Toskana: Intaktes Grab einer etruskischen Adligen in San Giuliano entdeckt

Epoch Times17. Juli 2018 Aktualisiert: 16. Juli 2018 16:39
Ein Team aus Archäologen entdeckte Mitte Juni ein noch intaktes Grab einer etruskischen Adligen in San Giuliano (Italien). Im Gegensatz zu den Knochen der Toten waren ihre reichen Beigaben noch ausgezeichnet erhalten.

Mitte Juni machte das Team des San Giuliano Archaeological Research Project (SGARP) eine wichtige Entdeckung. Bei Untersuchungen auf dem Gipfel von San Simone, einem der fünf Hügel um San Giuliano, entdeckten die Forscher ein mögliches etruskisches Grab.

Die Stadt San Giuliano Terme befindet sich etwa 70 km nordwestlich von Rom im Marturanum Park in Latium. Die Geschichte dieses Ortes reicht vom 8. Jahrhundert vor Christus bis in das 13. Jahrhundert nach Christus. So untersuchen die Archäologen neben etruskischen Nekropolen auch die mittelalterliche Befestigung auf dem Plateau von San Giuliano.

Das Grab überstieg die Erwartung der Forscher

Das San Giuliano Archaeological Research Project (SGARP) ist ein interdisziplinäres Projekt, das auf die Erforschung der langen Vergangenheit von San Giuliano abzielt. Ihr Ziel ist es, die langfristigen Veränderungen der menschlichen Besiedlung der Hochebene San Giuliano und der umliegenden Hügel zu rekonstruieren.

Mittlerweile befindet sich das archäologische Forschungsprojekt in der dritten Ausgrabungssaison. In Kooperation mit der Universität Baylor und der Gemeinde Barbarano Romano legten sie nun den Grundstein für bedeutende Entdeckungen.

Das Gebiet ist unter anderem bereits durch Gräber der Villanova-Kultur bekannt. Die Villanova-Kultur ist eine eisenzeitliche Kultur aus dem 10. bis 9. Jahrhundert vor Christus, aus der die Etrusker hervorgingen.

Jedoch erwarteten die Forscher, dass das gesamte Gebiet bereits in der Vergangenheit von den Grabräubern geplündert wurde. Zu ihrer Überraschung war dies doch nicht der Fall.

Sie geben den Toten und ihrer Gesellschaft eine Stimme

Als sie die letzte Kalksteinschicht über der archäologischen Fundschicht entfernten, kam ein kleines glänzendes Objekt von grüner Farbe zum Vorschein: eine Bronzefibel. Sie verstanden sofort, dass das 2700 Jahre alte Grab noch intakt war.

„Solche Gräber waren Gedenkstätten, die von liebenden Menschen erbaut wurden. Sie galten als Zeichen für Familie, dass der ganzen Gesellschaft vermittelt werden sollte“, erklärt der Ausgrabungsleiter Davide Zori. „Die Arbeit der Archäologen ist es, dafür zu sorgen, dass diese stillen Überreste wieder sprechen. Sie sollen den Toten und der Gesellschaft, in der sie lebten, eine Stimme geben.“

Die Überreste des Skeletts waren in einem sehr schlechten Zustand, da nur noch wenige Knochen vollständig erhalten waren. Lediglich die Zähne und ein Teil des Kiefers konnte die Archäologen retten. Aus den Überresten geht hervor, dass das Grab einer erwachsenen Frau war.

Umfangreiche Beigaben für eine adlige Etruskerin

Die archäologische Geschlechtsbestimmung gelang den Forschern außerdem mithilfe der Beigaben. So sind typische Frauenbeigaben Schmuck, wie Armreifen, Ketten oder Fibeln. Zu den gefundenen Bronzeschmuck gehören neben einer Fibel, die an einer Kette von breiten Ringen befestigt war, auch eine Fibel mit einer runde Bernsteinscheibe.

Neben dem Schmuck bargen die Archäologen dreizehn nahezu vollständige Keramikgefäße wie Schalen, Becher und Tassen unterschiedlichster Art. Die Beigaben datierten das Grab auf eine Zeitspanne von der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts bis zur ersten Hälfte des 7. Jahrhunderts vor Christus.

Aufgrund der reichen Funde sprechen die Forscher von einer adligen Etruskerin, die hier vor mehr als zwei Jahrtausenden bestattet wurde.

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