Bill Gates warnte: Die Welt muss sich auf eine globale Pandemie mit Millionen Toten vorbereiten

Von 1. Februar 2020 Aktualisiert: 12. Februar 2020 9:23
Der Ausbruch des Coronavirus hält die Welt in Atem. Microsoft-Gründer Bill Gates warnt schon seit einigen Jahren vor einer verheerenden Pandemie.

Mit der Spanischen Grippe brach zuletzt vor gut 100 Jahren eine großflächige Pandemie aus. Im Jahr 1918 forderte die Grippe schätzungsweise 50 bis 100 Millionen Opfer. Sollte eine ähnliche Pandemie heutzutage ausbrechen, so habe weder die USA noch jemand anderes ausreichend Mittel und Vorkehrungen getroffen, um die Folgen abzuwehren. Das sagte der Microsoft-Gründer Bill Gates im April 2018 während einer Rede vor der medizinischen Gesellschaft von Massachusetts.

Der Gründer der Bill und Melinda Gates-Stiftung sagte damals auch: Die Welt müsse sich mit „signifikanter Wahrscheinlichkeit“ auf eine „große und tödliche moderne Pandemie“ vorbereiten. Die Geschichte habe die Menschheit gelehrt, dass es eine weitere tödliche globale Pandemie geben werde.

Wir können nicht vorhersagen, wann, aber angesichts des ständigen Auftretens neuer Krankheitserreger, der zunehmenden Gefahr eines Bioterroranschlags und der immer stärkeren Vernetzung unserer Welt besteht eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass eine große und tödliche Pandemie in unserer heutigen Zeit noch zu unseren Lebzeiten auftreten wird“, sagte Gates.

Dies könnte in Form eines hoch ansteckenden, über die Luft übertragbaren Virus sein, als auch durch einen Angriff mit Biowaffen. Gates betonte: „Ich denke, die Welt sollte sich genauso ernsthaft auf eine Pandemie vorbereiten, wie sie sich auf einen Krieg vorbereitet.“

Die Gates-Stiftung kam bei einer Simulation zu folgendem Ergebnis: Sollte ein Krankheitserreger plötzlich mutieren, sich über die Luft verbreiten und ähnlich tödlich wie vor 100 Jahren sein, würden in den ersten sechs Monaten bis zu 33 Millionen Menschen an den Folgen sterben. Die Simulation basierte auf Berechnungen des Institute for Disease Modeling.

In dem Modell wurde ebenfalls China als Ausgangspunkt der Epidemie genommen. Da auch die Pandemie von 1918, die rund 500 Millionen Menschen ansteckte und bis zu 100 Millionen Todesopfer forderte, zuerst in China – und drei weiteren asiatischen Ländern – gemeldet wurde.

Gates warnt vor „Dutzenden Millionen Toten“

Bereits 2017 warnte Gates vor einer Pandemie. Damals drückte er im Deutschlandfunk seine Sorge darüber so aus: „Ich würde sagen, die höchste Wahrscheinlichkeit, in den kommenden Jahrzehnten Dutzende von zusätzlichen Millionen Toten zu erleben, kommt von einer Pandemie.“ Die Ausbreitung einer Krankheit über Kontinente hinweg bereite ihm am meisten Sorgen. Denn darauf sei die Weltgemeinschaft am wenigsten vorbereitet, sagte Gates damals.

Der Milliardär verglich auch zukünftige tödliche globale Pandemien mit einer neuen Art von „militärischer Waffe“. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz 2017 forderte Gates die führenden Politiker der Welt auf, „sich vorzustellen, dass irgendwo auf der Welt eine neue Waffe existiert oder entstehen könnte, die in der Lage ist, Millionen von Menschen zu töten, die Wirtschaft zum Stillstand zu bringen und die Nationen ins Chaos zu stürzen.“

„Wenn es sich um eine militärische Waffe handeln würde, würden Politiker alles tun, um Gegenmaßnahmen zu entwickeln“, sagte er damals und fügte hinzu, dass es „an einem Gefühl der Dringlichkeit mangelt, wenn es um biologische Bedrohungen geht“.

Führende Politiker sollten in Ansätze wie antivirale Medikamente und Antikörpertherapien investieren, die gelagert oder schnell hergestellt werden können, sollten solche Krankheiten künftig ausbrechen, forderte Gates damals.

Eine 3,5-stündige Pandemie-Tischübung – das „Event 201“

Am 18. Oktober 2019 veranstalteten die Gates-Stiftung, die Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health und das World Economic Forum gemeinsam das „Event 201“. In diesem Zitat von der Homepage des Johns Hopkins Center for Health Security wird das „Event 201“ wie folgt beschrieben:

„Die Veranstaltung 201 war eine 3,5-stündige Pandemie-Tischübung, bei der eine Reihe dramatischer, szenariobasierter, moderierter Diskussionen simuliert wurde, bei denen schwierige, lebensnahe Dilemmas in Verbindung mit der Reaktion auf eine hypothetische, aber wissenschaftlich plausible Pandemie erörtert wurden. 15 führende Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Regierung und Gesundheitswesen aus der ganzen Welt nahmen an der Simulationsübung teil, bei der ungelöste politische und wirtschaftliche Probleme aus der realen Welt hervorgehoben wurden, die mit ausreichendem politischen Willen, finanziellen Investitionen und Aufmerksamkeit jetzt und in Zukunft gelöst werden könnten.

Die Übung bestand aus vorab aufgezeichneten Nachrichtensendungen, Live-Briefings für die Mitarbeiter und moderierten Diskussionen zu bestimmten Themen. Diese Themen wurden sorgfältig in einer überzeugenden Erzählung gestaltet, die die Teilnehmer und das Publikum informierte.“

Weiter heißt es auf der Seite: 

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„Die Krankheit beginnt in Schweinefarmen in Brasilien, zunächst ruhig und langsam, aber dann breitet sie sich im Gesundheitswesen schneller aus. Wenn sie sich in den einkommensschwachen, dicht besiedelten Vierteln einiger südamerikanischer Megastädte von Mensch zu Mensch ausbreitet, explodiert die Epidemie. Sie wird zunächst per Flugzeug nach Portugal, in die Vereinigten Staaten und nach China und dann in viele andere Länder exportiert. Obwohl einige Länder sie zunächst unter Kontrolle bringen können, breitet sie sich weiter aus und wird wieder eingeführt, und schließlich kann kein Land die Kontrolle behalten (…) Da die gesamte menschliche Bevölkerung in den ersten Monaten der Pandemie anfällig ist, steigt die kumulative Anzahl der Fälle exponentiell an und verdoppelt sich jede Woche. Und mit der Häufung der Fälle und Todesfälle werden die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen immer gravierender. Das Szenario endet nach 18 Monaten mit 65 Millionen Todesfällen.“

Doch wie kommen die Wissenschaftler auf diese Zahlen? Vor allem in Anbetracht dessen, dass die SARS-Epidemie von 2003 bis 2004 – die ebenfalls in China ausbrach – offiziellen Zahlen zufolge 774 Menschen weltweit das Leben kostete. Der MERS-Virus forderte laut Statistik der WHO von 2012 bis 2019 858 Tote. Und die Ebola-Epidemie in Westafrika forderte von 2014 bis 2016 rund 11.000 Todesopfer.

Auf der Webseite des Instituts heißt es dazu:

„In den letzten Jahren hat die Welt eine wachsende Zahl von epidemischen Ereignissen erlebt, die sich auf etwa 200 Ereignisse pro Jahr beläuft. Diese Ereignisse nehmen zu, und sie sind für die Gesundheit, die Wirtschaft und die Gesellschaft störend. Die Bewältigung dieser Ereignisse belastet bereits jetzt die globalen Kapazitäten, selbst wenn keine Pandemiegefahr besteht. Experten sind sich einig, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis eine dieser Epidemien global wird – eine Pandemie mit potenziell katastrophalen Folgen. Eine schwere Pandemie, die zum „Ereignis 201“ wird, würde eine verlässliche Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Industrien, nationalen Regierungen und wichtigen internationalen Institutionen erfordern.“

An dem Event nahm auch George Fu Gao teil. Gao ist Generaldirektor des Chinesischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung und -prävention in Peking.

Die Zeitschrift Nature zitierte Gao, der 2017 sagte:

Ein Labor in Wuhan steht kurz davor, für die Arbeit mit den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt freigegeben zu werden. Der Umzug ist Teil eines Plans, bis 2025 zwischen fünf und sieben Labors der Biosicherheitsstufe 4 (BSL-4) auf dem chinesischen Festland zu bauen, und hat für viel Aufregung und auch einige Bedenken gesorgt (…) Es wird mehr Möglichkeiten für chinesische Forscher bieten, und unser Beitrag zu den Pathogenen auf BSL-4-Ebene wird der Welt zugutekommen“.

Im Hinblick auf die Aussagen eines israelischen Geheimdienstlers – der Coronavirus könnte auch aus einem Labor für biologische Kriegsführung in Wuhan stammen – ist es erwähnenswert, dass genau dieser hohe chinesische Beamte an dem Event 201 teilnahm.

Gates-Stiftung forscht an Impfstoff gegen Coronavirus

Indessen arbeitet die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) die von der Gates-Stiftung mitfinanziert wird, bereits an einem Impfstoff gegen das Wuhan-Coronavirus. Die CEPI wurde nach der Ebola-Epidemie in Afrika im Jahr 2014 gegründet. Ziel der Gruppe ist es, die Erprobung und den Einsatz von Impfstoffen in Bezug auf Infektionskrankheiten zu beschleunigen.

Im „Business Insider“ hieß es am 23. Januar dazu:

Eine von Bill Gates unterstützte Koalition finanziert Biotechs, die sich um die Entwicklung von Impfstoffen gegen das tödliche Wuhan-Coronavirus bemühen (…) Die Bemühungen werden von der Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI), einer von Norwegen und Indien gegründeten Gruppe, der Bill & Melinda Gates Foundation, dem Wellcome Trust und dem Weltwirtschaftsforum finanziert.“

Zudem kündigte die Gates-Stiftung am Sonntag an, 10 Millionen US-Dollar in Form von „Notfallfonds und entsprechender technischer Unterstützung“ zu spenden. Damit soll Einsatzkräften in China und Afrika geholfen werden, „ihre Bemühungen zur Eindämmung der globalen Ausbreitung von 2019-nCoV zu beschleunigen“.

Die jahrelangen Warnungen von Bill Gates scheinen sich nun zu bewahrheiten. Und obwohl der Ausbruch des Coronavirus derzeit nicht als Pandemie angesehen wird, hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) – nach einem drastischen Anstieg der Infizierten – bereits einen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen.