Vor allem in geschlossenen Räumen ist Rauchen schädlich.Foto: iStock

Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag – Was Sie über das Rauchen wissen sollten

Von 30. Mai 2020 Aktualisiert: 30. Mai 2020 18:59
Der erste Zug schmeckt scheußlich, beim zweiten geht es schon und irgendwann freut man sich einfach "cool" zu sein. So oder ähnlich beginnen manche Jugendliche, von ihrer Raucherkarriere zu erzählen. Der Drogenbericht 2019 gibt Hinweise, warum Rauchen keine Privatsache ist.

Aus zahlreichen Studien ist bekannt, dass Rauchen in verschiedenen Bevölkerungsgruppen unterschiedlich stark verbreitet ist. Zu dieser Aussage kommt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung in ihrem Bericht 2019.

Jugendliche und Erwachsene mit einem niedrigen sozioökonomischen Status würden häufiger als sozial bessergestellte Teile der Bevölkerung rauchen. Bei Heranwachsenden spiele das Rauchverhalten in der Familie und unter Gleichgesinnten eine große Rolle. Mädchen und Jungen mit rauchenden Elternteilen würden häufiger rauchen als Jugendliche, deren Eltern nicht rauchen. Einen starken Einfluss haben auch rauchende Freundinnen und Freunde.

Laut Epidemiologischer Suchtsurfey 2018 rauchen in Deutschland etwa 23 Prozent der Erwachsenen, was 12 Millionen Menschen entspricht. Das durchschnittliche Einstiegsalter in unserem Land liegt bei 14,8 Jahren.

Auf Kosten der Gesundheit

Die wirtschaftlichen Folgen aufgrund des Rauchens sind nicht unerheblich. Jährlich entstehen laut Drogenbericht 2019, zu dem die Berechnungen aus dem Jahr 2018 herangezogen wurden, 27,3 Milliarden Euro Krankheitskosten für Raucher. Immerhin über eine Milliarde Euro sind es für passiv mitrauchende Partner und 239 Millionen Euro für passiv mitrauchende Kinder. Entsprechend hoch ist auch der Anteil an Pflegekosten (692,8 Millionen Euro), Rehabilitätionsmaßnahmen (543,6 Millionen Euro) und Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (151,57 Millionen Euro). Und selbst die Unfallkosten infolge von Rauchen liegen noch bei 281 Millionen Euro, sodass insgesamt rund 30,32 Milliarden Euro Krankheitskosten jährlich in Deutschland entstehen.

Schätzungen zufolge sterben in Deutschland jährlich 121.000 Menschen an den Folgen des Tabakrauchens. Beachtet man den Ressourcenverlust durch Mortalität, Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsminderung, Pflege und Reha betragen die indirekten Kosten des Rauchens zusätzliche 66,92 Milliarden Euro.

Tabakindustrie und ihre Einnahmen

Laut einer im April veröffentlichen Statistik wurden im ersten Quartal 2020 rund 18 Milliarden Zigaretten mit einem Kleinverkaufswert von rund 5,5 Milliarden Euro versteuert verkauft. Der Kleinverkaufswert entspricht den Umsätzen, die im Handel mit Tabakwaren tatsächlich erzielt wurden. Im Jahr 2019 waren dies insgesamt rund 27,4 Milliarden Euro, die durch den Verkauf von Zigaretten, Zigarillos, Feinschnitt und Pfeifentabak erlöst wurden. Die Umsätze der Tabakverarbeitung in Deutschland lagen im vergangenen Jahr bei rund 11,7 Milliarden Euro. Und immerhin 247 Millionen Euro wurden laut Drogenbericht für Tabakwerbung im Jahr 2017 ausgegeben.

E-Zigaretten

In den letzten Jahren ist darüber hinaus der Verbrauch von E-Zigaretten gestiegen. Vor allem jüngere Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren würden dies ausprobieren, informiert die Drogenbeauftragte. Fast ein Fünftel aller in diesem Alter hätten bereits E-Zigaretten verwendet. Weniger Tabak zu rauchen oder ganz damit aufzuhören seien wichtige Gründe für den Konsum von E-Zigaretten. Auch wenn noch keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz für die Wirksamkeit von E-Zigaretten zur Tabakentwöhnung vorliege, so sei sie in der Praxis die am häufigsten eingesetzte Methode zur Unterstützung der Tabakentwöhnung. Lediglich 1,8 Prozent der Raucher, die sich auf diese Weise das Rauchen abgewöhnen wollten, hätten es auch geschafft.

Langzeitstudien zu möglichen Gesundheitsgefahren durch E-Zigaretten gebe es nicht. Allerdings würden erste Ergebnisse darauf hinweisen, dass E-Zigarettenaerosol im Körper oxidativen Stress erhöhe. Zudem würden diese giftig für die Zellen sein und in der Lunge entzündliche Reaktionen hervorgerufen. „Außerdem kann es die Zellvermehrung, die Zellfunktion und die Immunabwehr beeinträchtigen und das Erbgut schädigen“, so das Fazit im Drogenbericht.

Seit Dezember 2018 ist in Deutschland ein E-Zigarettenprodukt auf dem Markt, das optisch einem USB-Stick nachempfunden werde, erklärt die Drogenbeauftragte. Dessen Liquid enthalte zusätzlich zu der üblichen Mischung aus Nikotin, Propylenglykol, Glycerin und Aromastoffen auch Benzoesäure. Nikotin gehe mit der Benzoesäure eine Verbindung ein und bilde ein Nikotinsalz, das nach Einschätzung von Experten dazu beitrage, dass das Nikotin eine geringere Reizwirkung auf Hals und Lungen ausübe und somit tiefer eingeatmet werden könne. Nach Aussage des Herstellers führen Nikotinsalze auch dazu, dass die Aufnahme von Nikotin beschleunigt wird. Dies führe zu der Befürchtung, dass insbesondere Jugendliche, die diese Produkte nutzen, vergleichsweise schneller eine Nikotinabhängigkeit entwickeln.

Rauchen während der Schwangerschaft

Rauchen während der Schwangerschaft kann zu Schwangerschaftskomplikationen führen. Darauf weist das Wirtschaftsministerium Mecklenburg-Vorpommern in seinem neuesten Newsletter anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai hin. Babys von Raucherinnen hätten ein niedrigeres Geburtsgewicht und das Risiko eines plötzlichen Kindstodes sei erhöht.

Wie sich ein Rauchstopp der Mütter in den ersten 15 Schwangerschaftswochen auf den Geburtstermin sowie auf das Geburtsgewicht auswirkt, haben Mediziner in Neuseeland untersuchten. Die Ergebnisse wurden mit Nichtraucherinnen verglichen. „Bei Nichtraucherinnen und Frauen, die das Rauchen in der Frühschwangerschaft unterließen, bestand bezüglich Frühgeburten und Leichtgeburten kein Unterschied“, heißt es in der Studie.

Auch Passivrauchen schade dem Kind: Deshalb sollten auch der werdende Vater in Gegenwart seiner schwangeren Frau und Kindern auf die Zigarette verzichten, empfiehlt das Schweriner Ministerium. Von dem gesamten Rauch einer Zigarette werde nur etwa ein Viertel inhaliert. Der größere Teil des Rauches verbreite sich in der Raumluft. Das gelte vor allem natürlich für kleine Räume, beispielsweise in einem Auto. Diese Luft enthalte zum Teil noch höhere Konzentrationen giftiger Substanzen als die direkt durch die Zigarette inhalierte Luft. „Säuglinge und kleine Kinder leiden besonders darunter, weil ihr Organismus noch extrem empfindlich auf diese Schadstoffe reagiert.“ Selbst bei intensivem Lüften blieben diese Schadstoffe noch lange im Raum. Es helfe also nicht, nur dann zu rauchen, wenn Schwangere und Kinder nicht im Raum sind.

ADHS durch Rauchen in der Schwangerschaft

Eine aktuelle Studie der Universität Turku bestätigt nun auch den Zusammenhang zwischen vorgeburtlicher Nikotinbelastung und ADHS. Je höher der Nikotinkonsum der schwangeren Mütter, desto häufiger litten ihre Kinder später an ADHS. In der Gruppe mit den höchsten Cotininwerten, die den Abbau von Nikotin im Blut nachweisen, war die ADHS-Häufigkeit sogar um das Dreifache höher als bei den Nichtraucherinnen, wie die Forscher berichten.

„Rauchen ist gefährlich – es schädigt den Rauchenden selbst und die Gesundheit aller, die passiv mitrauchen müssen. Vor allem in der Schwangerschaft stellt es einen großen gesundheitlichen Risikofaktor für Mutter und Kind dar. Jede nichtgerauchte Zigarette ist ein Gewinn für die Gesundheit des Babys“, sagte Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern.

Endlich rauchfrei

Noch sei die wissenschaftliche Datenlage schwach, heißt es von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Aber offenbar hätten Raucher ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer COVID-19-Erkrankung. Ob sie sich allerdings auch öfter mit dem Virus anstecken sei nicht klar. Ein Rauchstopp lohne sich trotzdem. Denn grundsätzlich gelte: „Je länger die (buchstäblich) letzte Zigarette zurückliegt, desto deutlicher spüren Sie die positiven gesundheitlichen Effekte. Risiken für schwere Folgeerkrankungen nehmen mit der Zeit ab.“

Veränderungen seien bereits in den ersten Tagen und Wochen nach dem Ausstieg spürbar. Bereits beim Treppensteigen würde man bemerken, dass man nicht mehr so schnell aus der Puste ist. Und ganz nebenbei gäbe es einen „sofortigen Effekt“ des Rauchstopps. Da das ständige Berühren des Gesichts mit den Fingern entfalle, würde sich ein Infektionsrisiko mindern.

„Ein Rauch-Stopp ist immer eine Herausforderung“, sagte Rainer Siedelberg, Geschäftsführer der Landeskoordinierungsstelle für Suchtthemen Mecklenburg-Vorpommern. Der Beginn einer Schwangerschaft sei jedoch ein guter Zeitpunkt, um mit dem Rauchen aufzuhören.

Der „Klick im Kopf“

Doch wer schon einmal probiert hat, mit dem Rauchen aufzuhören weiß, dass es nicht so einfach ist, wie es sich anhört. So erzählte Ex-Raucherin Barbara von einem „Klick im Kopf“, den es bei ihr dazu gebraucht habe: Als sie angefangen hat, darüber nachzudenken, warum sie raucht, konnte sie es schaffen.

Mit dem Rauchen aufhören, könne man auch ohne Hilfsmittel. „Man muss nur wollen und die Entzugserscheinungen muss man aushalten können“, bemerkt eine YouTuberin unter Barbaras Video. Jahrelang rauchen hätte man schließlich auch gekonnt. Sie selbst habe ohne Hilfsmittel das Rauchen aufgegeben. Die erste Zeit sei eine nicht immer so einfache gewesen, „aber machbar war es“. Wer es aushalten könne, sich täglich mehrmals mit Gift zu versorgen und seiner Lunge beziehungsweise dem ganzen Körper immer und immer wieder Gift zuzufügen, der werde wohl ein paar Tage oder Wochen Entzugserscheinungen aushalten können. Sie jedenfalls hat es durchgezogen und möchte nie wieder rauchen.

Für alle Aufhörwilligen hat sie einen Tipp: „Wenn ihr aufhören wollt, hört einfach auf und fertig.“ Hilfsmittel seien meistens dafür gedacht, dass man früher oder später doch wieder zur Zigarette greift. Viele Sachen seien tatsächlich nur „Geldmacherei“. Also: „Einfach aufhören und dir jeden Tag vor Augen halten was du deinem Körper Gutes tust. Die Entzugserscheinungen hören irgendwann auf!“



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