Taucher bergen hunderte Flaschen Cognac und Likör aus 1917 gesunkenem Schiff

Epoch Times7. November 2019 Aktualisiert: 7. November 2019 19:40
Ein Taucher-Team hat in der Ostsee aus einem Schiffswrack aus dem Ersten Weltkrieg hunderte Flaschen mit Hochprozentigem geborgen. Aus dem Dampfschiff der "Kyros", das 1917 von einem deutschen U-Boot versenkt worden war, wurden 600 Flaschen Cognac und 300 Flaschen Kräuterschnaps ans Tageslicht befördert. 

Im Dezember 1916 brach das schwedische Dampfschiff SS-Kyros, beladen mit Hunderten Flaschen Alkohol, von Frankreich über das neutrale Schweden nach St. Petersburg auf. Ihr Auftrag war die Lieferung von hunderte Flaschen Cognac und Likör an Zar Nikolaus II. in Russland.

Kurz nach ihrem Aufbruch musste die Fahrt aufgrund von schwierigen Eisbedingungen im Bottnischen Meerbusen (dem Meer zwischen Schweden und Finnland) unterbrochen werden. Erst im Mai 1917 konnte das Dampfschiff seine Fahrt fortsetzten. Wenig später stoppte das deutsche U-Boot UC58 das Schiff und kontrolliert die Ladung.

Im Anschluss daran beschloss der Kapitän des U-Bootes die Kyros zu versenken, da Teile der Ladung als Schmuggelware angesehen wurde. Die Deutschen brachten die Crew des Dampfers auf ein nahegelegenes Schiff, sodass diese später sicher nach Schweden zurückkehren konnte.

500 Jahre alte Tradition auf dem Meeresgrund

Mehr als 100 Jahre später entdeckte ein schwedisches Taucher-Team von Ocean X erneut das Wrack in der Ostsee. An Bord des Wracks entdeckten sie neben 600 Flaschen Cognac ebenso 300 Flaschen „Bénédictine“ Kräuterlikör. Der Cognac stammt aus der Brennerei „De Haartman & Co“, die heute nicht mehr existiert.

Ganz anders sieht es mit dem Kräuterlikör aus, der noch heute von Bacardi produziert wird. „Bacardi, der Inhaber der Marke Bénédictine, ein Produkt, das vor mehr als 500 Jahren von französischen Mönchen kreiert wurde, freut sich über den Fund und ist gespannt darauf, ob das Produkt für die Dauer des Aufenthaltes unter Wasser konserviert wurde“, sagt Petra Caspolin, Marketing Managerin bei Bacardi in einer Pressemitteilung.

Ob der edle Tropfen tatsächlich noch genießbar ist, sollen Test nun prüfen. Ebenso wie Bacardi hofft auch Ocean X auf ein positives Ergebnis. „Die Bedingungen in der Ostsee sind sehr geeignet für die Lagerung dieser Art von Getränken“, sagte Expeditionsleiter Peter Lindberg. Schließlich sei es im Meer „dunkel und sehr kalt“. Und dicht blieben die Flaschen offenbar auch, denn zwischen Korken und abgefüllter Flüssigkeit ist laut Ocean X eine Luftschicht zu erkennen.

Cognac und Likör von ungeschätztem Wert

In Zukunft sollen die Flaschen bei einer internationalen Auktion versteigert werden, kündigte Lindberg an. Erst dann werde sich zeigen, welcher Wert ihnen zugemessen wird. „Ich weiß nicht, ob ich es mir leisten kann, eine Flasche zu behalten“, sagte der Expeditionsleiter.

Das die Flaschen überhaupt entdeckt wurden, ist dem Team um Lindberg zu verdanken. Wie der Forscher berichtete, habe Ocean X habe das Schiffswrack bereits vor knapp 20 Jahren schon einmal geortet, dann aber seine Position wieder verloren. Erst viel später hätten seine Kollegen und er die Kyros wiedergefunden. Doch es gab eine weitere Schwierigkeit.

Das Dampfschiff liegt in einer Tiefe von 77 Metern im Bottnischen Meerbusen, einem Bereich, den Fischereien seit Jahren nutzen. Dabei beschädigten die Schleppnetze der Fischerboote das Wrack oder blieben gar an ihm hängen und rissen.

Es dauerte Jahre, das Wrack von den verloren gegangenen Fischernetzen zu befreien, um hineintauchen zu können. Da sich die Tauchgänge dann als „zu gefährlich“ erwiesen, sei ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter zum Einsatz gekommen, erzählte Lindberg. (ts/afp)

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