Ärztevertreter fordern eine stärkere Einbindung von Hausarztpraxen in die Impfaktion gegen das Coronavirus.Foto: iStock

Ärztevertreter wollen stärkere Einbindung in Impfkampagne

Epoch Times14. April 2021 Aktualisiert: 14. April 2021 9:35

Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) fordern eine stärkere Einbindung von Hausarztpraxen in die Impfaktion gegen das Coronavirus.

Die Praxen hätten in der kurzen Zeit, in der sie gegen Corona impften, mehr als 95 Prozent des gelieferten Impfstoffs verbraucht, berichtete die „Welt“ vom Mittwoch (14. April) unter Berufung auf den Chef des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (ZI), Dominik von Stillfried. In den Impfzentren seien es nur 70 Prozent, wobei dort zum Teil auch Vorräte für Zweitimpfungen vorgehalten würden.

In den Impfzentren sammelten sich dem Bericht zufolge bereits mehr als 3,5 Millionen unverimpfte Dosen. „Das bremst den Impffortschritt“, kritisierte Stillfried. Um schnell mehr Menschen impfen zu können, sei es sinnvoll, zunächst nur noch die Arztpraxen mit Impfstoffen zu versorgen und die Impfzentren erst dann, wenn dort die Lagerbestände unverimpfter Dosen aufgebraucht seien.

Rund 55.000 Arztpraxen könnten laut Stillfried derzeit in Deutschland gegen Corona impfen und gemeinsam etwa eine Million Dosen am Tag verabreichen. „Wenn die Impfzentren weiterhin nicht alle ihnen zugeteilten 2,25 Millionen Dosen pro Woche verimpfen, sollten sie zugunsten des Impfens in Praxen aufgelöst werden“, fordert der ZI-Chef.

Der Vorstoß stößt jedoch dem Bericht zufolge in vielen Bundesländern auf Widerspruch. Die Senatsverwaltung für Gesundheit in Bremen teilte demnach mit, dass die Impfzentren „in Umfang und Geschwindigkeit“ den Hausärzten nicht unterlegen seien. Auch Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Schleswig-Holstein, Sachsen und das Land Berlin hielten auf Anfrage der Zeitung daran fest, die Bevölkerung sowohl in Impfzentren als auch in Arztpraxen zu immunisieren.

Auch das Gesundheitsministerium in Baden-Württemberg erteilte einer baldigen Schließung von Impfzentren eine Absage, deutete aber eine mögliche Anpassung in Zukunft an. „Mittelfristig sollen die Impfungen tatsächlich komplett in den niedergelassenen Praxen durchgeführt werden, denn da gehören sie sinnvollerweise hin“, sagt eine Sprecherin. Zunächst würden aber die Kapazitäten von Praxen und Impfzentren gebracht. (afp)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion