5 Mythen über Demenz und den alternden Körper

Epoch Times24. December 2017 Aktualisiert: 24. Dezember 2017 15:35
Ist Demenz ein unvermeidlicher Teil des Alterns, oder bekomme ich Alzheimer, wenn meine Eltern daran erkrankt waren? Es gibt aktuell eine Reihe von Mythen, die mit dem verbunden sind, was mit unserem Gehirn und Körper passiert, wenn wir altern.

Die Weltbevölkerung altert. Die Zahl der Erwachsenen im Alter von 65 Jahren und älter nimmt zu, ebenso der mengenmäßige Anteil in der Bevölkerung, den sie repräsentieren. Es gibt aktuell eine Reihe von Mythen, die mit dem, was mit unserem Gehirn und unserem Körper passiert, verbunden sind, wenn wir altern.

1. Demenz ist ein unvermeidlicher Teil des Alterns

Die Prävalenz für Demenz (Krankheitshäufigkeit) nimmt mit zunehmendem Alter zu. Das heißt, Ihre Chance auf eine Diagnose von Demenz ist umso größer, je älter Sie sind. Aber wenn Sie das Glück haben, ein höheres Alter zu erreichen, werden Sie nicht unbedingt an Demenz leiden. Demenz ist eine klinische Diagnose, die sich durch Beeinträchtigungen der Kognition (wie wir denken) und der funktionellen Fähigkeiten (die es uns ermöglichen, unabhängig zu leben) auszeichnet.

Die Hauptart der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit, es gibt aber noch viele andere Arten, wie z.B. vaskuläre Demenz (verursacht durch Veränderungen der Blutgefäße im Gehirn, wie z.B. Schlaganfälle), frontotemporale Demenz (Abbau von Nervenzellen zunächst im Stirn- und Schläfenbereich), Lewy-Körperdemenz (bezogen auf eine bestimmte Proteinablagerung, die Lewy-Körper genannt wird), und gemischt, in denen verschiedene Typen gleichzeitig vorkommen.

Allerdings haben weniger als 2 Prozent der Erwachsenen im Alter von 65 bis 69 Jahren eine Diagnose für Demenz, und diese steigt auf über 30 Prozent für die über 90-Jährigen. Die bemerkenswerte Kehrseite davon ist, dass fast 70 Prozent der über 90-Jährigen keine Demenz haben.

2. Kognition sinkt ab den 20er Jahren

Kognition bezieht sich auf die Art und Weise, wie wir denken, aber es gibt viele Arten von Denkfähigkeiten: die Geschwindigkeit, mit der wir reagieren können (Verarbeitungsgeschwindigkeit), unsere Fähigkeit, sich Objekte zu merken (allgemeines Gedächtnis), unser Wissen über Wörter und ihre Bedeutung (Vokabelwissen) und vieles mehr. Diese kognitiven Domänen zeigen unterschiedliche Veränderungsmuster im Erwachsenenalter.

Die Verarbeitungsgeschwindigkeit und das allgemeine Gedächtnis scheinen nach unseren 20er Jahren zu sinken, was bedeutet, dass wir langsamer auf relevante Hinweise reagieren und mit zunehmendem Alter etwas vergesslicher sind. Dies ist jedoch nicht der Fall bei Vokabelkenntnissen. Im Durchschnitt werden wir in den 60er Jahren unser Spitzen-Wortwissen erreichen, und danach wird unsere Leistung nicht mehr merklich abnehmen. Tatsächlich zeigten mehrere Studien, dass mit steigendem Alter die Leistungen beim Ausfüllen von Kreuzworträtseln auch zunahmen.

3. Das Demenzrisiko ist nicht veränderbar

Es wurde geschätzt, dass bis zu 30 Prozent der Demenzfälle weltweit durch Veränderungen im Lebensstil vermeidbar sind. Forschungen benennen ernährungsbedingte Herz-Risikofaktoren im mittleren Alter, vor allem Diabetes, Bluthochdruck, Fettleibigkeit und körperliche Inaktivität, die das Risiko der Entwicklung von Demenz im Alter erhöhen, ebenso wie Depressionen und Rauchen.

Also, ein Weg, um Ihr Risiko für Demenz zu verringern, ist es, Ihre Herz-Risikofaktoren zu reduzieren. Z.B. Essen Sie besser vollwertig und trainieren Sie mehr, reduzieren Sie Ihr Gewicht, wenn Sie fettleibig sind. Beschäftigung mit kognitiv stimulierenden Aktivitäten hat gezeigt, dass sie das Risiko von Demenz verringert.

Diese Beweise stimmen gut mit den jüngsten Studien aus Europa und den Vereinigten Staaten überein, die gezeigt haben, dass das Demenzrisiko des Einzelnen in den letzten zwei Jahrzehnten tatsächlich abgenommen hat. Warum? Nun, es scheint, dass ältere Erwachsene jetzt körperlich und kognitiv gesünder sind als ihre Vorgänger.

4. Ich bekomme Demenz, wenn es meine Eltern hatten

Die Spät-Demenz, die ab dem 65. Lebensjahr diagnostiziert wird, wird nur geringfügig durch die Genetik beeinflusst, die Ihre Eltern an Sie weitergegeben haben. Neun Gene wurden identifiziert, die entweder das Risiko für Demenz erhöhen oder verringern. Es gibt eins, welches einen gewissen Einfluss hat: Apolipoprotein E. Wenn Sie eine Kombination (E4E4-Allele) haben, sind Sie 15 Mal wahrscheinlicher als jemand mit der typischeren Kombination (E3E3) an Demenz zu erkranken. Jedoch haben alle anderen identifizierten Gene nur einen kleinen Effekt.

Um diese genetischen Risiken ins rechte Licht zu rücken, sind sie kleiner als jeder der oben genannten Lebensstil-Faktoren. Das heißt, Demenz ist wahrscheinlicher, durch schlechte Ernährung und Fettleibigkeit (60 Prozent wahrscheinlicher) oder Untätigkeit (80 Prozent wahrscheinlicher) verursacht zu werden. Diese Vergleiche sind nicht perfekt, denn es mag sein, dass Gene, die mit Demenz in Verbindung stehen, sich auch auf diese Lebensstil-Faktoren beziehen, aber es zeigt, wie mächtig Lebensstil-Faktoren sind.

5. Mein Gewicht wird gleich bleiben

Sehr vereinfachte physikalische Theorien sagen uns, dass, wenn die Kalorien, die wir essen, mit der Energie übereinstimmen, die wir verbrennen, unser Gewicht im Wesentlichen stabil ist. Die meisten Menschen glauben an dieses einfache Ernährungsdogma, lassen aber die signifikanten Auswirkungen des Alterns auf den Energiestoffwechsel außer Acht.

Mit zunehmendem Alter verändert sich unsere Körperzusammensetzung. Insbesondere neigen wir dazu, eine wechselseitige Veränderung von Fett (Zunahme) und Muskeln (Abnahme) zu haben, und diese Veränderungen scheinen bei Männern und Frauen unterschiedlich zu sein. Männer scheinen einen steileren Rückgang des Muskelgewebes zu haben, was zu einem Rückgang des Gesamtenergieverbrauchs von etwa 3 Prozent pro Jahrzehnt führt.

Bei Frauen ist die Rate etwas langsamer als bei Männern (etwa 2 Prozent pro Jahrzehnt). Dies bedeutet einfach, wenn Sie weiterhin auf dem gleichen Niveau wie im Alter essen und trainieren, werden Sie wahrscheinlich an Gewicht zulegen, und das wird meistens aus Körperfett bestehen.

Altern ist kein passiver biologischer Prozess. Wir müssen unseren Körper und seine Veränderungen besser verstehen, wenn wir unsere Gesundheit erhalten und den Ausbruch von Demenz verhindern wollen.

Ursprünglich veröffentlicht von Hannah Keage und Blossom Christa Maree Stephan. Hannah Keage ist Dozentin für Psychologie an der University of South AustraliaBlossom Christa Maree Stephan ist Senior Dozentin an der Newcastle University in Australien.

Quellen: 5 Common Myths About the Aging Brain and Body

Wenn Dir dieser Artikel gefällt, teile ihn mit Deinen Freunden und gib uns ein Like auf  Facebook! So hilfst Du uns, noch mehr geniale Geschichten aus aller Welt aufzuspüren und mit Dir zu teilen.

Hast Du selbst etwas Geniales erlebt, oder ein geniales Thema, Bild oder Video, das wir posten sollen? Dann schick uns Deine Geschichte im Messenger.

 

Themen
Panorama
Newsticker