Ruhrgebiet
Messerstiche: Neue SPD-Bürgermeisterin lebensgefährlich verletzt - Bundeskanzler Merz reagiert entsetzt
Großer Polizeieinsatz: In Herdecke hat es einen Angriff auf die neu gewählte Bürgermeisterin Iris Stalzer (SPD) gegeben. Sie war erst vor wenigen Tagen zur Bürgermeisterin gewählt worden.

In Herdecke läuft ein großer Polizei- und Rettungseinsatz.
Foto: Alex Talash/dpa
Die neu gewählte Bürgermeisterin von Herdecke, Iris Stalzer (SPD), ist lebensgefährlich verletzt in ihrer Wohnung gefunden worden. Sie habe mehrere Messerstiche erlitten, hieß es aus Sicherheitskreisen.
Stalzer sei in direkter Nähe zu ihrem Wohnhaus attackiert worden, berichtete der WDR. Der oder die unbekannten Täter sollen mehrfach auf sie eingestochen haben, bevor sie sich schwer verletzt in ihr Wohnhaus geschleppt habe. Die 57-Jährige sei mit lebensgefährlichen Verletzungen an ihrer Wohnanschrift aufgefunden worden, teilte die zuständige Polizei in Hagen mit.
Stalzer wurde demnach mit einem Rettungshubschauber ins Krankenhaus gebracht. Eine Mordkommission nahm Ermittlungen auf.
Zu den möglichen Hintergründen des Angriffs gab es noch keine Informationen. Der WDR und die „Bild“-Zeitung berichteten, ein Jugendlicher sei von Polizisten in Handschellen von dem Wohnhaus Stalzers weggeführt worden.
Bundeskanzler Merz reagiert entsetzt
SPD-Fraktionschef Matthias Miersch sagte in Berlin, er wünsche, dass die Sozialdemokratin die „furchtbare Tat überlebt“. Zu den Hintergründen könne er nichts sagen, die SPD sei mehr als betroffen.
Bundeskanzler Friedrich Merz reagierte entsetzt auf den Messerangriff. „Uns erreicht eine Nachricht über eine abscheuliche Tat aus Herdecke. Sie muss jetzt schnell aufgeklärt werden“, schrieb Merz auf der Plattform X. „Wir bangen um das Leben der designierten Bürgermeisterin Iris Stalzer und hoffen auf vollständige Genesung. Meine Gedanken sind bei ihrer Familie und ihren Angehörigen.“
CDU-Fraktionschef Jens Spahn sagte in Berlin, er hoffe und bete, dass Stalzer die Attacke überlebe. Die Hintergründe des Angriffs müssten rasch aufgeklärt werden.
Die Herdecker Stadtverwaltung reagierte mit Entsetzen und Fassungslosigkeit auf die Attacke. „Ich wünsche Frau Stalzer von Herzen eine gute Genesung. Meine Gedanken sind bei ihr und ihrer Familie“, erklärte der Erste Beigeordnete Dennis Osberg.
Größerer Polizeieinsatz läuft
Aktuell laufe in der Stadt im Ennepe-Ruhr-Kreis ein größerer Polizeieinsatz, sagte ein Sprecher der Polizei in Hagen, ohne nähere Details zu nennen.
Die Polizei Hagen soll eine Ringfahndung eingeleitet haben. Über den aktuellen Gesundheitszustand der 57-Jährigen liegen noch keine Informationen vor. Die Polizei bestätigte lediglich den Einsatz ihrer Beamten am Tatort.
Stalzer hatte am 28. September die Stichwahl als Bürgermeisterin in Herdecke gewonnen. Die außer von der SPD auch von den Grünen unterstützte Kommunalpolitikerin konnte sich in der im südöstlichen Ruhrgebiet liegenden Stadt mit 52,2 Prozent der Stimmen gegen den CDU-Bewerber durchsetzen.
Nach Angaben der Stadt war die offizielle Amtseinführung am 4. November geplant. Stalzer ist Rechtsanwältin und saß bereits vor der Kommunalwahl im Herdecker Stadtrat. Sie hat laut ihrer Homepage zwei Kinder im Teenageralter. (dpa/dts/red)
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