Laut den Grabungsleitern, Professor Yuval Gadot und Dr. Yiftah Shalev, „wurde der Schmuck in einem Gebäude gefunden, das bei den Ausgrabungen freigelegt wurde.“ Das Haus stammt aus der frühhellenistischen Zeit, einer Epoche über die im Bezug auf Jerusalem nur sehr wenig bekannt ist.

Im Laufe von mehr als einem Jahrhundert archäologischer Ausgrabungen in der Stadt wurden jedoch bisher nur viele kleine Entdeckungen aus dieser Zeit gemacht. Sie bestehen hauptsächlich aus Keramikfragmenten und ein paar Münzen. Überreste von Gebäuden aus dieser Zeit konnten dagegen kaum freigelegt werden.

Kunstvoll gearbeitet

Der Ohrring trägt den Kopf eines gehörnten Tieres, möglicherweise einer Antilope oder eines Hirsches. Zudem ist er mit seinen großen Augen, dem Maul und anderen Gesichtszügen sehr detailliert gearbeitet. In der Nähe fanden die Ausgräber auch eine Goldperle mit aufwendig bestickten Ornamenten, die einem dünnen Seilmuster ähneln.

„Es ist unklar, ob der goldene Ohrring von einem Mann oder einer Frau getragen wurde. Auch die kulturelle oder religiöse Bedeutung ist uns unbekannt. Nichtsdestotrotz können wir mit Sicherheit sagen, dass der Träger dieses Ohrrings definitiv der Oberschicht angehörte, was die Nähe zum Tempel und die Qualität des Goldschmucks zeigt“, erklärten die Forscher.

Ariel Polokoff und Dr. Adi Erlich von der archäologischen Abteilung der Universität Haifa untersuchten den Ohrring und die Perle genauer. Sie fanden heraus, dass der Ohrring mit einer Technik gefertigt wurde, bei der aus Fäden und winzigen Metallperlen filigrane und komplexe Muster hergestellt werden.

Derartiger Schmuck trat erstmals in Griechenland in der frühhellenistischen Zeit auf. Die Ohrringe selbst werden auf das dritte oder frühe zweite Jahrhundert vor Christus datiert.

Seltener Fund in dieser Gegend

Sehr ähnliche, wenn auch nicht identische Ohrringe, entdeckten Archäologen im gesamten Mittelmeerraum. Vor allem in Griechenland sind diese Schmuckstücke häufig zu finden, während sie in Israel dagegen äußerst selten sind.

„Bislang wurden in Israel nur wenige solcher Ohrringe gefunden, viele von ihnen in der Küstenregion. Ein etwas anderen Ohrring, entdeckten Archäologen in einem Grab im Hinnom. Dies ist jedoch das erste Mal, dass wir einen solchen Ohrring in Jerusalem inmitten von archäologischen Ruinen aus dieser Zeit gefunden haben“, erklärte Professor Gadot.

Griechische Einflüsse in Jerusalem

„Die Ergebnisse dieser Ausgrabung öffnen ein Fenster zu dem, was Jerusalem in der frühhellenistischen Epoche war“, erklärten die Forscher. Die antike Stadt reichte in dieser Zeit vermutlich nicht weiter, als bis zu der Bergspitze der Stadt Davids. Stattdessen dehnte sie sich leicht nach Westen in das Tyropoeon-Tal aus.

Die Archäologen erfuhren weiterhin, dass es sich bei den Bewohnern dieses Gebietes nicht um Bauern handelte, die sich in leeren Gebieten am Rande des Zentralgebietes niederließen, sondern um wohlhabende Menschen. „Die Entdeckung bekannter hellenistischer Schmuckstücke kann uns darüber berichten, wie hellenistische Einflüsse in dieser Zeit Jerusalem erreicht haben.“

Der Schmuck wird auf der jährlichen archäologischen Konferenz der Stadt David, die Anfang September stattfinden soll, öffentlich ausgestellt sein.

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