Wikinger in Italien? Forscher entdecken nordische Bestattungen auf Sizilien

Epoch Times10. August 2018 Aktualisiert: 8. August 2018 17:22
Die Entdeckung von 10 Gräbern in der Nähe einer mittelalterlichen Kirche in Sizilien hat zu einem seltenen Fund geführt: Den Skelettresten von Wikinger-Nachkommen.

Archäologen fanden die 800 Jahre alten Gräber in der Nähe der Kirche San Michele del Golfo in Altavilla Milicia bei Palermo. Die begrabenen Personen waren vermutlich Normannen, eine Gruppe, die entstand, als sich die Wikinger in Nordfrankreich niederließen und ihr eigenes Herzogtum (Normandie) gründeten, so die Encyclopedia Britannica.

„Einige der Toten, die auf dem Friedhof begraben wurden, waren zweifellos Mitglieder der Eliten oder des Klerus. Das zeigt uns die Form einiger Gräber“, sagte Professor Sławomir Moździoch, der Leiter der Grabung in einer Erklärung.

Wikinger in Sizilien? Das geht …

Nach Untersuchung der 10 Bestattungen stellten Moździoch und seine Kollegen fest, dass drei der Gräber einer Frau und zwei Kindern gehörten. Bei ihnen entdeckten die Archäologen keinerlei Grabbeigaben. Doch die Untersuchung eines Anthropologen half dem Team festzustellen, dass die Toten wahrscheinlich aus Westeuropa stammten, und somit vielleicht Normannen aus Nordfrankreich waren.

„Laut dem lokalen Anthropologen deuten die Höhe und der massive Knochenbau der Skelette auf diesen Ursprung hin“, so Moździoch.

Es ist nicht überraschend, Normannen in Sizilien zu finden. Denn die Normannen schickten Expeditionen nach Süditalien und Sizilien sowie nach England, Wales, Schottland und Irland, heißt es in der Enzyklopädie weiter.

„In der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurde die Insel von der Belagerung der Araber befreit. Ihr Anführer war ein normannischer Adlige namens Roger de Hauteville.

Zudem war der Friedhof mit einem kirchlichen Krankenhaus verbunden, dass in einer Urkunde aus dem 12. Jahrhundert erwähnt wurde. Interessanterweise begann der Bau der Wehrkirche, bevor Einwohner die nahegelegene Stadt Palermo von den Muslimen zurückeroberten. Deshalb erbauten sie die Kirche auf diesem strategisch wichtigen Hügel.

Münzen und Architektur stützen das Bild

Das Kirchenschiff bestand dabei aus einem Kreuzplan und drei Apsiden. „Die westeuropäische Form der Kirche – ihre Architektur, aber auch die in der Champagne und Lucca geprägten Münzen – deuten darauf hin, dass ihre Erbauer und Nutzer aus der Normandie und dem Norden der Apenninhalbinsel stammen könnten“, so Moździoch.

„Unsere Forschung hat die bisherigen Theorien über die Kirchenstruktur verändert. Sie weist darauf hin, dass ihre Form mehr auf die westeuropäischen Kirchen des 11. und 12. Jahrhunderts zutrifft als auf die Gebäude dieser Art, die in dieser Zeit in Sizilien errichtet wurden. Das Konzept des Baues wurde direkt von Norden durch die von dort mitgebrachten Handwerker übertragen“, schließt Prof. Moździoch.

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