Britische Regierung veröffentlicht Bericht über Nebenwirkungen der Corona-Impfstoffe

Von 16. Februar 2021 Aktualisiert: 19. Februar 2021 11:58
Ein Bericht der britischen Arzneimittelbehörde offenbart weitere Nebenwirkungen der Corona-Impfungen. Insgesamt berichteten über 30.000 Geimpfte bis Ende Januar von über 100.000 unerwünschten Impfreaktionen. Besonders auffällig sind dabei 13 Menschen, die nach der Impfung erblindeten, acht Fehlgeburten und insgesamt 236 Fälle mit tödlichem Ausgang.

Die Liste mit Nebenwirkungen und unerwünschten Reaktionen der Corona-Impfungen wird immer länger. Ein Bericht der britischen Medicines & Healthcare products Regulatory Agency (MHRA, Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Arzneimittel in Großbritannien ähnlich dem Paul-Ehrlich-Institut in Deutschland) fügt den bereits bekannten Impfreaktionen wie Schmerzen, Gesichtslähmung und Blutkrankheit nun auch Erblindung und Fehlgeburt hinzu. Der Bericht wurde am 11. Februar aktualisiert und umfasst Meldungen über Verdachtsfälle von Nebenwirkungen seit Beginn der Impfkampagne am 9. Dezember bis Ende Januar.

Laut offiziellen Angaben sind in Großbritannien „mehr als 110.000 Menschen binnen 28 Tagen nach einem positiven Coronatest verstorben“. Dem Gegenüber stehen etwa vier Millionen positiv Getestete, wobei die Überseekolonien (u.a. Gibraltar, Cayman-Inseln, Bermuda) wenige Tausend Fälle beisteuern. Daraus ergibt sich eine Sterblichkeit von etwa 2,5 Prozent, was etwa der Sterblichkeit einer gewöhnlichen Grippe entspricht.

Mehr Nebenwirkungen bei AstraZeneca

Ähnlich VAERS in den USA können Briten den Verdacht auf Nebenwirkungen und unerwünschte Impfreaktion im sogenannten „Yellow Card scheme“ (Gelbe Karte Schema) berichten und einem Medikament eine „gelbe Karte“ zeigen. Laut Regierungsbericht erhielten bis Ende Januar 9.262.367 Menschen eine, 494.206 Menschen bereits zwei Impfungen. Im selben Zeitraum häuften sich insgesamt 32.139 gelbe Karten mit über 100.000 Einzelreaktionen an. Die ersten Meldungen datieren auf den 9. Dezember, dem ersten Tag der Impfungen.

Etwa zwei Drittel der Meldungen und knapp 60.000 Einzelreaktionen im „Yellow Card scheme“ beziehen sich auf den Impfstoff von Pfizer/BioNTech. Mit Ausnahmen von 72 Fällen, in denen der Hersteller nicht angegeben wurde, fällt der Rest AstraZeneca zu. Obwohl der Moderna-Impfstoff in Großbritannien seit 8. Januar ebenfalls zugelassen ist, listet der Regierungsbericht diesen nicht.

Die Verteilung der Meldungen auf die Impfstoffe spiegelt dabei in etwa die verabreichten Impfstoffe wider. Auffällig ist jedoch, dass eine Meldung bezüglich AstraZeneca durchschnittlich vier Einzelreaktionen beinhaltet, während für Pfizer/BioNTech „nur“ etwa 2,5 Reaktionen auf jeder gelben Karte stehen. Wie „dailyexpose.co.uk“ vorrechnet, berichtete damit etwa einer von 333 Geimpften von unerwünschten Reaktionen oder Nebenwirkungen. Diese könnten jedoch real noch häufiger sein, „da einige Fälle möglicherweise nicht an das Yellow Card Scheme gemeldet wurden.“

Dass AstraZeneca auch in Deutschland zu Nebenwirkungen führt, mussten kürzlich auch die Rettungswachen im Kreis Minden-Lübbecke feststellen. Nachdem die Mitarbeiter kurzfristig ein Impfangebot mit AstraZeneca nutzten  der Impfstoff ist für Personen über 65 Jahre nicht zugelassen –, meldeten sich mehrere Mitarbeiter krank. „Der Rettungsdienst war zwischenzeitlich personell nicht optimal aufgestellt“, erklärte Kreissprecher Florian Hemann daraufhin dem „Westfalen-Blatt“. Benachbarte Rettungswachen und das DRK halfen aus.

Das „Yellow Card scheme“ umfasst neben den aus den Impfstudien der Hersteller bereits bekannten Nebenwirkungen und Reaktionen, jedoch noch weitere.

Nebenwirkungen Corona-Impfstoffe

  • Erblindung

Insgesamt umfassen die Berichte 1.280 Augenerkrankungen. „Optische Behinderung und Blindheit (außer Farbenblindheit)“ gab es bei 53 Meldungen bezüglich Pfizer/BioNTech [Anm.d.Red.: siehe Seite 8] sowie bei 26 gelben Karten für AstraZeneca [S. 6] und einer Meldung ohne Nennung des Impfstoffs [S. 4]. In dreizehn Fällen (5 Pfizer, 8 AstraZeneca) sprechen die Meldung von (vollständiger) Blindheit nach der Impfung.

  • Zerebrovaskuläre Unfälle (Schlaganfall)

In 43 Fällen (Pfizer/BioNTech 32 [S. 31], AstraZeneca 11 [S. 24]) berichteten Betroffene (oder ihre Hinterbliebenen) von zerebrovaskuläre Unfällen nach einer Pfizer-Impfung. Das plötzliche Absterben von Gehirnzellen aufgrund von Sauerstoffmangel infolge einer Unterbrechung der Blutzufuhr durch Verstopfung oder Riss einer Arterie zum Gehirn ist auch als Schlaganfall bekannt. In sieben Fällen – 3 nach Pfizer/BioNTech, 4 nach AstraZeneca-Impfung – endete dieser tödlich.

  • Schwangerschaftsabbruch und Fehlgeburt

Aufgrund unzureichender Datenlage haben weder Pfizer/BioNTech noch AstraZeneca und Moderna ihre Impfstoffe für Schwangere zugelassen. Welche Auswirkungen mRNA-Impfungen auf die Fruchtbarkeit oder stillende Mütter hat, sei ebenfalls unbekannt. Die britische Regierung verkündete ihrerseits vor Beginn der Impfkampagne, dass „bei Frauen im gebärfähigen Alter eine Schwangerschaft vor der Impfung ausgeschlossen [und] eine Schwangerschaft für mindestens zwei Monate nach der zweiten Dosis vermieden“ werden sollte.

Dennoch listet das „Yellow Card scheme“ für Pfizer/BioNTech acht [S. 36], für AstraZeneca neun [S. 28] Verdachtsfälle im Zusammenhang mit Schwangerschaften. Etwa die Hälfte davon bezieht sich auf „Abortion spontaneous“, zu deutsch spontane Abtreibungen oder Fehlgeburten. In zwei Fällen traten nach der Impfung mit AstraZeneca verfrühte Wehen beziehungsweise ein vorzeitiges Platzen der Fruchtblase auf.

  • Gesichtslähmung

Die Berichte umfassen zudem 107 Nervenstörungen im Gesicht nach Pfizer/BioNTech-Impfungen, einschließlich Lähmung, Parese und Spasmen. Nach Impfungen von AstraZeneca kamen bislang 17 Meldungen zusammen. Lähmungen an andere Körperstellen traten in mindestens 21 Fällen auf (Pfizer 15, AstraZeneca 5, ohne Zuordnung 1). In den meisten Fällen seien die Lähmungserscheinungen nach wenigen Tagen abgeklungen.

  • Todesfälle

Auch in Großbritannien werden Todesfälle in der zeitlichen Folge der Impfungen berichtet. Die Meldungen umfassen insgesamt 236 fatale Fälle. Davon werden 141 explizit als „Todesfälle“ geführt, in allen anderen Fällen ist eine andere Nebenwirkung mit tödlichem Ausgang aufgeführt. 76 Fälle beziehen sich auf den Impfstoff von Pfizer/BioNTech [S. 13], 64 Fälle auf AstraZeneca [S. 10]. Ein Fall ist ohne Zuordnung des Impfstoffs [S. 6].

Besonders auffällig unter den Todesfällen sind dabei 15 Fälle „plötzlichen Todes“ (neun bei Pfizer/BioNTech, sechs bei AstraZeneca), die laut „dailyexpose“ „unmittelbar nach der Impfung tot umgefallen sind“.

Zwischenbilanz der britischen Regierungsbehörde

Angesichts dieser Zahlen erklärt die MHRA: „Ein hoher Anteil der im Rahmen der bisherigen Impfkampagne geimpften Personen ist sehr alt, von denen viele auch bereits bestehende Erkrankungen haben werden“. Die Behörde kommt daher zu dem Schluss, dass beide Impfstoffe „keine weiteren neuen Sicherheitsbedenken“ aufweisen. Alle Impfstoffe und Medikamente hätten „einige Nebenwirkungen“, die entsprächen im Falle der Corona-Impfstoffe aber „den Erwartungen aus den klinischen Studien“. Weiter heißt es:

Nach einer sehr umfangreichen Exposition in der britischen Bevölkerung wurden aus den bisher eingegangenen Berichten keine weiteren neuen Sicherheitsbedenken identifiziert, und für die Fälle anderer Erkrankungen, die in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung berichtet wurden, deuten die verfügbaren Beweise derzeit nicht darauf hin, dass der Impfstoff das Ereignis verursacht hat.“

Dem Gegenüber steht die Definition eines „Corona-Toten“, der in Großbritannien bis zu 28 Tagen nach einem positiven Testergebnis „definitiv an COVID-19“ gestorben sei. Dieser Zeitraum ist etwa 10 bis 14 Tage länger als bis ein positiv Getesteter offiziell als genesen zählt.

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