Vier Millionen Jahre alter Schädel weist verblüffende Ähnlichkeit zu heutigen Menschen auf

Epoch Times15. Juli 2018 Aktualisiert: 14. Juli 2018 10:02
1995 erklärten Wissenschaftler den vier Millionen Jahre alten Schädel eines Hominiden für den ältesten Beweis der Menschheitsentwicklung in Südafrika. Nach einem hochauflösenden Scan stellten sie nun fest, dass der Schädel eine ungewöhnlich große Ähnlichkeit mit dem der heutigen Menschen aufweist.

Den Schädel (lat.: Cranium) der ausgestorbenen Gattung Australopithecus entdeckten die Wissenschaftler in den Ablagerungen der Jacovec-Höhle. Sie gehört zu dem Sterkfontein-Höhlensystem und befindet sich etwa 40 km nordwestlich von Johannesburg, Südafrika.

Dr. Amelie Beaudet von der University of the Witwatersrand und ihre Kollegen haben den Schädel nun gescannt. Mit fortgeschrittenen Bildgebungsverfahren in der „virtuellen Paläontologie“ haben sie die Anatomie des Schädels untersucht – und kamen dabei zu einer erstaunliches Erkenntnis.

Erstaunliche Parallelen zu unserer heutigen Spezies

„Das Jacovec-Cranium gibt uns eine einzigartige Gelegenheit, mehr über die Biologie, Vielfalt und Entwicklung unserer Vorfahren und ihrer Verwandten zu erfahren“, sagt Beaudet. „Leider ist der Schädel sehr fragmentarisch, sodass man nicht viel über die Identität oder die Anatomie des Jacovec-Exemplars sagen kann“

Durch hochauflösendes Scannen konnten die Forscher jedoch feine Details der inneren Anatomie des Jacovec-Fundes quantitativ und nicht-invasiv erforschen. Ihre Untersuchungen erbrachten bislang unbekannte Informationen über die Gattung Australopithecus.

„Unsere Studie ergab, dass der Schädel des Jacovec-Fundes und der des Australopithecus aus Sterkfontein im Allgemeinen dick war. Sie bestand im Wesentlichen aus schwammartigen Knochen“, sagt Beaudet.

„Dieser große Teil des schwammigen Knochens, der auch in unserem eigenen Schädel zu finden ist, könnte darauf hinweisen, dass der Blutfluss im Gehirn von Australopithecus mit uns vergleichbar war und/oder dass der Schädel eine wichtige Rolle beim Schutz des sich entwickelnden Gehirns spielte.“

Ein Stammbaum, zwei zeitgleiche Arten

Zudem verglichen sie diesen Schädel mit dem einer anderen ausgestorbenen Gruppe unseres Stammbaums, dem Paranthropus. Zusammen lebten sie vor weniger als zwei Millionen Jahren in Südafrika. Der Vergleich beider Gattungen ergab jedoch einen faszinierenden und unerwarteten Einblick in die Schädelanatomie.

„Wir fanden auch, dass der Paranthropus Schädel relativ dünn war und im Wesentlichen aus kompaktem Knochen bestand. Dieses Ergebnis ist besonders interessant, da es auf eine andere Biologie schließen lässt“, sagt Beaudet.

Bei der Erforschung der Wiege der Menschheit spielen die paläontologischen Stätten Südafrikas eine zentrale Rolle. Insbesondere die Sterkfontein-Höhlen sind eine der ergiebigsten fossilen Fundstätten in Afrika.

Mit über 800 Überresten konnten bislang drei Gattungen von Hominiden in den Höhlen entdeckt werden. Seit 1936 wurden hier unter anderem die ersten ausgewachsenen Australopitheci namens „Mrs Ples“ und „Little Foot“ gefunden.

„Das Jacovec-Cranium veranschaulicht die Bedeutung der Sterkfontein-Fossilien für unser Verständnis der menschlichen Evolution“, sagt Beaudet.

Ihre Forschung wurde im Mai dieses Jahres im Journal of Human Evolution veröffentlicht.

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