50.000 Krebs-OPs verschoben: Sterben mehr Menschen durch Corona-Maßnahmen als an COVID-19?

Von 27. Juli 2020 Aktualisiert: 28. Juli 2020 11:20
Lockdown, Hygienemaßnahmen und der Aufbau der Intensivbetten-Kapazität. Vor allem Letzterem galten alle Bemühungen des Bundesgesundheitsministeriums während der ausgerufenen Corona-Pandemie. Dies könnte nun für alle Krebskranken schlimme Folgen haben.

„Wir sehen momentan deutlich mehr Menschen mit höheren Tumor-Stadien als vor der Pandemie“, erklärte Radioonkologe Hendrik Wolff laut „Focus“. Durch Corona hätten die Tumore einfach mehr Zeit gehabt zu wachsen. Die Patienten seien kränker, wenn sie einen Arzt aufsuchen und auch der Krankheitsverlauf sei weiter vorgeschritten als sonst.

Insoweit sei es laut Wolff „zumindest in Deutschland durchaus möglich, dass mehr Menschen indirekt durch die Corona-Maßnahmen sterben als durch das Virus selbst“. Gleichzeitig hält er es für kontraproduktiv, mit dem Finger auf die politischen Entscheidungsträger zu zeigen. Glücklicherweise habe man die großen Kapazitäten in den Krankenhäusern, die geschaffen wurden, nicht gebraucht.

Allerdings wäre es aus heutiger Sicht sinnvoller gewesen, mehr Vor- und Nachsorge-Untersuchungen und Tumorbehandlungen durchzuführen, anstatt Krankenhausbetten freizuhalten. „Aber hätten wir weniger Kapazitäten, dafür mehr Fälle und weitergeführte Routine-Termine gehabt und deshalb jetzt zwei Millionen Tote, würde jeder sagen: Warum musstet ihr auch auf diese Untersuchungen bestehen?“, gibt der Onkologe zu bedenken.

„Wir waren schon am Anfang der Pandemie beunruhigt, als der Bundesgesundheitsminister gefordert hat, Kapazitäten für die Behandlung von Corona-Patienten freizuhalten“, sagte Gerd Nettekoven,  Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutsche Krebshilfe. Als es hieß, dass auch onkologische Operationen verschoben werden sollen, sei die Organisation hellhörig geworden.

„Inzwischen geht man davon aus, dass in Deutschland wegen Corona rund 50.000 Krebsoperationen nicht stattgefunden haben.“ Das sind 24 Prozent aller Eingriffe, die seit Beginn der Pandemie bis Mitte Juni weggefallen sind. Auch andere unterstützende Maßnahmen für Krebspatienten, von der psychosozialen Betreuung bis zu Palliativmedizin wurden in den Kliniken „teilweise extrem“ nach unten gefahren.

Fehlende Daten erschweren Versorgungsforschung

Die Deutsche Krebshilfe befürchtet, dass nicht alles, was verschoben wurde, auch medizinisch vertretbar war. „Wir wissen es aber leider nicht“, betonte Nettekoven. Was man wisse, ist, „dass wir jetzt eine große Bugwelle von verschobenen therapeutischen und diagnostischen Maßnahmen vor uns herschieben.“

Und aufgrund der Tatsache, dass die Kliniken weiterhin Kapazitäten für COVID-19-Patienten freihalten und unter besonderen Schutzbedingungen arbeiten, geht er nicht davon aus, dass diese „Bugwelle“ in Kürze bewältigt werden kann. Das bedeute weiterhin eine angespannte Situation für Krebspatienten, die schlimmstenfalls zu einer lebensbedrohlichen Situation führen. Verschobene  Brustkrebs-Nachsorgeuntersuchungen könnten beispielsweise fatale Folgen haben. Aber auch bei der Krebsfrüherkennung rechnet der Experte damit, dass Patienten erst sehr spät eine Diagnose erhalten.

Das Schlimmste sei jedoch, dass die Deutsche Krebshilfe keine offiziellen Daten und Auswertungen zu den Krebsbehandlungen habe. Seit Jahren habe sich die Stiftung dafür eingesetzt und dabei geholfen, in den Ländern klinische Krebsregister aufzubauen. Sechs Jahre sei das her – „doch leider sind die Register bis heute nicht in der Lage, diese Daten zeitnah zusammenzuführen und auszuwerten“, kritisierte Nettekoven.

Ohne aktuelle klinische Daten könne keine adäquate Versorgungsforschung durchgeführt werden. Bei jährlich 50.000 Krebsneuerkrankungen bedeutet das unabhängig von der Pandemie „ein Desaster für die Krebsforschung“.

Dass die Regierung als Begründung für verschobene Behandlungen die Ängste von Patienten ansieht, kann Nettekoven nicht nachvollziehen.  Zwar seien Patienten sehr zurückhalten gewesen, Kliniken oder Ärzte aufzusuchen, pauschalisieren könne man dies aber nicht.

Wenn 50.000 Krebsoperationen ausgefallen sind, dann hat das nichts damit zu tun, dass die Patienten nicht ins Krankenhaus gekommen wären.“

Verhältnismäßigkeit wiederherstellen

Das derzeitige Risiko, sich in Arztpraxen oder Kliniken anzustecken, erachtet der Radioonkologe Hendrik Wolff als „sehr gering“. Krebspatienten sollten daher dringend verschobene Termine jetzt nachholen. „Denn sonst wird das dicke Ende immer dicker, weil wir eben immer mehr übersehen und nicht behandeln.“

Aus Wolffs Sicht müsse trotz der Pandemie die Verhältnismäßigkeit zwischen einer Ansteckungsgefahr mit SARS-CoV-2 und dem Nutzen medizinischer Untersuchungen und Eingriffe wiederhergestellt werden. Es sei keine Option darauf zu warten, bis das Virus wieder verschwindet.

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Laut Statistischem Bundesamt starben im Jahr 2018 bundesweit 238.345 Menschen aufgrund von Krebs und anderen Neubildungen. Das sind 653 Krebs-Tote täglich. Demnach waren Krebserkrankungen die zweithäufigste Todesursache. Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen die Statistik der Todesursachen an, 2018 starben daran 345.274 Menschen.

Nach Meldungen des Robert Koch-Instituts kamen während der Corona-Pandemie in Deutschland bislang 9.118 Infizierte (Stand 27.7.) ums Leben. Nach Expertenuntersuchungen litt ein Großteil der Verstorbenen an Vorerkrankungen. Auch Infizierte, die unter Gewalteinwirkung sterben, gehen als „Corona-Tote“ in die Statistik des RKI ein.

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