„Superfraugefühl“ nach der Geburt, kann eine ernsthafte psychische Störung sein

Epoch Times25. December 2017 Aktualisiert: 25. Dezember 2017 20:40
Holly York, eine Personaltrainerin, war 30 Jahre alt, als sie ihren Sohn Leo zur Welt brachte. Danach fühlte sie sich heiter und voller Energie - es war wie ein Rausch. Doch das Superfraugefühl wich bald der Panik.

Holly York verließ die Klinik kurz nach der Geburt ihres Sohnes um sich zu Hause, in Ruhe, erholen zu können. Im Krankenhaus war der Aufenthalt nach der Geburt eher stressig gewesen. Zu Hause angekommen ging es ihr schnell wieder gut – zu gut, wie sich bald herausstellte.

Sie fütterte ihr Baby, wechselte seine Windeln, säuberte das Haus und fühlte sich immer noch super. Sie dachte: „Ich habe den besten Job der Welt, alles kommt ganz natürlich zu mir, ich bin die beste Mutter der Welt“.

Aber dann passierte – kein Zusammenbruch, sondern etwas weitaus Schlimmeres.

Holly ist völlig überdreht

Holly fühlte sich, als hätte sie eine Wunderpille genommen – wie Bradley Cooper der im Film „Ohne Limit“ eine süchtig machende, IQ-erhöhende, Pille nahm und plötzlich zu übermenschlichen Höchstleistungen fähig war.

„Ich war am Ball und fühlte mich, als hätte ich einen IQ von 1.000. Ich fühlte mich, als hätte ich über Nacht eine Sprache lernen können“, sagte Holly. Holly war extrem aufgedreht, aber dann wurde ihr klar, dass sie nicht mehr ruhig sein konnte.

„Weil ich so viel Energie hatte, rannte ich herum und putzte das Haus. Ich fühlte mich, als hätte ich eine drogenähnliche Ekstase“, sagte Holly. „Ich hatte diese verrückten Hochgefühle und mein Redeschwall war nicht zu stoppen. Ich wusste nicht, was los war.“

Ihre Familie machte sich bald Sorgen.

Dann erkannte Holly, dass sie nicht mehr schlafen konnte.

Holly konnte neun Tage lang nicht schlafen, und dann kam es zu Halluzinationen und Paranoia. „Ich war nur noch müde“, sagte sie. Es war, als wäre ich in einem Hamsterrad gefangen, und es würde nie aufhören. Ich dachte nur, der einzige Weg, es aufzuhalten, wäre Hilfe zu holen oder zu sterben.“

Sie war nicht depressiv – tatsächlich fühlte sie sich beschwingt und wie auf Wolke sieben – aber auf eine erschreckende Art.

„Ich habe mich in der dritten Person immer wieder selbst angesprochen. Es waren zwei von mir im Haus – eine gute und eine schlechte Holly York“, erinnerte sich Holly. Am neunten Tag sah sie, wie die eine die andere tötete, und die Leiche lag auf dem Küchenboden. Sie hatte 15 Kilogramm abgenommen, und sowohl sie als auch ihr Mann waren an der Grenze ihrer Belastbarkeit angekommen und völlig ratlos.

„Es war ein Alptraum. Es war schrecklich, aber ich konnte es niemandem sagen“, sagte Holly. Als die Situation eskalierte, hatten sie Ärzte und Psychiater verzweifelt um Hilfe gebeten, aber erst am 9. Tag kam ein Psychiater und Holly wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Postnatale Psychose

Holly hatte eine postnatale Psychose, eine schwere, aber seltene Erkrankung. Frauen die gerade entbunden haben, zeigen dabei Symptome einer bipolaren Störung, unabhängig davon, ob sie vorher psychische Erkrankungen hatten. Diese Mütter beginnen in der Regel abwechselnd manische und depressive Stimmungen zu erleben. Einige Frauen können unberechenbar und sogar gewalttätig werden und eine Bedrohung für sich selbst oder ihre Kinder darstellen.

Obwohl Holly sich nicht deprimiert fühlte, waren die Halluzinationen, die Paranoia, die Wahnvorstellungen und ihre Wahrnehmungsstörungen alles Folgen der postnatalen Psychose. Die postnatale Depression erlebt etwa jede siebte Frau nach der Geburt, die postnatale Psychose kommt dagegen nur bei einer von Tausend Frauen vor, sodass sie schwerer erkannt wird, zumal auch die Ausprägung variiert.

Nachdem Holly und Baby Leo ins Krankenhaus gebracht worden waren, wurde sie untersucht und auf antipsychotische Medikamente gesetzt. Langsam begann sie sich, zu erholen.

Stress nach der Geburt könnte ein Auslöser gewesen sein

Die Yorks vermuten, dass die Psychose ausbrach, weil die Situation in der Klinik nach der Geburt, die problemlos verlief, extrem anstrengend und unangenehm für Holly war. Gleich nach der Geburt wurde sie einfach nur hin und her geschoben, bis sie dann endlich in ein Zimmer kam. Aber auch dort gab es keine Ruhe, da ständig irgendwelche Personen die die Klinik besichtigten in ihren Raum kamen und ihr sogar bis in das Badezimmer folgten.

Als sie in ein anderes Zimmer verlegt wurde, hatte sie dort auch keine Ruhe, da dort eine Frau mit einer lauten und zahlreichen Familie lag, so dass Holly auch hier nicht zur Ruhe kam. Daraufhin verließ sie die Klinik, um sich zu Hause erholen zu können.

Das soll niemand anderem passieren müssen

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Wir hatten noch nie davon gehört“, sagte ihr Mann Adam. Er ist einfach dankbar, dass Holly noch klar genug war um zu erkennen, dass die Dinge die sie zu erleben glaubte, nur in ihrem Kopf abliefen und noch rechtzeitig um Hilfe bat.

Holly wünscht sich, dass das Krankenhauspersonal sensibler für dieses Thema wird, damit erste Symptome früher erkannt werden und Mutter und Kind nicht in eine gefährliche Lage geraten.
„Es erschreckt mich und macht mich wirklich traurig, weil ich gerade ein Baby bekommen hatte, das ich liebte, und ich hätte das alles verlieren können“, sagte Holly.

„Ich werde mich dafür einsetzen, dass das niemand anderem passiert.“

Quelle: After giving birth, mom started acting super crazy. Then doctors finally told her what it was

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