Winter = Depression? Warum natürliche Mittel besser sind als Pillen

Epoch Times23. Dezember 2018 Aktualisiert: 20. Dezember 2018 13:06
Natürliche Therapien wie Diät, Bewegung, Lichttherapie und ein bewusstes Verhalten an den Tag legen, können bei Depression ebenso wirksam sein, wie schwere Antidepressiva. Lesen Sie hier, warum natürliche Therapien besser und nachhaltiger sind als Pillen.

Der Winter hat schlagartig Einzug gehalten, noch trauern wir alle um den langen und sonnenreichen Sommer. Und mit den kurzen und dunklen Tagen sind depressive Verstimmungen symptomatisch verbunden. Leider fordert der Selbstmord aufgrund einer Depression nach wie vor mehr Leben als der Gebrauch von Schusswaffen – selbst in den USA.

Die US-Zentren für Krankheitsbekämpfung und Prävention berichten, dass die Zahl der Todesfälle durch Selbstmord seit 1999 um 30 Prozent gestiegen und in Kanada ein ähnlicher Trend zu beobachten ist. Ähnliche Zahlen gibt es auch für Deutschland. Besonders junge und alte Menschen begehen hierzulande die meisten Selbstmorde.

Es ist nicht verwunderlich, dass die höchste Selbstmordrate über einen Zeitraum auftrat, in dem der Einsatz von Antidepressiva um 65 Prozent in die Höhe schoss. Bis zum Jahr 2014 berichtete etwa jeder achte Amerikaner über 12 Jahre, dass er kürzlich Antidepressiva konsumiert hatte. Kein anderes Medikament wurde dermaßen oft verschrieben, wie Antidepressiva.

Matt Strauss ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der University of Toronto und ein Assistenzarzt für Allgemeine Innere Medizin an der McMaster University in Kanada. Seine Ergebnisse zum Thema „natürliche Heilmethoden zu Depressionen“ wurden erstmals bei „The Conversation“ veröffentlicht.

Matt Strauss: Ich praktiziere in Ontario. Leider sind 10 bis 15 Prozent meiner Patienten Notfälle, die oft wiederbelebt werden müssen, nachdem sie eine Überdosis von Antidepressiva zu sich genommen haben. Es ist nicht ungewöhnlich, dass diese Patienten gerade die Antidepressiva, die ihnen verschrieben wurden, überdosiert haben, um aber eigentlich genau diese verzweifelte Handlung zu verhindern. Das Versagen von Antidepressiva ist ein klarer und gegenwärtiger Teil meiner klinischen Erfahrung.

‚Verheiratet‘ mit Drogen, die kaum eine positive Wirkung zeigen.

Als ich vor zehn Jahren das Medizinstudium abschloss, dachte ich sorgfältig darüber nach, mich für die Psychiatrie zu bewerben. Letztendlich wurde ich abgelehnt, da ich einen Eindruck bekam, dass alle Behandlungsmaßnahmen noch nach alten Mustern abliefen, und sie sich nur auf die medikamentöse Behandlung einließen. Meiner Meinung nach waren die Erfolge der medikamentösen Behandlungen aber sehr gering. Neue Wege zu bestreiten wurde kategorisch abgelehnt. Ich hatte mit meinen Visionen keine Chance.

Eine Überprüfung der Cochrane Foundation aus dem Jahr 2004 ergab, dass Antidepressiva im Vergleich zu einem „aktiven“ Placebo (das Nebenwirkungen verursacht, die Antidepressiva ähnlich sind) statistisch gesehen einen fast nicht nachweisbaren Nutzen aufwies.

Studien, in denen Antidepressiva mit „Schein-Placebos“ verglichen wurden, zeigten weitaus bessere Ergebnisse, die allerdings in der Forschung keinen Stellenwert haben. Die Pharmalobby denkt hier viel zu materialistisch. Bei der 52-Punkte-Hamilton-Depression-Bewertungsskala (HDRS) wiesen die Patienten, die das Antidepressiva Fluoxetin (Prozac) oder Venlafaxin (Effexor) einnahmen, eine durchschnittliche Abnahme von 11,8 Punkten auf, wohingegen Patienten, die das Placebo erhielten, eine durchschnittliche Abnahme von 9,6 Punkten verzeichneten. Also fast Gleichstand!

Ich behaupte nicht, dass Antidepressiva nicht wirken. Ich gebe nur zu bedenken, dass ihnen bei dem Krankheitsbild ‚Depressionen‘ ein Vorrang eingeräumt wird, den sie nicht verdienen.
Es bleibt den Lesern überlassen, die Hamilton Depression Rating Scale zu analysieren und selbst zu entscheiden, ob ein minimaler Rückgang von nur 2,5 Punkten eine Pille mit unzähligen potenziellen Nebenwirkungen, einschließlich Gewichtszunahme, erektiler Dysfunktion und innerer Blutung, das wirklich wert ist. Und beachten Sie, dass die Einnahme eines Antidepressivums das Selbstmordrisiko nicht zu senken scheint.

Natürliche Therapien, die tatsächliche wirken.

Der weitaus spannenderer und bedeutenderer Punkt ist aber für mich der, dass sich mehrere nichtmedikamentöse Behandlungen als ebenso wirksam erwiesen haben. Als eigentlich überzeugter Kritiker alternativer medizinischer Systeme wie Chiropraktik, Akupunktur und Homöopathie überrascht es mich zuzugeben, dass die folgenden „natürlichen“ Therapien eine tatsächliche Alternative zu den gängigen Antidepressiva darstellen. Probieren Sie es einfach aus!

1. Körperliche Bewegung

Im Jahr 2007 ordneten die Forscher des Duke University Medical Center in North Carolina den Patienten drei Mal pro Woche ein kleines Sportprogramm von 30 Minuten normales Gehen oder Joggen an, anstatt einem üblicherweise verschriebenen Antidepressivum (Zoloft) oder einem Placebo. Ihre Ergebnisse? Die sportliche Betätigung, insbesondere an der frischen Luft waren in der Tat effektiver als die Pillen. Und wie die Statistik zeigt, verhindert die Einnahme eines Antidepressivums nicht unbedingt einen Suizidversuch.

Ein Überblick über alle verfügbaren Studien zu Depressionen im Jahr 2016 bestätigt dies: Übung ist eine wirksame Therapie. Und es ist kostenlos.

2. Lichttherapie fördert die Bildung von Vitamin D.

Sie wissen sicherlich, wie es Ihnen nach einer Stunde Aufenthalt in der Sonne geht? Es geht Ihnen gut, sie spüren mehr Energie, die Laune hebt sich. Das ist dem Vitamin D zuzuschreiben, dass für unser allgemeines Wohlbefinden sorgt. Die Lichttherapie ist ein Versuch, die positiven Effekte der Sonne zu reproduzieren. In der Regel werden die Patienten gebeten, vor einer „Licht Box“ zu sitzen, die morgens zwischen 30 und 60 Minuten 10.000 Lux erzeugt. Eine Überprüfung der Studien mit dieser Therapie zeigte einen signifikanten Effekt. Die größte Studie bewies einen Rückgang von 2,5 Punkten bei der HDRS, was in etwa dem von Antidepressiva entspricht.

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Die Sonne gibt an einem klaren Tag 100.000 Lux und ich kann mir keinen Grund vorstellen, warum Sonnenlicht selbst nicht funktionieren soll, wenn das Wetter dies zulässt.

3. Mittelmeerdiät

Diese Studie hat mich überrascht, als sie letztes Jahr herauskam. Forscher in Australien hatten eine breit angelegte Studie durchgeführt, in denen depressive Patienten sich entweder einer Ernährungsberatung unterzogen oder ein Placebo erhielten.

Die Ernährungswissenschaftler empfahlen eine mediterrane Ernährung, die modifiziert wurde, um lokale Lebensmittel mit einzubeziehen. Zweiunddreißig Prozent der depressiven Patienten erlebten eine immense Verbesserung im Vergleich zu denjenigen, die nur das Placebo erhalten hatten.

4. Kognitive Verhaltenstherapie (CBT)

Dies ist die am besten anerkannte „natürliche“ Behandlung von Depressionen und die Beweise sind unbestritten. CBT ist genauso wirksam wie Antidepressiva, jedoch kurzfristig teurer. Antidepressiva hören jedoch auf zu wirken, wenn Sie sie absetzen, während die Vorteile von CBT anscheinend von Dauer sind. Abgesehen davon ist es sehr schwierig, eine intensive Gesprächstherapie tödlich zu überdosieren.

Ich gebe gerne zu, dass die von mir genannten Studien kleiner sind als die der wichtigsten Antidepressiva. Während Antidepressiva voraussichtlich pro Jahr fast 17 Milliarden US-Dollar für die Pharmaindustrie weltweit einbringen wird, wird die Jogging- und Sonnenlichtbranche niemals über die Mittel verfügen, um massive internationale Studien zu finanzieren. In diesem Sinne bin ich überzeugt, dass sie sich mindestens genauso lohnen wie die teuren Pillen.

Übersetzt und bearbeitet von Jacqueline Roussety

Quelle: Why Natural Depression Therapies Are Better Than Pills